Nachfragetief: Mercedes passt E-Auto-Pläne an

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Mercedes-Benz

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Mercedes-Benz steht vor einer bedeutenden Kurskorrektur in seiner Elektroautostrategie, wie das Handelsblatt berichtet. Das Unternehmen hat demnach beschlossen, die Entwicklung seiner angekündigten Plattform „MB.EA-Large“ nicht fortzusetzen. Diese Entscheidung soll aufgrund enttäuschender Verkaufszahlen der aktuellen Elektro-Luxusmodelle gefallen sein. Anstatt dieser neuen Entwicklung sollen zukünftige Elektroautos auf der bestehenden EVA2-Technologie aufbauen.

Die EVA2-Architektur, die bereits für die Modelle EQE und EQS verwendet wird, könnte eventuell auf ein 800-Volt-System umgerüstet werden, was jedoch bisher nicht bestätigt ist. Diese Plattform bietet sowohl für Limousinen als auch für SUVs eine robuste Basis. Im Jahr 2025 wollte Mercedes-Benz ursprünglich drei spezialisierte Elektrofahrzeugplattformen einführen: die MB.EA für mittlere und große Fahrzeuge, die AMG.EA für leistungsstarke Modelle und die VAN.EA für elektrische Nutzfahrzeuge. Die MB.EA sollte in zwei Varianten kommen, wobei „MB.EA-Large“ große Elektroautos wie die S-Klasse und E-Klasse umfassen sollte.

Letztgenannte Plattform sei nun aus Kostengründen gestoppt worden. Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer äußerte sich zuletzt wie folgt zur Kostensituation: „Auf der Produktseite geht es in der Tat darum, die Komplexität zu reduzieren, weniger in die Forschung und Entwicklung von Verbrennungsmotoren zu investieren – da wir keine völlig neuen Generationen entwickeln, sondern sie verbessern und aktualisieren –, noch mehr Modulteile zwischen unseren über 40 Modellen zu teilen, eine sehr bewusste Beschaffung zu betreiben und unseren globalen Einkaufsplan neu auszurichten, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.“

Eine Verringerung der Komplexität durch weniger verschiedene Plattformen erscheint daher durchaus nachvollziehbar. Allerdings hat er auch das Thema 800-Volt-System zunächst ein wenig ausgebremst: „Es ist ein Henne-Ei-Szenario, ja, aber es lohnt sich nicht, 800-Volt-Technologie nur um ihrer selbst willen zu haben. Wenn der Kunde einen Booster in der Batterie haben muss, der auch von einem 400-Volt-Ladegerät geladen wird, ist das alles sehr umständlich. Was wirklich zählt, ist die Ladeleistung bzw. -zeit, und wir haben in unserem Unternehmen Lösungen für das aktuelle 400-Volt-Ladegerät im EQS gefunden, die ein erstklassiges Ladeerlebnis bieten.“ Kurzum, 800-Volt seien künftig sicherlich möglich, aber bisher nicht notwendig.

Trotz des geplanten Stopps der MB.EA-Large arbeitet Mercedes weiterhin an der Transformation seiner Fahrzeugpalette. Ursprünglich hatte Mercedes geplant, bis zum Ende des Jahrzehnts hauptsächlich Elektroautos auszuliefern. Allerdings hat das Unternehmen im Februar seine Erwartungen zurückgeschraubt. Statt einen elektrischen Absatzanteil von bis zu 100 Prozent erwartet der Stuttgarter Autobauer jetzt nur noch einen Anteil von bis zu 50 Prozent bis zum Jahr 2030.

„Mercedes-Benz wird in den nächsten Jahren sowohl elektrifizierte Verbrenner als auch Elektroautos anbieten. Die vollständige Transformation zu emissionsfreien Fahrzeugen wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, als wir ursprünglich angenommen hatten“, so der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius über die Zukunftsaussichten.

Quelle: Handelsblatt – Mercedes will Entwicklung seiner großen Elektroplattform stoppen / Automobilwoche – Mercedes-Chef Källenius: Verbrenner und E-Antrieb sind gleichwertig

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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