Mercedes-AMG EQE 53: E-SUV mit Power – Kurzreview

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Wolfgang Gomoll
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  —  Lesedauer 5 min

Wo ein Mercedes, da auch eine kräftige AMG-Version. Das Mercedes-AMG EQE 53 4Matic SUV bringt es maximal auf 504 kW / 687 PS, die für Fahrspaß sorgen. Dank Dolby Atmos-Soundsystem ist auch abseits der Piste viel Unterhaltung garantiert.

Dazuzulernen zeichnet Menschen aus. Trotz guter Argumente kompromisslos auf seinen Standpunkt zu beharren, ist dagegen meistens nicht von Vorteil. Was diese Aussage mit dem Mercedes-AMG EQE 53 4Matic SUV zu tun hat?

Nun, es geht um die reichweitenverlängernde Wärmepumpe. Bislang hat man bei Mercedes mit Verweis auf den effizienten Antriebsstrang bei den EQS und den EQE auf dieses Extra verzichtet. Jetzt nicht mehr. Ein Umdenken hat bei den Sternentechnikern stattgefunden und das AMG-EQE-SUV rollt serienmäßig samt einer Wärmepumpe vor.

Das Resultat: Der Power-E-Crossover kommt mit einer Batterieladung (90,6 Kilowattstunden netto) bis zu 455 Kilometer weit. Durchaus in Ordnung, aber jetzt kein Wert, bei dem man bewundernd durch die Lippen pfeift. Zumal ein Model Y von Tesla bis zu 514 Kilometer schafft. Allerdings ist das US-SUV mit 393 kW / 534 PS um 112 kW / 153 PS schwächer motorisiert als der AMG-Stromer.

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Das sind wir schon beim Thema. Beim AMG EQE 53 4Matic SUV spielen selbstredend die Dynamik und der Fahrspaß eine wichtige Rolle und nicht nur das bloße Kilometerfressen. Deswegen haben die Affalterbacher Ingenieure auch die Technikregale leergeräumt und einiges an Agilitätsförderern in den E-Crossover gepackt: Darunter adaptive Dämpfer, eine Hinterachslenkung, die die Räder mit maximale neun Grad einschlägt und eine 48-Volt-elektromechanische aktive Wankstabilisierung, die blitzschnell agiert. Das bedeutet übrigens auch, dass das AMG E-SUV mit drei Bordnetzen ausgestattet ist.

Wenn wir über Dynamik und Wendigkeit sprechen, darf die Leistung nicht fehlen. Der schwäbische Kraftprotz feuert mit maximal 505 kW / 687 PS und 1.000 Newtonmetern Drehmoment über den Asphalt, wenn man das AMG Dynamic Plus Paket ordert. Damit sind nach 3,5 Sekunden aus dem Stand 100 km/h erreicht und erst bei 240 km/h ist Schluss.

Damit der E-Crossover auch genug Traktion hat, befindet sich an der Vorder- und Hinterachse jeweils eine permanenterregte Synchronmaschine (PSM). Allerdings ist die Kraftverteilung unterschiedlich. Der Elektromotor hinten hat 318 kW / 432 PS und meldet sich ab, sobald er nicht gebraucht wird, wie zum Beispiel bei einer entspannten Geradeausfahrt. Wie es sich für einen Dampfhammer aus der Affalterbacher Tuningschmiede gehört, sind die E-Maschinen getunt. Zu den leistungssteigerten Kniffen gehören verbesserte Wicklungen, andere Blechpakete sowie ein angepasster Konverter. Damit höhere Ströme durch die Motoren fließen können und die Leistung auch nach mehreren harten Beschleunigungen reproduzierbar und mit voller Wucht vorhanden ist, muss man das Thermokonzept anpassen. Also kühlt eine Wasserlanze in der Welle des Rotors das Bauteil.

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Auf dem Asphalt schlägt sich der aufgepeppte E-Crossover erwartet gut. Vor allem die ausgewogene Abstimmung des Fahrwerks mit den fein agierenden adaptiven Dämpfern gefällt uns. Bei aller Dynamikfreude ist der EQE selbst im Fahrmodus Sport mit den 21-Zoll-Reifen nicht zu straff gefedert.

Bei engen Kurven hilft die Hinterachslenkung und Kraft ist ohnehin im Überfluss vorhanden und die variable Kraftverteilung des Allradantriebs hilft bei der Traktion. Je nach Fahrprogramm unterscheidet sich die Kraftverteilung der beiden E-Maschinen. Bei Comfort geht es um die Effizienz und bei Sport und Sport+ wandert die Kraft bevorzugt nach hinten. Bei 120 km/h im Comfort-Modus sowie in den Fahrprogrammen Sport und Sport+ senkt sich die Karosserie um 15 Millimeter ab.

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Die Lenkung erledigt ihren Job unauffällig und damit gut, wenngleich die Lenksäule etwas länger sein könnte und die Sitzposition niedriger. Vor allem bergab schiebt das stattliche Gewicht des Mercedes-AMG EQE 53 von 2.690 Kilogramm spürbar. Harte Arbeit für die optionalen Keramikbremsen mit den 440 x 40 Millimeter großen Bremsscheiben vorne. Beim Verbrauch überzeugt der potente Stelzenstromer. AMG gibt 25,6 kWh/100 km an, wir kamen bei unserer Testfahrt auf 24,3 kWh/100 km. Wenn es an das Laden geht, bietet der Power-SUV mit einer maximalen Gleichstromladegeschwindigkeit von 170 kW eher biedere Hausmannskost.

Im Innenraum überzeugt der Mercedes-AMG EQE 53 größtenteils, wenn man mal über Plastikluftauslässe hinwegsieht. Platz ist mehr als genug vorhanden und auch im Fond fühlen sich großgewachsene Zeitgenossen nicht beengt. Das MBUX-Infotainmentsysten mit dem Hyperscreen sagt uns nach wie vor zu. Die Bedienung ist eingängig und die Grafiken auf den großen Bildschirmen gestochen scharf. Apropos: Die knallig-spacigen AMG-Grafiken sind nicht jedermanns Sache, aber man kann ja die Ansichten verändern.

Was dagegen ganz großes Kino ist, ist die Tatsache, dass das Soundsystem im Mercedes-AMG EQE 53 4Matic SUV Dolby Atmos beherrscht. Da fühlt man sich bei jedem Hollywood-Spektakel mittendrin statt nur dabei. Allerdings zu einem stattlichen Preis von mindestens 124.920,25 Euro.

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Wolfgang Gomoll beschäftigt sich mit dem Thema Elektromobilität und Elektroautos und verfasst für press:inform spannende Einblicke aus der E-Szene. Auf Elektroauto-News.net teilt er diese mit uns. Teils exklusiv!

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Andie:

Na endlich. Fahr Spaß mit 687 PS.

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