Me Energy findet Investor für Bioethanol-Ladestationen

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Im Sommer 2024 sorgte die Nachricht über die Insolvenz des Unternehmens Me Energy für Aufsehen. Die Firma aus Wildau, die auf Schnellladesäulen mit Bioethanol-Technologie spezialisiert ist, hatte Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Dabei blieb der Geschäftsbetrieb trotz Einschränkungen erhalten, und Gespräche mit Investoren wurden intensiviert. Der Fokus lag auf Schnellladestationen, die unabhängig vom Stromnetz betrieben werden können.

Diese Ladesäulen wandeln flüssiges Bioethanol mithilfe eines speziellen Motors in Strom um. Ein Energiespeicher liefert bis zu 4000 kWh, ausreichend für zahlreiche Ladevorgänge. Mit Ladeleistungen von bis zu 150 kW können Autos, Transporter und Busse in kurzer Zeit aufgeladen werden. Diese Technologie, entwickelt seit 2019, bietet eine Lösung für Standorte ohne Anschluss an das Stromnetz und adressiert damit Herausforderungen der Ladeinfrastruktur in ländlichen oder abgelegenen Gebieten.

Im Oktober 2024 stimmte die Gläubigerversammlung einer übertragenden Sanierung zu. Dadurch wurde die neue Me Energy Technologies GmbH gegründet, die seit Ende Oktober die bisherigen Geschäfte übernommen hat. Die ursprüngliche Gesellschaft befindet sich nun in der Abwicklung. Ziel der neuen Struktur war es, den Fortbestand der technologischen Entwicklungen und der bestehenden Geschäftsbeziehungen zu sichern. Nun, im Januar 2025, konnte Me Energy einen bedeutenden Schritt nach vorne machen. Mit Trinity Cleantech Private Limited wurde ein Investor gefunden, der nicht nur finanzielles Engagement, sondern auch weitreichendes Know-how im Bereich Ladeinfrastruktur mitbringt. Das Unternehmen, das auf den asiatischen Raum spezialisiert ist, sieht großes Potenzial in der CO₂-neutralen und netzunabhängigen Technologie von Me Energy.

Christian Schwenkenbecher, Vertriebsleiter bei Me Energy, betonte die Bedeutung solcher Partnerschaften gegenüber Elektroauto-News: „Hardware spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Ihre Entwicklung und Skalierung sind aufwendig und erfordern langfristige Investitionen. Mit Trinity Cleantech haben wir einen starken Partner, der unser Kerngeschäft in Deutschland unterstützt und die internationale Expansion ermöglicht.“

Die Restrukturierung und die Investition markieren eine entscheidende Phase für Me Energy. Mit dem neuen Partner sollen nicht nur die bestehenden Kapazitäten erweitert, sondern auch neue Märkte erschlossen werden. Laut Mitgründer Alexander Sohl bleibt das Ziel klar: nachhaltige und innovative Mobilitätslösungen weiter voranzutreiben.

Quelle: Me Energy – Per Mail / Austausch mit Christian Schwenkenbecher, Head of Sales Me Energy

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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MMM:

So etwas gab es sogar schon mal. Das schwäbische Unternehmen ADS-tec hatte mal im Auftrag von Porsche einen Sattelzug (die Zugmaschine damals noch mit Diesel) mit einem 2,1 MWh Speicher und 10 Ladeplätzen bestückt, den Porsche zum mobilen Laden von Taycan Testfahrzeugen auf Rennstrecken benutzt hat. War aber ein Einzelstück, ich weiß auch nicht, was aus dem Teil geworden ist.
Das ist Jahre her, so etwas ginge heute vermutlich auch in Richtung 4 KWh, und das zu einem Drittel des Preises.

Wäre schon noch größer als das Teil hier. Aber 10x 320 kW ist ja auch eine andere Hausnummer als 1x 150 kW.

Wolfbrecht Gösebert:

Interessant wie ein Unternehmen, das womöglich 1 kWh Strom für mind. 2 EUR verkaufen muss (Rechnung aus Artikel-Link über den Konkurs) noch einen Investor findet … mit weiter steigenden Reichweiten und preiswerteren Akkus verkleinern sich die verbleibenden Nischen für eine sinnvolle Nutzung doch drastisch!

Stattdessen kann ein transportabler Groß-Akku auf einem eLKW(!) – zumindest künftig – billiger sein und wird zudem auch (fast) immer örtlich (auch bei geringer verfügbarer Netzleistung) noch gepuffert werden können!

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