Start-Up Liefergrün hat Insolvenz angemeldet

Start-Up Liefergrün hat Insolvenz angemeldet
Copyright:

Liefergrün

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Das Start-Up Liefergrün hat Insolvenz angemeldet, berichtet das Portal Gründerszene unter Berufung auf einen entsprechenden Eintrag im Insolvenzregister. Das Unternehmen bietet laut eigener Beschreibung „nachhaltige, kundenorientierte Versandlösung für E-Commerce und Ship-from-Store“. Bei Google ist der Geschäftssitz im Backwerk in Berlin als „vorübergehend geschlossen“ gekennzeichnet.

Bislang liegt offenbar keine offizielle Stellungnahme des Unternehmens dazu vor. Liefergrün leistet eigenen Angaben zufolge seit 2020 Pionierarbeit im Bereich nachhaltiger Paketzustellung. „Mit einer großen Flotte von Elektrofahrzeugen und einer umfangreichen Ladeinfrastruktur haben wir den Markt verändert, indem wir grüne Lieferungen für jeden zugänglich gemacht haben, nicht nur als Premiumdienst“, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite.

Unter anderem DB Schenker, aber zuvor auch eCapital, Speedinvest und Norrsekn VC, hatten Millionenbeträge in das Start-Up investiert, das aber nun offenbar in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. „Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Berliner Rechtsanwalt Gordon Geiser von der Kanzlei Greenberg Traurig bestimmt“, schreibt Gründerszene. Zudem stellt das Portal fest, dass seit gut einem halben Jahr auf LinkedIn keine neuen Posts des Unternehmens mehr veröffentlicht wurden. Vor sechs Monaten wurde das Ausscheiden des Verantwortlichen für das Österreich-Geschäft bekanntgegeben. Auch andere ehemalige Führungskräfte sind im vergangenen Jahr offenbar ausgeschieden.

Seit 2022 Mercedes-Lieferwagen im Einsatz

Gegründet wurde Liefergrün in Münster, seit dem vergangenen Jahr hat es seinen Hauptsitz aber in Berlin. Geschäftsführer und Gründer ist Niklas Tauch. Für Auslieferungen auf der sogenannten letzten Meile, also das letzte Stück Weg der Ware bis hin zum Kunden, nutzt Liefergrün Elektroautos und Lastenräder. Offenbar funktioniert dieses Geschäftsmodell aber nicht so gut, wie ursprünglich angenommen.

2022 hatte Mercedes-Benz 25 elektrisch angetriebene eVito Kastenwagen als Mietfahrzeuge für Liefergrün zur Verfügung gestellt. 40 weitere Fahrzeuge für Liefergrün sowie verbundene Partnerunternehmen seien seinerzeit bereits eingeplant gewesen. Diese Zusammenarbeit bezeichnete Tauch damals als wichtigen Schritt, um „den Paketversand umzukrempeln und unser Wachstum voranzutreiben“.

Quelle: Gründerszene – „Liefergrün: Dem nachhaltigen Liefer-Startup droht die Insolvenz – zuvor gingen mehrere Manager“

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

E-Mobilität im Fuhrpark: Pioniere und Zauderer, Hoffen und Bangen

Daniel Krenzer  —  

Hohe Dieselpreise könnten der Elektromobilität im gewerblichen Kontext einen neuen Schub verleihen, doch Bürokratie und Politik könnten dies ausbremsen.

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

7 Länder in Europa mit hohem Anteil an E-Lkw

Daniel Krenzer  —  

Der Markt für Elektro-Lkw nimmt in Europa spürbar Fahrt auf – aber das nicht überall gleich stark. Das sind die Vorreiter.

Konkurrenz aus China wächst, Hyundai bleibt gelassen

Konkurrenz aus China wächst, Hyundai bleibt gelassen

Sebastian Henßler  —  

Hyundai senkt die Eigenzulassungen und stärkt den Handel. Gleichzeitig wächst der Druck durch neue Wettbewerber aus China.

Bund fördert Ladesäulen an Mehrfamilienhäusern

Bund fördert Ladesäulen an Mehrfamilienhäusern

Laura Horst  —  

Der Bund stellt 500 Millionen Euro für Ladesäulen an Mehrfamilienhäusern bereit. Die Anträge zur Förderung können von April bis November gestellt werden.

Mikromobilität: Drei Player bündeln Kompetenzen in Europa

Mikromobilität: Drei Player bündeln Kompetenzen in Europa

Sebastian Henßler  —  

Die Kooperation bündelt Entwicklung, Produktion und Software und schafft eine skalierbare Plattform für elektrische Kleinstfahrzeuge aus Europa.

Renault ruft R4 und R5 wegen Batterieproblemen zurück

Renault ruft R4 und R5 wegen Batterieproblemen zurück

Laura Horst  —  

Renault ruft wegen möglicher Batterieprobleme einige R4 und R5 zurück, da es zu Ladefehlern und Überhitzung kommen könnte, was einen Brand auslösen könnte.

Porsche Cayenne unter Strom: Was der Elektro-SUV kann

Porsche Cayenne unter Strom: Was der Elektro-SUV kann

Wolfgang Plank  —  

Der Cayenne Turbo Electric sprintet in 2,5 Sekunden auf Tempo 100. Porsche setzt auf 800-Volt-Technik, Luftfederung und eine Anhängelast von drei Tonnen.