„Kosten sparen und Emissionen reduzieren“: Ein Update zu Sono Solar

„Kosten sparen und Emissionen reduzieren“: Ein Update zu Sono Solar
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Sono Motors

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Sono Solar ist in den vergangenen eineinhalb Jahren zu einer wichtigen Säule im Geschäft des Start-ups Sono Motors geworden. Auf der Consumer Electronics Show im Januar 2021 hatte Sono Motors bekannt gegeben, seine Solartechnologie auch an andere Unternehmen zu lizenzieren. Damit möchten die Münchner einen wichtigen Beitrag zur Transformation des globalen Transportsektors leisten und Fahrzeuge effizienter und nachhaltiger machen.

Seitdem ist die Zahl an Unternehmen gewachsen, die mit Sono zusammenarbeiten, verschiedene Prototypen wurden bereits installiert und getestet und mit dem Solar Bus Kit wurde die erste Produktauskopplung vorgestellt. Lars Löhle, Head of Product bei Sono Solar, gibt in einem aktuellen Blogbeitrag ein Update zum Thema Solar-Integration als B2B-Geschäft und dem Solar-Geschäftsbereich von Sono Motors im Allgemeinen.

Der eigenständige Geschäftsbereich Sono Solar verfolgt demnach unter anderem den Zweck, „Kund:innen die Stärken und Vorteile von fahrzeugintegrierter Photovoltaik näherzubringen und zu zeigen, was damit alles möglich ist“, so der Produktchef. Mittlerweile habe sich Sono Solar stark spezialisiert und fokussiere sich hauptsächlich auf die Bereiche Busse, E-Transporter sowie Kühltransporter.

Mit seinen Geschäftspartner:innen und Kund:innen arbeite Sono Solar dafür sehr eng zusammen und biete von der technischen Konzeption über die eigentliche mechanische und elektronische Integration bis hin zum After-Sales-Service alles aus einer Hand an. Aktuell befinde sich der Geschäftsbereich in der Transformationsphase von der Prototypenentwicklung hin zu skalierbaren und kosteneffizienten Lösungen für die verschiedenen Märkte, wie beispielsweise eben dem Solar Bus Kit. Die polymerbasierte Solartechnologie, die bereits vom Solar-Elektroauto Sion bekannt ist, wurde für andere Fahrzeugtypen weiterentwickelt. „Inzwischen haben wir schon 19 Partnerschaftsvereinbarungen unterschrieben – unter anderem mit Unternehmen wie MAN, Easymile, der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG, Chereau oder Rhenus Logistics“, so Löhle weiter. Einige der ersten Prototypen werden aktuell getestet und sollen auf der IAA Transportation im September ausgestellt werden.

Mit der Solartechnologie will Sono Solar dazu beitragen, „nicht nur Kosten, sondern auch CO2 einzusparen. Wir sind davon überzeugt, mit fahrzeugintegrierter Photovoltaik einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur lokalen und nachhaltigen Energiegewinnung leisten zu können“, so der Produktchef weiter. Zumal im Bereich Photovoltaik immer deutlicher werde, „wie leistungsfähig die heutigen Solarzellen bereits sind – und das bei stetig sinkenden Preisen.“

Bei Elektrobussen arbeite Sono Solar an zwei verschiedenen Themen: „Einmal möchten wir es Flottenbetreibern ermöglichen, Geld und Emissionen einzusparen. Das kann gelingen, wenn Dieselbusse aus den Flotten mit Solarmodulen ausgestattet werden“. Ein sehr gutes Beispiel für diesen Anwendungsfall sei die Kooperation mit der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG. Das in dieser Kooperation erprobte neue Solar Bus Kit sei eine standardisierte und skalierbare Nachrüstlösung für Dieselbusse, die Sono Solar für die gängigsten 12-Meter-Stadtbusse entwickelt hat. „Systeme wie etwa die Klimaanlage eines Busses können so teilweise mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Das spart, wie auch schon die Kooperation mit der MVG zeigt, Kraftstoff, CO2 und Kosten“.

Elektroauto-Sono-Motor-Solar-Bus-Kit
Sono Motors

Das nächste Thema in diesem Bereich drehe sich um Lösungen für rein elektrische Busse: „Hier möchten wir Hersteller unterstützen, mithilfe unserer Solartechnologie die Reichweite der Fahrzeuge zu verlängern, die Abhängigkeit von der fehlenden und häufig teuren Ladeinfrastruktur zu verringern und Standzeiten zu verkürzen“. Aktuell arbeite das Unternehmen an einem ersten Projekt, um die Solar-Integration auf E-Bussen zu testen und zu validieren.

Und in der Kategorie Kühlfahrzeuge arbeite Sono mit seinem Kunden Chereau an einem ersten Fahrzeug, das verschiedene Daten sammeln soll und mit dem die elektrische Integration im Hochvoltbereich validiert werden soll. „Das Ziel ist, diese Lösungen dann in die Serie zu bringen und den Flottenbetreibern in ganz Europa, nachhaltigere sowie dauerhaftere, rein elektrische Kühlung zu gewährleisten“, erklärt Löhle. Weitere Kühlfahrzeuge mit anderen Herstellern seien ebenfalls in der Umsetzungsphase und sollen auf der IAA Transportation im September ausgestellt werden.

Ein weiteres spannendes Feld sei der Bereich E-Transporter. Auch hier laufen bereits mehrere Projekte: „Unter anderem haben wir ein Testfahrzeug, einen 15-Tonner der Rhenus Gruppe, mit Sono Solar-Messtechnik ausgestattet“. Diese Datenerfassung soll die weitere Optimierung der Solartechnologie unterstützen. Das Testfahrzeug ist in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern unterwegs.

Darüber hinaus stehen „noch viele weitere spannende Projekte an, besonders im Bereich der Prototypen-Planung und -Fertigung. Viele unserer Projekte, die wir letztes Jahr angestoßen haben, gehen jetzt in die konkrete Umsetzung“, so der Produktmanager.

Quelle: Sono Motors – Blogbeitrag vom 18.08.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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