Investitionen beleben Europas Bestreben nach Eigenständigkeit in der Batterieproduktion

Investitionen beleben Europas Bestreben nach Eigenständigkeit in der Batterieproduktion
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Bereits im Bau: Das Batteriewerk von Volkswagen in Sagunto / Visualisierung: Volkswagen

Hannes Dollinger
Hannes Dollinger
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Die Automobilindustrie in Europa unternimmt entschlossene Schritte, um ihre Abhängigkeit von Asien in der Batterieproduktion für E-Autos zu verringern. Mit milliardenschweren Investitionen von etablierten Autoherstellern und aufstrebenden Unternehmen aus der ganzen Welt, nimmt das Rennen in der EV-Batterieproduktion weltweit an Fahrt auf. In ganz Europa werden große Investitionen getätigt, wobei sich die Länder teils gegenseitig in ihren Bemühungen überbieten, um die Hersteller ins eigene Land zu locken. Diese Bemühungen sind Teil eines breiteren Trends, da auch andere Länder, darunter die Vereinigten Staaten und China, daran arbeiten, ihre nationalen EV-Batterieproduktionskapazitäten auszubauen. Durch die Anziehung von Investitionen und die Unterstützung einheimischer Hersteller will Europa den Weg ebnen für eine nachhaltigere und unabhängigere Zukunft in der Automobilindustrie. Hier kommt eine Übersicht.

Investitionen in Deutschland

In Deutschland kündigte Northvolt aus Schweden Mitte Mai an, zwischen 3 und 5 Milliarden Euro in eine EV-Batteriefabrik in Heide, Schleswig-Holstein, zu investieren – vorausgesetzt, die Subventionen werden genehmigt. Diese belaufen sich schätzungsweise auf über 600 Millionen Euro.

Volkswagen plant den Bau von sechs Batteriefabriken in Europa mit einer Gesamtkapazität von 240 GWh bis 2030. Die Produktion in seiner ersten Batteriefabrik „SalzGiga“ in Salzgitter, Niedersachsen, wird 2025 beginnen.

China’s CATL, ein Unternehmen, das schnell außerhalb Chinas expandiert, steigert die Produktion in seiner Fabrik nahe Erfurt, Thüringen. In Brandenburg baut das deutsche Unternehmen BASF einen Standort für Batteriematerialien in Schwarzheide.

Die US-Firma Microvast hat eine Fabrik in Ludwigsfelde, südlich von Berlin, errichtet.

Die Automotive Cells Company (ACC) – ein Joint Venture von Stellantis, Mercedes Benz und TotalEnergies – plant, über 7 Milliarden Euro in drei Gigafabriken in Europa zu investieren, mit einer Kapazität von jeweils 40 GWh bis 2030. Eine davon wird in Kaiserslautern, Rheinland-Pfalz, gebaut.

Frankreich steigert seine Bemühungen

In Frankreich hat das Joint Venture ACC eine Gigafactory in Billy-Berclau Douvrin als Teil seines Plans für drei Gigafabriken in Europa gebaut. ACC hat die Gigafactory am 30. Mai eingeweiht, die Produktion beginnt in der zweiten Hälfte des Jahres.

ProLogium aus Taiwan kündigte Pläne für eine 5,2-Milliarden-Euro-Anlage in Dunkerque an – ihre erste solche Übersee-Investition – nachdem Frankreich 1 Milliarde Euro in Subventionen und wettbewerbsfähige Strompreise angeboten hatte.

Die französische Start-up-Firma Verkor plant, eine Gigafactory in Dunkerque zu bauen, mit einer Zielkapazität von 12 GWh, genug, um mehr als 100.000 Fahrzeuge zu versorgen. Renault wäre ihr größter Lieferant.

Spanien, Italien und andere europäische Länder

Spanien ist Europas größter Autohersteller nach Deutschland. Hier unterzeichnete man im Juli 2022 einen Vertrag mit Envision aus China, um eine EV-Batteriefabrik im Wert von 2,5 Milliarden Euro in Navalmoral de la Mata in der zentral-westlichen Region Extremadura zu bauen, mit einer geplanten Jahreskapazität von 30 GWh.

Volkswagen und seine Partner kündigten im letzten Jahr an, 10 Milliarden Euro in den Bau einer 40 GWh Batteriefabrik in Sagunt nahe Valencia zu investieren, wobei die Produktion bis 2026 beginnen soll. Elektrofahrzeuge sollen in den beiden Autofabriken von Seat und Cupra in Spanien produziert werden.

Das Joint Venture ACC plant, über 2 Milliarden Euro in die Entwicklung einer 40 GWh Gigafactory in der süditalienischen Stadt Termoli zu investieren, mit einem Investitionsvolumen von 2 Milliarden Euro. Der Betrieb soll 2026 beginnen.

In Polen hat die LG Chem EV-Batteriefabrik in Breslau in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 die Produktion aufgenommen, mit einer Kapazität von 100.000 Batterien pro Jahr. Die Europäische Kommission hat im März 2022 Maßnahmen Polens in Höhe von 95 Millionen Euro zur Unterstützung der Erweiterung der Anlage genehmigt, die bis 2025 eine Kapazität von 115 GWh erreichen soll.

Zukunft der EV-Batterieproduktion in Europa

Mit diesen neuen Investitionen stärkt Europa seine Position in der globalen EV-Batterie-Lieferkette und reduziert seine Abhängigkeit von asiatischen Herstellern. Angesichts der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und der ehrgeizigen Ziele Europas in Bezug auf grüne Energie und CO2-Reduzierung ist die Eigenproduktion von E-Auto-Batterien ein entscheidender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft.

Angesichts der Vielfalt der Investitionen und der Beteiligung von Akteuren aus verschiedenen Teilen der Welt ist es klar, dass Europa verstanden hat, dass es notwendig ist, eine führende Rolle in der globalen EV-Batterie-Produktion zu spielen. Wie diese Bemühungen im Laufe der Zeit Früchte tragen werden, bleibt abzuwarten, aber es ist sicher, dass die Landschaft der Batterieproduktion in Europa sich weiterentwickelt und gestaltet wird.

Quelle Reuters: Factbox: Companies invest in EV battery factories in Europe

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Hannes Dollinger

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Hannes Dollinger schreibt seit Februar 2023 für Elektroauto-News.net. Profitiert hierbei von seinen eigenen Erfahrungen aus der Welt der Elektromobilität.

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