Innolith Energy Battery: 1.000 km Reichweite zu erheblich weniger Kosten

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Die Innolith AG, führender Entwickler innovativer Akkumulatortechnologien, gab am gestrigen Donnerstag bekannt, dass man an der weltweit ersten wiederaufladbaren Batterie mit 1000 Wh/kg arbeitet. Neben der hohen Reichweite von 1.000 km der Innolith Energy Battery, welche im deutschen Labor des Unternehmens entsteht, soll diese vor allem durch erhebliche Kostensenkung überzeugen, da sie ohne kostspielige exotische Materialien auskommt und eine sehr hohe Energiedichte bietet.

Des Weiteren spricht für die Innolith Energy Battery, dass sie die erste nicht brennbare Lithiumbatterie für Elektrofahrzeuge darstellt. Ermöglich wird dies dadurch, dass die Batterie von Innolith nicht wie herkömmliche Akkus auf brennbare organische Elektrolyten setzt, sondern auf nicht brennbare anorganische Elektrolyten. Mit der Verfügbarkeit nicht brennbarer Batterien entfällt die Hauptursache von Batteriebränden.

„Die EV-Revolution wird derzeit noch von den Einschränkungen der verfügbaren Batterien gebremst. Die Kunden wünschen eine ausreichende Reichweite pro Batterieladung in einem kostengünstigen Elektrofahrzeug sowie die Gewissheit, dass die Batterie nicht in Flammen aufgeht. Die Innolith Energy Battery ist eine bahnbrechende Technologie, die alle Voraussetzungen bietet, um diese Anforderungen zu erfüllen.“ – Sergey Buchin, CEO der Innolith AG

Über eine Pilotproduktion in Deutschland soll die Innolith Energy Battery zunächst auf den Markt gebracht werden, daraufhin sollen Lizenzpartnerschaften mit führenden Batterie- und Automobilherstellern folgen. Für die Entwicklung und Vermarktung hat man drei bis fünf Jahre eingeplant. Innolith nutzt beim chemischen Aufbau seiner Energy Battery eine innovative Umsatzreaktion, um die hohe Energiedichte in jeder Zelle zu erreichen. Umsatzreaktionsmaterialien eröffnen neue, viel versprechende Möglichkeiten für Batteriezellen mit hoher Energiedichte, da sie nicht den gleichen Leistungsbeschränkungen wie herkömmliche Lithium-Interkalationsmaterialien unterliegen. Mit diesem neuen Ansatz lässt sich der Energiegehalt jeder Batteriezelle auf bisher nicht mögliche Werte erhöhen.

„Vereinfacht gesagt, haben sich die Erfahrungen, die wir mit dem Bau von Hochleistungsbatterien mit außergewöhnlich hoher Robustheit und Anzahl von Ladezyklen gewonnen haben, auch als perfekte Basis für die Realisierung von Hochenergiebatterien erwiesen. Der Verzicht auf organische Materialien, der ein Schlüsselmerkmal der Batterietechnologie von Innolith darstellt, beseitigt die kritische Ursache für Sicherheitsrisiken und chemische Instabilität von Hochenergiebatterien. Auf Basis unsere Forschungs- und Enwicklungstäzigkeiten“ – Alan Greenshields, Verwaltsratspräsident Vorstandsvorsitzender von Innolith

Aus der Sicht der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten hat dieses Konzept 2018 Gestalt angenommen, als Innolith mehrere außerordentliche Fortschritte erzielen konnte, so Greenshields weiter. Das Unternehmen selbst habe die zentralen Erfindungen der Energy Batterie-Technologie zum Patent angemeldet und behandelt das chemische Prinzip für die Realisierung der Batteriezellen als Geschäftsgeheimnis. In der Praxis äußert sich dies dadurch, dass bei allen Lizenzabkommen das Unternehmen, zum Schutz seines geistigen Eigentums, die Kontrolle über die Bereitstellung aller Spezialchemikalien behalten wird.

Die Innolith Energy Battery existiert allerdings nicht nur auf dem Papier, sondern durfte bereits in einem ersten Praxis-Projekt ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. In einem sogenannten GridBank-System, das bereits im Stromnetz des US-amerikanischen Energieversorgers PJM zur schnellen Frequenzregelung eingesetzt wird, hat man auf die Technolgie von Innolith gesetzt. Das bei dieser Batterie eingesetzte chemische Konzept ermöglicht nachweislich mehr als 55.000 vollständige Entladezyklen und damit zwischen 10 und 100 mal mehr als die maximale Anzahl von Zyklen, die mit den heute üblichen, herkömmlichen Lithiumionenbatterien möglich ist.

Quelle: Innolith Energy Battery – Pressemitteilung vom 04. April 2019

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Marco aus Wien:

Da spricht ein Auskenner

Mit meinem Model3 schaff ich mit Familie/Klima usw. knapp 400km auf der Autobahn(Tempo 135kmh), auf Freiland Strassen(100kmh) gehen sich auch 460 km aus.
Dh Ihre beschriebenen Reiweitenunterschiede kann ich so nicht ganz nachvollziehen; genauso wenig wie die sehr „abenteuerlichen Verbrauchsangaben“ meiner gefahrenen Verbrennungsfahrzeuge die waren tlws. nämlich auch „jenseitig“.

Sebastian Henßler:

„Seltene Rohstoffe“ heißt das Zauberwort ;)

Sebastian Henßler:

Handelt sich nicht um Feststoffbatterien, zumindest ist bei Innolith selbst nicht die Rede davon. Soll sich in der Tat um weiterentwickelte Lithium-Ionen-Akkus handeln.

Philipp K:

Der artikel ist stark irreführend, falls es sich hier um feststoffbatterie handelt.

Klingt nach dämlichen kauderwelsch, um zu umschreiben, was alle schon wissen: um 2025 sollen solid stated / oder Li-eisenphosphat akkus marktreif werden.
Ich würd ja aktienwerbung proklamieren, kann die firma aber als wertpapier nicht finden :)

Trotzdem tolle seite! Weiter so

Thomas Wolff:

Beim Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit kommt bei den Reichweiten regelmäßig die Hälfte an Kilometern
raus , die vom Hersteller versprochen werden. Gehen wir also mal von 500 km aus. Immer noch lediglich die Hälfte vom Diesel.
Und der Strom kommt immer noch aus der subventionierten Steckdose (also Kohle etc.). Wo ist der Gag ?
Wo haben die Grünen rechnen gelernt ? Auf der Fachschule für Milchmädchen ?

Torsten:

Bereits heute enthalten die Traktionsbatterien keine „Seltenen Erden“.

Michael:

Großartig! Endlich ist die 1.000-Kilometer-Marke bei der Reichweite geknackt!
Und so ganz nebenbei wurden vielleicht sogar Projekte von namhaften Instituten (z.B. FestBatt, ProZell) überholt.
Und (nur noch) 3-5 Jahre für Entwicklung und Vermarktung ist ja auch nicht viel.
Gibt es denn schon irgendwelche Sachinformationen?
Wird es zu dieser Meldung regelmäßige updates geben?!

Thorsten69:

Genau! Es wird immer so getan als hätte man endlich den Stein der Weisen gefunden… nur wo ist der Haken, weshalb kein Elon Musk die Firma kauft? Entweder sind die Zellen nicht schnellladefähig oder haben einen bestimmten Temperaturbereich von mehreren hundert Grad – darüber wird aber nicht geschrieben…

Detlef:

Ich bin da zuversichtlich. Jetzt wo Geld plötzlich keine Rolle mehr spielt, kann die Forschung endlich mit Vollgas arbeiten. Wenn dann auch noch seltene Erden entfallen können, wäre das der Hammer!

Ralph aus Berlin:

Von neuen Akkus liest man oft, alle wollen besser als die herkömmlichen Li-Ion-Akkus sein, aber sehen tut man nichts von ihnen.

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