Im Nissan Leaf von Europa nach Asien

Im Nissan Leaf von Europa nach Asien
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Erst vor kurzem ist mein Testbericht zum Nissan Leaf online gegangen. Hätte ich zum Zeitraum meiner Fahrten mit dem Leaf gewusst, dass man mit diesem von Europa nach Asien kommt, wäre ich den Versuch wahrscheinlich eingegangen. Eher nicht. Aber „Plug In Adventures“ wagt den Selbstversuch und startet mit einem Nissan Leaf bei der Mongol Rally. Bei dieser handelt es sich um eine Rallye über 16.000 Kilometer, mit Start in Großbritannien über die Mongolei bis nach Sibirien.

„Plug In Adventures“ ist eine von Chris Ramsey ins Leben gerufene Initiative, welche ein Zusammenschluss von Abenteurern und Freunden der Elektromobilität, darstellt und 2011 das Licht der Welt erblickte. Seitdem macht er und seine Weggefährten durch ungewöhnlichen Aktionen auf die alternative Antriebstechnik aufmerksam. So fuhren sie beispielsweise im September 2015 innerhalb von nur zwei Tagen von der Nord- zur Südspitze Großbritanniens und wieder zurück. Wir reden hier von immerhin 2.660 Kilometer Strecke, geladen wurde dabei ausschließlich an öffentlich zugänglichen Ladestationen.

Für die Mongol Rally geht man mit einem Nissan Leaf AT-EV (All Terrain Electric Vehicle) an den Start. Hierbei handelt es sich um ein geländetaugliches E-Auto, welches auf dem klassischen Nissan Leaf Acenta mit 30-kWh-Batterie basiert und so eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern pro Ladung bietet. Ein wenig modifiziert wurde das Fahrzeug dann doch noch. Für eine bessere Leistung abseits asphaltierter Straßen ist der Leaf AT-EV auf besonders widerstandsfähigen Rädern und Reifen unterwegs. Geschweißte Platten unter den Querlenkern, geflochtene Bremsleitungen, Schmutzfänger und ein sechs Millimeter starker Aluminium-Wannenschutz geben zusätzliche Sicherheit im rauen Gelände. Auf dem Dach findet sich neben einem Gepäckträger ein leistungsstarker LED-Spotbalken, der Licht in die Dunkelheit bringt.

Auch im inneren des Nissan Leaf wurde Hand angelegt, denn Langenstreckenkomfort ist durchaus erwünscht. Die Mongol Rally wird nicht auf Zeit gefahren, dennoch möchte man natürlich möglichst leicht unterwegs sein. Plug In Adventures hat deshalb in Zusammenarbeit mit den britischen Spezialisten der RML Group die zweite Sitzreihe vollständig entfernt. Dadurch sinkt das Gewicht um 32 Kilogramm. Im Kofferraum sind ein Feuerlöscher und ein Erste-Hilfe-Kit befestigt.

„Die Mongol Rally ist bislang unsere wohl anspruchsvollste Fahrt mit einem Elektroauto, aber wir sind perfekt vorbereitet. Je weiter östlich wir unterwegs sind, desto mehr kämpfen wir nicht nur mit der abnehmenden Zahl von Ladestationen, sondern auch mit schwierigerem Terrain. Die Wahl des Nissan Leaf war eine bewusste Entscheidung. Ich bin mit dem Auto vertraut, es ist zuverlässig und haltbar und wir können in Europa auf ein großes Netz an Schnellladestationen vertrauen.“ – Chris Ramsey.

Ramsey plant regelmäßige Zwischenstopps ein, um den Menschen entlang der Route die Vorzüge von Elektroautos näher zu bringen. Außerdem wird er auf der „What3Words“-Plattform Lademöglichkeiten markieren, damit künftige E-Autofahrer in der Region nicht lange suchen müssen.

Quelle: Nissan – Im Nissan Leaf nach Asien: Elektroauto startet bei der Mongol Rally

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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