Junge Gründerin treibt Wasserstoff-Mobilität in Deutschland voran

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Jürgen Naber / Hylane

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Erst 29 Jahre alt ist Sara Schiffer, dennoch ist die Gründerin und gelernte Wirtschaftsinformatikerin bereits eine der entscheidenden Persönlichkeiten in Deutschland, die die Wasserstoff-Logistik vorantreiben. Sie leitet das Kölner Start-up Hylane, das vom Versicherer DEVK getragen wird und serienmäßige Wasserstoff-LKW auf den Markt bringt. Mit ihrer Arbeit überzeugt Schiffer auch die Fachpresse: Forbes nominierte sie im vergangenen Jahr auf die Liste der „30 unter 30“ für den deutschsprachigen Raum, womit sie für das Magazin zu den vielversprechendsten Personen ihrer Altersgruppe zählt.

Einen großen Meilenstein feierte das Kölner Unternehmen im Dezember, als der erste serienmäßige Wasserstoff-LKW für ein Unternehmen in Stuttgart zugelassen wurde. 43 weitere LKW sollen noch in diesem Jahr folgen, wobei Hylane diese nicht selbst baut, sondern bei vier verschiedenen Herstellern anfertigen lässt – unter anderem bei Hyundai, die nun den ersten Truck übergeben konnten. „Die Zulassung war ein Riesen-Meilenstein für uns. Wir haben zum Beispiel lange im Voraus Kontakt zur Zulassungsstelle gesucht, denn dort hatte man zunächst keine Ahnung, wie man einen Wasserstoff-LKW zulässt“, berichtet Schiffer der Börsen-Zeitung.

Hylane vermietet die Wasserstoff-LKW für mindestens zwei Jahre und 100.000 Kilometer Gesamtlaufleistung. Weitere Kunden seien unter anderem DB Schenker, Henkel und Hermes. Die Idee dafür kam Schiffer laut Börsen-Zeitung bei einem Gespräch mit Schweizer Geschäftsleuten, die dasselbe in ihrer Heimat tun. Ihr Arbeitgeber DEVK, für den sie bereits im dualen Studium tätig war, ließ sich von der Geschäftsidee begeistern. Vermutlich auch, weil Mobilität seit jeher die Wurzeln der Versicherung sind, die ausgeschrieben „Deutsche Eisenbahn-Versicherungskasse“ heißt.

„Wir haben in Deutschland das weltweit beste Förderprogramm und sind im Wasserstoff-Bereich weiter als die meisten Länder. Das wird aus meiner Sicht noch viel zu wenig kommuniziert.“ – Sara Schiffer, Gründerin von Hylane, zur Börsen-Zeitung

Zuletzt erstattete der Bund auf Grundlage der Nationalen Wasserstoffstrategie 80 Prozent der Preisdifferenz von einem Wasserstoff-LKW zu einem mit konventionellem Antrieb durch Fördergelder. Das macht sich Hylane offenbar zunutze, um die Vermietung möglichst schnell wirtschaftlich zu gestalten. Nach 150 vermieteten LKW soll der Break-even-Point erreicht sein – ab da würde das Unternehmen also insgesamt Gewinn machen. Allerdings seien noch nicht alle der 44 LKW vorab vermietet, die in diesem Jahr in den Bestand aufgenommen werden sollen. Überzeugungsarbeit muss offenbar vor allem wegen der noch eher mäßigen Tankstelleninfrastruktur geleistet werden. Schließlich ist Wasserstoff als Antrieb auch für LKW nicht unumstritten.

Auch wenn Schiffer als Quereinsteigerin in die Logistikbranche gekommen ist, geht sie darin offenbar auf: Derzeit nimmt sie LKW-Fahrstunden, erzählt sie.

Quelle: boersen-zeitung.de – „Die Wasserstoff-Pionierin“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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MMM:

Hat der inzwischen eine EU-Zulassung?
Hat Tesla die schon beantragt?

MMM:

Die Förderrichtlinien sind identisch.
Die gibt es nur halt kaum zu kaufen.

Hätte es sie also zu kaufen gegeben, und wären sie gekauft worden, dann hätte der Steuerzahler auch so viel dafür bezahlt wie für die ganzen Teslas (und VWs, Kias, BMWs, Polestars, …)
Aber das ist schon reichlich Konjunktiv.

Ulrich:

Die weiß genau wohin der Zug fährt

Dir ist aber auch klar, dass die Kosten für ein Ticket anteilig auch aus deinem Geldbeutel stammen und du dennoch nicht mit diesem Zug mitfahren darfst.

Wir brauchen tausendfach mehr von dieser Jungen

Kein Thema, wenn diese vielen Tausend Ideen finanzierst.

Damit wir uns nicht missverstehen: Ideen sind immer gut und überaus wichtig, nur ist eine Idee nur dann gut, wenn sie Verbesserungen hervorbringt. Nur weil sie neu ist, ist sie damit nicht automatisch gut oder besser als die bisherigen Zustände.

Spock:

„Wir haben in DE das beste Förderprogramm und sind in der Entwicklung am weitesten“. Das Problem ist eben nur, Förderprogramme laufen aus und die Entwicklung steht am weitesten vor dem Abgrund. Danach geht nur noch das Licht aus. Bin mal gepannt ob man von der Dame noch was hört wenn die Firma nicht mehr am Markt ist.

Sven:

Logisch, weil kaum einer FCEV kauft. 2021 waren es zirka 1000, für 2022 finde ich leider keinen Zahlen.

Jakob Sperling:

Das kommt gut; Tesla hat 2017 verkündet, dass man den Semi ab 2018 kaufen kann. Seit damals kann man auch schon Anzahlungen machen.

Aber es gibt ja jede Menge BEV-LKW von renommierten Herstellern – wenn man nur ein paar wenige Stunden am Tag fahren muss.

Jakob Sperling:

So viel Geld, wie der Steuerzahler für BEV (an Tesla) gezahlt hat, hat er für FCEV noch lange nicht gezahlt.

Jakob Sperling:

„Das wären dann mehr FCEV-Subventionen als die Semi Trucks (BEV) von Tesla kosten würden.“

Wenn es sie gäbe.
Wenn es sie dann mal gibt, werden sie sicher mehr kosten, darauf können Sie Gift nehmen.

Wolfbrecht Gösebert:

„Die weiß genau, wohin der [Subventions-]Zug fährt“

<lach> Nur wird – wie Daniel schon schrieb – der Steuerzahler das nicht mehr lange mitmachen! Spätestens 2030/35 ist der Subventionszug abgefahren und Wasserstoff stirbt im landgebundenen Verkehr an den ggü. BEV überhöhten Kosten!

Dirk:

Wir brauchen tausendfach mehr von dieser Jungen Dame. Die weiß genau wohin der Zug fährt. Schaut euch das mal an:

https://www.energie360.ch/magazin/de/erneuerbare-energien-nutzen/japan-auf-dem-weg-zur-wasserstoffgesellschaft/

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