Großteil deutscher Elektroautos ab 2024 nicht mehr förderfähig

Großteil deutscher Elektroautos ab 2024 nicht mehr förderfähig
Copyright:

shutterstock / 1214543995

Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 2 min

Lange herrschte Ungewissheit, wie es mit dem Umweltbonus – also der Förderung von Elektrofahrzeugen – in Deutschland weitergehen wird. Bekannt ist bereits, dass Hybrid-Fahrzeuge überhaupt keine Prämie mehr erhalten werden. Doch auch die Beschränkung des Kaufpreises ab 2024 auf 45.000 Euro sorgt für Unmut: damit ist der Großteil der Modelle deutscher Hersteller in Zukunft nicht mehr förderfähig. Die Opposition sieht bereits Arbeitsplätze gefährdet.

CSU-Abgeordneter Ulrich Lange hatte die Ampel-Regierung aufgefordert, ihre Pläne für den Umweltbonus ab 2024 offenzulegen. Aus der Antwort geht hervor, dass sich die Änderungen vor allem für deutsche Premium-Hersteller negativ auswirken werden. Bei Mercedes-Benz sinkt die Zahl der förderfähigen Modelle von derzeit 40 auf 7, bei BMW von 47 auf 2 und bei Audi von 13 auf 5. Schon durch den Wegfall der Förderung von Hybrid-Modellen fallen bei den Premium-Herstellern zahlreiche Modelle aus dem Förderregime.

Elektro-Modelle von Hyundai, Kia oder Seat können hingegen weiterhin alle gefördert werden. Ab September nächsten Jahres gibt es die Förderung außerdem auch nur mehr für Privatpersonen. Gerade die deutschen Hersteller sind aber bei Firmenautos beliebt. 78 Prozent der bisher geförderten Fahrzeuge waren bei Mercedes-Benz nicht privat genutzt, bei BMW waren es 66, bei Audi 71 Prozent. CSU-Politiker Lange kritisiert daher, dass „die Ampel mit ihrer Wirtschaftspolitik einseitig Arbeitsplätze in der deutschen Schlüsselindustrie“ gefährde.

Um den deutschen Verkehr klimafit zu machen, will die Ampel-Koalition bis 2030 in Deutschland mindestens 15 Millionen Autos auf den Straßen sehen. Gleichzeitig fallen aber die Kaufprämien für reine E-Autos, Hybrid-Modelle werden gar nicht mehr gefördert, ebenso auf Firmen zugelassene PKW. Damit werden gerade jene Firmen benachteiligt, die mit ihren Flottenumstellungen bisher das Rückgrad der Verkehrswende waren. Wird ab 2024 auch noch die maximale Kaufsumme für die Förderung eingeführt, werden sich wohl auch viele Private den Kauf eines Elektroautos überlegen – sind doch die Kaufpreise immer noch deutlich höher als jene für Verbrenner. Ob so die Verkehrswende gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: ntv – Neue E-Auto-Förderung benachteiligt deutsche Hersteller

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Audi Elektroautos

Audi Betriebsrat: Ohne Invest in Ingolstadt keine Zukunft

Audi Betriebsrat: Ohne Invest in Ingolstadt keine Zukunft

Sebastian Henßler  —  

Bei der Betriebsversammlung in Ingolstadt fordert der Betriebsrat klare Investitionen statt reinem Sparen. Rund 5000 Beschäftigte verfolgen die Veranstaltung.

VW-Konzern stärkt E-Kompetenz mit MEBeco-Fertigung in Győr

VW-Konzern stärkt E-Kompetenz mit MEBeco-Fertigung in Győr

Sebastian Henßler  —  

Audi Hungaria hat in Győr die MEBeco-Serienproduktion gestartet. Der Antrieb der MEB+-Plattform wird als erstes Modell den kompakten Cupra Raval antreiben.

Audi A6 Allroad PHEV: Breitbau statt Einheitskombi

Audi A6 Allroad PHEV: Breitbau statt Einheitskombi

Stefan Grundhoff  —  

Der A6 Allroad bekommt erstmals den Breitbau der RS-Baureihe. Der Plug-in-Hybrid mit 270 kW und bis zu 95 km Elektroreichweite startet im Herbst.

Audi: Drei Krisen, ein Chef, kein Ausweg in Sicht

Audi: Drei Krisen, ein Chef, kein Ausweg in Sicht

Sebastian Henßler  —  

Audis Elektrowerk in China läuft mit fünf Prozent Auslastung, der A4 steckt im Projektstopp – Döllner kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig.

Audi A2 e-tron in finaler Erprobungsphase

Audi A2 e-tron in finaler Erprobungsphase

Michael Neißendorfer  —  

Der Audi A2 e-tron soll im Herbst vorgestellt werden und spult derzeit die letzten Phasen seiner Entwicklung ab.

Wie Audi sein Stammwerk Ingolstadt für den Elektro-A2 umrüstet

Wie Audi sein Stammwerk Ingolstadt für den Elektro-A2 umrüstet

Michael Neißendorfer  —  

Audi entwickelt sein Produktionsnetzwerk weiter: Nicht nur im Stammwerk Ingolstadt werden bald neue Elektro-Modelle gefertigt.

Audi: Plug-in-Hybride boomen, E-Auto-Absatz sinkt

Audi: Plug-in-Hybride boomen, E-Auto-Absatz sinkt

Sebastian Henßler  —  

Audi lieferte in Deutschland 41 Prozent mehr E-Autos – in den USA brach das Volumen um 27 Prozent ein. Zölle und Förderkürzungen zeigen klare Wirkung dort.