Großbritannien steckt Dutzende Millionen in Batterieforschung für Elektroautos

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Während Deutschland immer noch zaudert und zögert und dabei zusieht, wie die Batterie-Zellhersteller aus Asien ihre Vormachtstellung ausbauen, hat Großbritannien die Zukunftschancen dieses Industriezweigs erkannt und will schnellstmöglich eine eigene Zellfertigung für Stromspeicher aufbauen.

Dafür wurde im Oktober 2017 die Faraday Institution gegründet, ein unabhängiges Zentrum für elektrochemische Energiespeicher-Wissenschaft und -Technologie, das Forschung, Ausbildung und Analyse unter einem Dach vereint und das vom Land mit umgerechnet 88 Millionen Euro unterstützt wird. Im Rahmen der Faraday Battery Challenge will die Faraday Institution das Know-how von Universitäten und der Industrie zusammenführen, und das Vereinigte Königreich zu einer führenden Anlaufstelle für Forschung, Entwicklung, Herstellung und Produktion neuer elektrischer Speichertechnologien machen – sowohl für die Automobilindustrie als auch für viele weitere relevante Sektoren wie die Unterhaltungsindustrie.

Die Faraday Institution fördert anwendungsorientierte Grundlagenforschung im Bereich der elektrochemischen Energiespeicherung. Die vielversprechendsten Forschungsergebnisse, die aus der Institution hervorgehen, sollen für den realen Gebrauch weiterentwickelt werden. Im Haus will man neue Materialien entdecken und bahnbrechende technologische Durchbrüche schaffen.

„Dies ist ein entscheidender Moment für die Energiespeicherforschung in Großbritannien. Unser Stiftungsrat wird der Faraday Institution wichtige Orientierungshilfen geben, wenn es um die Herausforderungen für die Batteriebranche in der Automobil- und der erneuerbaren Industrie geht.

Fortschrittliche Batterietechnologie wird Menschen echte Vorteile bringen, zum Beispiel die Fähigkeit, mit einer einzigen Batterieladung von London nach Glasgow zu fahren (knapp 660 Kilometer, Anm. d. Red). Sie wird uns auch helfen, Arbeitsplätze in der Produktion der Zukunft zu schaffen und eine sauberere, grünere Umwelt für zukünftige Generationen zu sichern.“ – Peter B. Littlewood, Vorstandvorsitzender und Gründungsdirektor des Faraday Institute

Die Faraday Institution bringt Wissenschaftler mit Partnern aus der Industrie und der Politik zusammen, mit einem gemeinsamen Ziel: Eine gemeinschaftliche Forschung, um Batteriekosten, -gewicht und -volumen zu reduzieren; um die Leistung und Zuverlässigkeit zu verbessern; um skalierbare Designs zu entwickeln; um die Herstellung zu verbessern; um Strategien für das gesamte Leben vom Abbau der Rohstoffe bis zum Recycling zu entwickeln; und um die Kommerzialisierung zu beschleunigen.

Im Gründungskuratorium der Faraday Institution sitzen zehn namhafte Führungspersönlichkeiten mit umfassender Expertise in Forschung und Entwicklung, Energiespeicherung, dem Energiesektor und der Autoindustrie. Sie bringen vielseitige Perspektiven und Erfahrungen aus Wissenschaft, Industrie und Politik zur Beratung der Faraday Institution ein. Das Ziel ist es, Großbritannien zu einem weltweit führenden Standort für diese immer wichtiger werdende Technologie zu machen.

Quellen: Ecomento.de – Großbritannien investiert 90 Millionen in neues Batterie-Forschungszentrum // Faraday Institution – Pressemeldung vom 26.02.2018

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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