Wie der Landkreis Goslar seine Lieferketten elektrifiziert

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Meist berichten wir von Pilotprojekten von größerem Umfang, die deutschlandweit und/ oder unter Beteiligung bekannter Unternehmen ablaufen. Doch auch die kleinen, alltagsnahen Projekte sind es wert, erwähnt zu werden. Eines davon wurde soeben im Landkreis Goslar gestartet. Die Ausgangsfrage war, wie die Elektromobilität dabei helfen kann, Lieferketten im Landkreis vom landwirtschaftlichen Betrieb bis zum Handel und den Endverbrauchern möglichst nachhaltig und effizient zu gestalten.

In einem aktuellen Projekt der Öko-Modellregion geht der Landkreis Goslar eben dieser Frage nach. Entwickelt werden soll ein praxistaugliches Konzept, das auf reale Begebenheiten im Kreisgebietes zugeschnitten ist und als Blaupause für einen wirtschaftlichen und ökologisch sinnvollen Lieferverkehr genutzt werden kann.

Die fachliche Expertise steuert hierbei eine Bietergemeinschaft bei, die der Landkreis Goslar mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt hat, federführend vertreten durch Julia Maulhardt, Beraterin für Elektromobilität, und ihrem Team von zwei weiteren Berater:innen. Ausgewählte Betriebe der Öko-Modellregion dienen als Ausgangspunkt für das Konzept.

Dieses umfasst unter anderem den Aufbau einer Fahrzeuglogistik auf Basis von Elektrofahrzeugen, berücksichtig werden sollen zudem – soweit möglich – bereits vorhandene Lieferwege der beteiligten Betriebe. Mithilfe eines Routingtools werden diese analysiert und optimiert, um Überschneidungen und sich dadurch ergebende Einsparpotenziale aufzudecken. Die Abstimmung der Routen und die Nutzung der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge soll im Lauf der späteren Umsetzung mithilfe von Apps gesteuert werden.

Gleichzeitig werden die Routen dahingehend untersucht, ob weitere Verkehrsmittel wie beispielsweise Lastenräder oder auch externe Lieferdienste auf den Wegen sinnvoll eingebunden werden können. Um auf spontane Lieferungen und Ausfälle vorbereitet zu sein, ist für eine größere Verlässlichkeit die Entwicklung eines Backup- beziehungsweise Notfallsystems geplant.

Der Abschlussbericht in Form eines praxistauglichen Feinkonzeptes soll im Lauf des zweiten Quartals 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Mithilfe eines Exposés wollen die Verantwortlichen zudem sicherstellen, dass auch Akteurinnen und Akteure beziehungsweise Regionen außerhalb des Landkreises Goslar von den gewonnenen Erkenntnissen profitieren können.

Gefördert wird das Projekt mit gut 38.000 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV). Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der Now GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

Quelle: Landkreis Goslar – Pressemitteilung vom 19.02.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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