„Göttin“ unter Strom: Kommt die DS als Elektroauto zurück?

„Göttin“ unter Strom: Kommt die DS als Elektroauto zurück?
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Ganz unbescheiden „Göttin“ nannte Citroën seine Designikone DS, wenn auch per Chiffre. Denn DS französisch ausgesprochen ergibt „déesse“, auf deutsch: die Göttin. Das ist so ungefähr auch der Status, den die DS in der französischen Automobilgeschichte einnimmt. Und weil die Wiederbelebung von Erfolgsstorys gerade en vogue ist – man denke etwa an die Neue Klasse von BMW –, will nun auch Citroëns Schwestermarke DS eine Legende neu erfinden, zeitgemäß mit Elektroantrieb versteht sich.

Dies verriet DS-Chef Olivier François der britischen AutoExpress, und hatte so viele Details parat, dass man schon von einem fortgeschrittenen Stadium der Überlegungen sprechen kann. „Es gibt ein paar Autos in der Automobilgeschichte, die zu Ikonen geworden sind“, sagte François. Bei Citroën sei dies die DS gewesen: „Sie hatte diesen unglaublich ikonischen Look, ein ikonisches Design, das jeder erkannte, das jeder liebt und an das sich jeder erinnert.“

An dieser „Design-DNA“ wolle sich DS nun orientieren und vor allem die aerodynamisch positiven Elemente der Göttin übernehmen: die lange, tiefe Nase, die vielen harten, langgezogenen Kanten, die niedrige Dachlinie, die sich nach hinten verjüngt. Es bestehe sogar die Möglichkeit, dass DS sich dazu entscheidet, die Hinterräder hinter der Karosserie zu verstecken, um die neue DS so windschlüpfrig wie möglich zu machen – genau wie das Original aus den fünfziger Jahren und wie es z.B. VW vor gut zehn Jahren beim Effizienzchampion XL1 gemacht hat, der als Plug-in-Hybrid mit leerem Akku weniger als zwei Liter Sprit auf 100 km benötigt.

Den passenden Unterbau hätte Konzernmutter Stellantis mit der Elektro-Plattform STLA-Large im Programm, die mehr als 700 Kilometer Reichweite und dank 800-Volt-Auslegung auch besonders schnelles Laden ermöglichen soll. Antriebsseitig soll es möglich sein, den Imagespurt auf 100 km/h mit einer 2 vor dem Komma abzuliefern. Stellantis hat bereits bestätigt, dass STLA-Large mehreren Modellen von Marken wie Jeep, Alfa Romeo und Maserati als Basis dienen wird.

„Bald werde ich sie ihnen zeigen“

Ich nehme all diese Zutaten, um zu sehen, was wir damit machen können“, sagte DS-Chef François. Das ganze werde natürlich seinen Preis haben, sagte der Manager weiter. „Aber DS ist Premium, also ist das völlig in Ordnung“. Preistreibend könnte auch die Idee sein, die neue DS auch mit einer Neuinterpretation des hydropneumatischen Federungssystems der alten DS auszustatten, um sie per Knopfdruck höher- oder tieferzulegen. „Ich liebe die Idee der hydraulischen Aufhängung immer noch“, sagte François, und verwies auf den ganz pragmatischen Vorteil des Systems, „das Auto höherzulegen, um das Einsteigen zu erleichtern. Ich meine, die Leute lieben jetzt SUVs dafür“.

Die DS sollte groß, teuer und erstaunlich sein“, sagte François. „Jeder wird verliebt sein. Wir können sinnliche, kurvige, extrem inspirierende Autos bauen, die sehr aerodynamisch und sehr französisch sind – und die Kunst des Reisens verkörpern“. Und er fügte hinzu: „Bald werde ich sie ihnen zeigen“.

Der Zeitrahmen jedenfalls scheint zu passen: Stellantis hat bereits acht neue Modelle auf der STLA-Large-Plattform für die Jahre zwischen 2024 und 2026 versprochen. AutoExpress vermutet auf Basis von François’ Aussagen, dass das Konzept einer Elektro-DS innerhalb der kommenden zwölf Monate gezeigt werden könnte. Das wiederum würde mit einem passenden Jubiläum zusammenfallen: Denn der 70. Jahrestag des Debüts der ursprünglichen DS 19 fällt auf 2025.

Quelle: AutoExpress – Ooh la la: new DS flagship to get inspiration from world’s coolest car

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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