German Car of the Year 2024 von E-Autos dominiert

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German Car of the Year

Stefan Grundhoff
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Die Klassensieger der Preisverleihung German Car of the Year – GCOTY 2024 – stehen fest und die Fahrzeuge könnten bunter kaum sein. Erstmals kommt mit dem MG4 ein Klassensieger aus China und abgesehen vom Porsche 911 T ist jeder Sieger elektrisch.

MG4 Electric verweist ID.3 in seine Schranken

Bei der Wahl zum Auto des Jahres 2024 in Deutschland gab es einige große Überraschungen und mit dem MG4 Electric kam erstmals ein Sieger aus China. In der Einstiegsklasse der Klein- und Kompaktwagen bis 35.000 Euro setzte sich der elektrische MG4 gegen die starke Konkurrenz aus Europa durch. Einmal mehr ein Beweis, wie sehr MG unter den SAIC-Eigenmarken besonders in Europa auf dem Vormarsch ist. Gerade der 4,28 Meter lange MG4 ist ein großer Wurf für die SAIC-Tochter, denn das kompakte Elektroauto muss sich hinter einem erwarteten Volumenfahrzeug mit Stecker wie dem VW ID.3 nicht verstecken. Neben dem Standardmodell mit seinem 150 kW / 204 PS starken Hinterradantrieb bringen die Chinesen nunmehr die 320 kW / 435 PS starke Sportversion des MG4 Xpower auf den Markt, dem die internationale Konkurrenz aktuell kaum etwas entgegenzuhalten hat.

VW ID.7 setzt sich bei Premiumfahrzeugen durch

In der Klasse der Premiumfahrzeuge bis 70.000 Euro setzte sich bei den deutschen Fachjournalisten der neue VW ID.7 durch; das elektrische Pendant zum VW Passat. Die 4,96 Meter lange Mittelklasselimousine basiert ebenfalls auf dem modularen Elektrobaukasten und ist mit Batteriegrößen von 77 und 85 kWh zu bekommen. Erwartetes Volumenmodell dürfte die Version mit einem 210 kW / 286 PS starken Hinterradantrieb werden. Darüber rangiert der 250 kW / 340 PS starke Allradler. Das große Akkupaket sorgt für eine maximale Reichweite von 700 Kilometern, bevor mit 170 bis 200 Kilowatt nachgeladen werden kann.

Kia EV9 als Sieger der Ober- / Luxusklasse

In der Ober- / Luxusklasse gibt es beim German Car of the Year des Jahres 2024 einen Überraschungssieger, der ähnlich wie der VW ID.7 erst Ende des Jahres auf den Markt kommt. Der Kia EV9 ist ein rund fünf Meter langer Elektro-SUV, den außerhalb der Premiumliga derzeit kaum ein anderer Hersteller bietet. Dabei bietet zum Preis von rund 80.000 Euro kaum ein Crossover derzeit mehr Auto und mehr Ausstattung fürs Geld.

Mit seinem EV6 hatte Kia ein imposantes Elektroauto hingelegt, das selbst in der Klasse der Premiummarken für viel Aufsehen sorgt. Jetzt klettert Kia mit seinem neuen EV9 weiter nach oben. Das Leistungsspektrum liegt zwischen 250 und zunächst über 400 PS, wobei die Elektromotoren von einem knapp 100 kWh großen Batteriepaket gespeist werden. Nachgeladen wird mit schneller 800-Volt-Technik und im Innenraum gibt es für den Elektro-SUV, der mit Hinterrad- oder Allradantrieb zu bekommen ist, Platz für sechs oder sieben Personen und allen nur erdenklichen Komfort.

Auf der gleichen Konzernplattform ist der Hyundai Ioniq 6 unterwegs, der die GCOTY-Klasse der Fahrzeuge mit alternativem Antrieb für sich entscheiden konnte. Der direkte Konkurrent des VW ID.7 setzt mit seinen Akkupaketen von 53 und 77 kWh insbesondere auf Design und Aerodynamik. Die Topversion mit zwei E-Maschinen und der großen Batterie hat 239 kW / 325 PS, ein Drehmoment von 605 Newtonmetern und knackt die 100-kmh-Marke aus dem Stand nach 5,1 Sekunden. Design und Serienausstattung sind in dieser oberen Mittelklasse ebenfalls bemerkenswert.

Nur ein Verbrenner unter German Car of the Year 2024-Sieger

Unter den fünf Klassensiegern der Wahl zum Auto des Jahres 2024 konnte sich letztlich nur ein Verbrenner durchsetzen – und der brüllt aus Zuffenhausen um die Welt. Der Porsche 911 Carrera T gewann hier vor dem starken Bayern-Spaßmacher BMW M2. Der Porsche 911 T ist das besonders puristische Basismodell der Baureihe 992 mit einem Leergewicht von unter 1,5 Tonnen, Hinterradantrieb und Handschaltung – so etwas wird es nicht mehr lange geben und ist wohl die letzte Bastion gegen die übermächtigen Elektromodelle der kommenden Jahre.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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