Fryte Mobility zeigt ersten E-Lkw-Ladevorgang mit automatisierter Reservierung

Fryte Mobility zeigt ersten E-Lkw-Ladevorgang mit automatisierter Reservierung
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Fryte / Hubject

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Gemeinsam mit seinen Partnern Bosch Road Services und Hubject hat das Münchner Startup Fryte Mobility auf der diesjährigen Intercharge Network Conference (icnc25) einen wichtigen Schritt für den elektrifizierten Straßengüterverkehr präsentiert: den ersten vollautomatisierten Reservierungsvorgang eines Ladepunkts für Elektro-Lkw nach dem OCPI-Standard – direkt aus einer Routenplanung heraus.

Mit der vorgestellten Lösung will Fryte Mobility den Grundstein legen für eine planbare und zuverlässige Elektrifizierung der Logistik. Während die Ladeinfrastruktur bislang vor allem auf den Personenverkehr ausgerichtet war, stellt der Straßengüterverkehr deutlich höhere Anforderungen: größere Energiemengen, leistungsstärkere Ladeprozesse sowie strenge Rahmenbedingungen durch Zeitdruck, enge Lieferfenster und gesetzliche Lenkzeiten.

Für Flottenbetreiber und Transportunternehmen bedeutet die Möglichkeit, Ladevorgänge im Voraus zu reservieren, dass Elektro-Lkw auch in eng getakteten Fahrplänen zuverlässig eingeplant werden können. Gleichzeitig profitieren Ladeinfrastruktur-Betreiber – sowohl im öffentlichen Bereich als auch beim Depotladen – von einer besseren Auslastungssteuerung ihrer Ladepunkte. Die Reservierungsfunktion wirkt sich damit nicht nur positiv auf operative Prozesse aus, sondern eröffnet auch neue Zukunftsthemen wie das „private“ Ladesäulen-Sharing in Depots, um individuelle Ladenetzwerke aufzubauen.

Die Einführung von Reservierungsfunktionen stellt hohe Anforderungen an die Integration und Interoperabilität. Damit E-Lkw zuverlässig in den Betrieb eingebunden werden können, müssen Touren- und Ladeplanung, Transportmanagementsysteme (TMS), Energiemanagementsysteme (EMS) sowie Charge Point Management Systeme (CPMS) reibungslos zusammenspielen. Voraussetzung dafür ist die Dialogfähigkeit zwischen TMS und CPMS, wobei die Kommunikation im CPMS über den neuen OCPI-Standard 2.3 erfolgt. Für Ladeinfrastruktur-Betreiber besteht zudem die Herausforderung, Kalendermanagement und Energiemanagement intelligent zu verknüpfen. Nur durch dieses enge Zusammenspiel lässt sich der Energiebedarf präzise sichern und der Einsatz von Elektro-Lkw nachhaltig skalieren.

Die Basis für diese Zusammenarbeit bildet das modulare Cloud-Ökosystem von Fryte, das zentrale Bausteine wie Kalender, Routenplanung, Kommunikation, Reservierung und Monitoring bündelt – sowohl für Ladeinfrastruktur-Betreiber (CPOs) als auch für Flottenbetreiber und Logistiker (EMPs). Fryte ist der laut eigener Aussage erste Akteur, der diese Interoperabilität konsequent nach dem OCPI-Standard umgesetzt hat.

Beim auf der icnc25 demonstrierten Reservierungsvorgang übernahm Hubject die Rolle des Roaming Hubs und Bosch Road Services fungierte als Booking Service Provider für CPOs, während Fryte das Integrationsmodul für die Anbindung der TMS-Systeme von EMPs bereitstellte. Für die spezifischen Anforderungen der Logistik konnte Fryte zudem auf die Partnerschaften mit Juna und Fiege Logistik zurückgreifen: Fiege Logistik nahm in der Rolle als Betreiber von Ladesäulen und Depots die Perspektive eines privaten CPOs ein, während Juna als Full Service E-Lkw Anbieter und Experte für E-Logistik sein Praxiswissen beisteuerte.

„Interoperabilität ist entscheidend“

„Die Ladesäulen-Reservierung löst zwei zentrale Herausforderungen. Richtig umgesetzt, schafft sie Sicherheit im Betrieb der E-Trucks für Flottenbetreiber und zum anderen eine gesicherte und bekannte Auslastung der Ladeinfrastruktur für Betreiber. Interoperabilität ist entscheidend, um die automatisierte Buchung direkt aus dem Transportmanagement zu ermöglichen“, kommentiert Maximilian Zähringer, CEO von Fryte.

Hartmut Entrup, Director Energy Solutions bei Fiege Logistik, bestätigt diese Einschätzung: „Wir bauen alle relevanten Fiege-Logistikstandorte zu Energieökosystemen aus. Daher ist für uns die Optimierung der Energieströme und -kosten eine der wichtigsten Aufgaben. Zu wissen, wann unsere Lkw und die der Subunternehmen an den Standorten laden, ist entscheidend. Ein digitalisierter Reservierung-Prozess liefert daher für uns die relevanten Informationen für unsere Optimierung und gibt unseren Partnern die Sicherheit ihre E-Lkw an unseren Depots nachladen zu können.“

Thomas Ertel, CTO von Juna Technologies, ergänzt: „Wir arbeiten bereits heute mit Fryte bei Ladestopp-Planung und POI-Daten über direkte Schnittstellen zusammen. Die direkte Reservierungsmöglichkeit aus unseren Systemen über diese Schnittstellen ist der nächste logische und wichtige Schritt.“

Quelle: Fryte – Pressemitteilung vom 03.09.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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