Breites Bündnis fordert Warngeräusch für alle Elektrofahrzeuge

Breites Bündnis fordert Warngeräusch für alle Elektrofahrzeuge
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Michael Neißendorfer
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Anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit am 15. Juni 2019 haben sich auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) sieben Verbände und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie unter dem Motto „Elektrisch fahren tut hörbar gut!“ den sofortigen Einbau eines künstlichen Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektroautos.

Zum Bündnis gehören der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die Bundesvereinigung Lebenshilfe, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, der Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.), der Sozialverband Deutschland (SoVD) und der Sozialverband VdK Deutschland.

Die lautlosen Elektrofahrzeuge stellen für Fußgänger und Radfahrer eine Unfallgefahr dar, die größer sei als bei herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ab Juli 2021 müssen deshalb alle neu zugelassenen Hybrid- und Elektrofahrzeuge ein Warngeräusch von sich geben. Die dafür benötigte Technik nennt sich „Acoustic Vehicle Alerting System“, kurz AVAS.

Das Problem: Jedes Fahrzeug, das bereits ohne AVAS auf den Straßen fährt oder in den kommenden zwei Jahren auf die Straßen kommt, wird dauerhaft lautlos fahren und so zu einem gefährlichen Mischverkehr aus hörbaren und lautlosen Autos beitragen. Gefährdet seien nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen – auch für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, Kinder, Fahrradfahrer, ältere und unaufmerksame Verkehrsteilnehmende besteht ein Sicherheitsrisiko. Das Bündnis appelliert deshalb an alle Käufer und Besitzer von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, diese bereits jetzt mit einem AVAS auszustatten.

Die Kooperationspartner über ihr Engagement für mehr Sicherheit

Auch Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, werden durch ein künstliches Motorengeräusch an Sicherheit gewinnen“, sagt Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC). „Beim Radfahren spielt der Sehsinn die wichtigste Rolle, doch er richtet sich vor allem nach vorn. Wenn Elektrofahrzeuge außerhalb des Blickfelds akustisch wahrnehmbar sind, können Rad fahrende früher auf sie aufmerksam werden und reagieren.“

„Die Lebenshilfe freut sich über die positiven Effekte von Elektromobilität. Aber für Kinder und Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen – und dazu zählen auch Menschen mit einer geistigen Behinderung – ist es geradezu lebenswichtig, dass Gefahren im Straßenverkehr hörbar bleiben.“ – Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.

Wir danken unseren Kooperationspartnern, die uns beim Kampf für mehr Sicherheit auf den Straßen unterstützen“, sagt Klaus Hahn, Präsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV). Die Breite des Bündnisses mache deutlich, dass das Hören auf Geräusche für alle Verkehrsteilnehmer wichtig sei und die Gefahr durch geräuschlose Fahrzeuge nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen betrifft.

Quelle: DBSV – Pressemitteilung vom 13.06.2019

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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