Ford baut Batterien mit LG und KOC in der Türkei

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Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Gerade musste Ford die Produktion des F-150 Lightning wegen Problemen mit der Batterie unterbrechen, ein ähnliches Szenario sahen wir letztes Jahr bei der Produktion des VW ID.Buzz. Immer mehr Hersteller gehen daher dazu über, die benötigten Batterien selbst herzustellen und die Lieferkette damit besser zu überwachen. Auch Ford hat nun ein Memorandum of Understanding (MoU) mit LG und der türkischen KOC Holding unterzeichnet, um seine Batterien für den europäischen Markt zukünftig in Ankara selbst zu produzieren.

Das gemeinsame Werk soll ab 2026 jährlich 25 Gigawattstunden Batteriezellen liefern – mit Aussicht auf bis zu 45 Gigawattstunden. Damit wäre es eines der größten Batteriezellwerke auf dem Kontinent. LG liefert aktuell Batterien für Ford Europe aus dem Werk in Polen. Mit einem Joint Venture mit LG und der KOC Holding hätte Ford die Fäden selbst in der Hand. „Wir setzen unser Verständnis um, Batterien in der selben Region zu produzieren wie die Elektroautos„, erklärt Lisa Drake, Ford Vizepräsidentin für die Industrialisierung der Elektromobilität. Über die geplanten Investitionskosten oder die verwendete Materialzusammensetzung der Zellen wurde noch nichts bekanntgegeben. Ford hat aber bereits angekündigt, zukünftig auch auf LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) in seinen Elektrofahrzeugen zu setzen.

In Nordamerika baut Ford aktuell zehn neue Produktionsstätten, davon zwei mit eigener Batteriefertigung. In Europa hat man hingegen eher negative Schlagzeilen geschrieben – mit der Ankündigung, in den europäischen Werken Stellen abbauen zu wollen. LG ist mit Kooperationen mit Autoherstellern bereits vertraut: Mit General Motors hat man das gemeinsame Unternehmen Ultium gegründet, das in Nordamerika vier Batteriewerke plant oder bereits baut. Darüber hinaus betreibt LG weltweit weitere sechs Zellproduktionen mit einer Gesamtkapazität von 200 Gigawattstunden. Die Geschäftsbeziehung mit Ford sei ein weiteres Bekenntnis zur Zusammenführung von entsprechendem Know How, erklärt Youngsoo Kwon, CEO von LG Energy Solutions.

Das neue Werk ist dringend notwendig: 2026 will Ford jährlich zwei Millionen Elektroautos bauen. An der Nachfrage wird es wohl nicht scheitern – die aktuell drei vollelektrischen Modelle Mustang Mach-E, E-Transit und F-150 Lightning finden in den USA und in Europa reißenden Absatz.

Quelle: teslarati.com – Ford announces new battery production facility JV with LG

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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