Ford senkt Investitionen für Batterieproduktion in Michigan

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Ford hat mit dem US-Bundesstaat Michigan eine neue Vereinbarung getroffen, die dem Unternehmen mehr Zeit für Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in einem Elektroauto-Batteriewerk in Marshall einräumt. Ursprünglich sollte das Projekt bis März 2027 abgeschlossen sein, doch nun wurde die Frist um ein Jahr verlängert. Gleichzeitig kann Ford bereits staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen, bevor Arbeitsplätze geschaffen werden, solange bestimmte Investitionsziele erreicht werden.

Laut Vertrag muss Ford jedoch umgerechnet 4,3 Millionen Euro an den Generalunternehmer Walbridge zahlen, bevor Gelder vom Bundesstaat abgerufen werden können. Diese Bedingungen sind in einem 56-seitigen Vertrag zwischen Ford und der Michigan Economic Development Corporation (MEDC) festgelegt, der Mitte Januar unterzeichnet wurde. Die Vereinbarung kommt fast zwei Jahre nach der Ankündigung des Projekts zustande, als viele Autobauer noch große Summen in die Elektrifizierung investierten.

Ford plant nun, bis 2028 umgerechnet 2,4 Milliarden Euro in das Werk zu investieren und 1700 Arbeitsplätze zu schaffen. Ursprünglich war eine Investition von 3,3 Milliarden Euro vorgesehen, verbunden mit 2500 neuen Stellen. Doch aufgrund einer schwächeren Nachfrage nach Elektroautos wurde das Vorhaben verkleinert. Infolgedessen wurde das ursprünglich geplante Förderpaket ebenfalls angepasst. Im Juli hatte der Michigan Strategic Fund die Förderung bereits um mehr als die Hälfte gekürzt, allerdings waren damals noch keine verbindlichen Verträge unterzeichnet.

Ford plant Produktionsstart im Jahr 2026

Die Produktion im Werk in Marshall soll laut Ford im Jahr 2026 starten. Genauere Angaben zur geplanten Produktionskapazität machte das Unternehmen nicht. Die Anpassungen des Projekts spiegeln eine Unsicherheit in der Branche wider. Die nicht wie erwartet hochlaufende Elektroauto-Nachfrage führt dazu, dass auch andere geplante Werke in Michigan ins Stocken geraten. Die Entwicklung des Werks in Marshall ist dabei Teil eines größeren politischen Plans, um Michigan als Standort für Zukunftstechnologien zu sichern.

Im Rahmen der neuen Vereinbarung wurde eine ursprünglich zugesagte staatliche Förderung gekürzt. Diese ist weiterhin an Investitionen gebunden und nicht direkt an die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze. Falls Ford seine Zusagen bis 2028 nicht erfüllt, müsste ein Teil der Mittel zurückgezahlt werden. Zudem gibt es eine Rückstellung von 23 Millionen Euro, die Ford erhalten kann, falls das Unternehmen mehr als 1700 Arbeitsplätze schafft und die Investitionssumme von 2,4 Milliarden Euro übertrifft. Die Pläne sehen vor, dass die Zellproduktion in einem 1,2 Millionen Quadratmeter großen Gebäude stattfindet. Zudem soll eine 606.000 Quadratmeter große Anlage für die Montage der Batteriepacks errichtet werden.

Parallel dazu hat General Motors (GM) kürzlich entschieden, seine Beteiligung an einem Batteriewerk in Lansing, das gemeinsam mit LG Energy betrieben wird, zu verkaufen. Zudem verzögert sich der Umbau des Orion Assembly Werks, in dem künftig Elektroautos produziert werden sollen, bereits zum zweiten Mal. Der Start der Produktion ist nun für Mitte 2026 geplant. Derzeit arbeiten rund 400 Vollzeitkräfte in der Batteriemontage, darunter GM-Angestellte und Vertragspartner.

Der Bundesstaat hatte GM und dem Joint Venture Ultium Cells insgesamt 638 Millionen Euro an Fördermitteln für diese Projekte zugesagt. Angesichts der Veränderungen in GMs Strategie wird die MEDC die Fördervereinbarung erneut verhandeln.

Quelle: Automotive News – Ford granted extension for Michigan EV battery plant

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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