Flächendeckendes E-Ladenetz in Baden-Württemberg

Flächendeckendes E-Ladenetz in Baden-Württemberg
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1161321922

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Kurz vor Jahresende, am 29.12.2017, wurde die Förderbekanntmachung „Flächendeckendes Sicherheitsladenetz für Elektrofahrzeuge (SAFE)“ veröffentlicht. Diese setzt sich zum Ziel, dass von jeder Stelle in Baden-Württemberg in rund 10 Kilometer Entfernung eine Lademöglichkeit zu erreichen sei. Hiermit möchte man unterstreichen, dass die verbreitete Reichweitenangst bei Elektroautos unbegründet ist, so Verkehrsminister Winfried Hermann, der den Startschuss gegeben hat.

Hermann sieht in einem flächendeckenden Grundnetz eine vertrauensbildende Maßnahme für die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität. Dabei bietet das Netz nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern kommt auch einer psychologischen Bedeutung zu Gute. Dennoch sollte man nicht vergessen, bereits heute sind E-Autos, bei alltäglichen Fahrten praktikabel. Denn beim ganz überwiegenden Teil der alltäglichen Einsatzzwecke liege die benötigte Tagesfahrleistung unter 50 Kilometern.

Die Sorge an einem Ort ohne Lademöglichkeiten zu landen ist dennoch vorhanden und sorgt dementsprechend immer wieder für Diskussionen. Daher ist der flächendeckende Ansatz eine sinnvolle und kurzfristig nutzbare Ergänzung der Bemühungen der Automobilindustrie und des Bundes, die oft nur auf die Fernstreckentauglichkeit der Elektromobilität zielen.

„Mit dem flächendeckenden Grundnetz an E-Lademöglichkeiten setzen wir ein Zeichen, dass nicht nur die Alltagsmobilität auf gewohnten Wegen mit E-Fahrzeugen, sondern auch weitere und ungeplante Fahrtzwecke problemlos möglich sind – made in Baden-Württemberg.“ – Winfried Hermann, Verkehrsminister

Die Förderbekanntmachung wird zum Anlass genommen, um ein Konsortium zu finden, welches mit möglichst geringem Förderbedarf des Landes die erwünschte Flächendeckung im 10 Kilometer-Raster aufbaut und deren Betrieb für mindestens 6 Jahre sicherstellt. Hierfür sieht man rund 400 bis 450 Ladestandorte als erforderlich an. Wobei klar ist, dass sämtliche Lademöglichkeiten frei zugänglich sind, da ansonsten der 10 Kilometer-Raster nicht sinnvoll umgesetzt werden kann. Dies wird erreicht, indem sie den Anforderungen der Ladesäulenverordnung genügen. Dies bedeute zum Beispiel, dass der europaweite Steckerstandard, 24 Stunden öffentliche Zugänglichkeit und eine barrierefreie „Ad-Hoc“ Zahlmöglichkeit gewährleistet werde.

Bereits vorhandene Ladestandorte, die der Ladesäulenverordnung entsprechen, werden sicherlich in das Konzept eingebracht. Neben der Tatsache, dass so nicht nur erstmals ein flächendeckendes, sondern auch ein wirklich verlässliches und einheitliches E-Ladenetz ist ein absoluter Pluspunkt. Diese Verlässlichkeit und Einheitlichkeit sei bei den in den letzten Jahren durch verschiedenste Initiativen entstandenen Lademöglichkeiten bisher nicht durchgängig gesichert. Nach den Vorgaben der Förderbekanntmachung solle dieses E-Ladenetz im März 2019 in Betrieb gehen.

Das Projekt werde in enger Zusammenarbeit mit der Landesagentur e-mobil BW durchgeführt. Es ist Teil der „Landesinitiative Elektromobilität III – Marktwachstum Elektromobilität BW“ und somit auch ein wesentlicher Baustein des Strategiedialogs Automobilwirtschaft der Landesregierung.

Quelle: Baden-Württemberg – Land sorgt für flächendeckendes E-Ladenetz in Baden-Württemberg

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

„Überall brennt gerade die Hütte“: Autoindustrie steuert auf harte Tarifrunde zu

Tobias Stahl  —  

Kurz vor Beginn der Tarifrunde hat IG Metall 175.000 Beschäftigte mobilisiert. IG-Metall-Chefin Benner wirft den Auto-Vorständen strategisches Versagen vor.

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Autoländer warnen vor „irreversiblen Schäden“ für die Automobilindustrie

Daniel Krenzer  —  

Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen fordern mehr Schutz für die Automobilindustrie, günstigeren Ladestrom und flexiblere CO₂-Vorgaben.

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

T&E: Chinesische und US-Hersteller könnten ein Viertel des europäischen E-Lkw-Markts erobern

Tobias Stahl  —  

Europäische Hersteller könnten bis 2030 rund ein Viertel des hiesigen Markts für schwere E-Lkw an Hersteller aus China und den USA verlieren, warnt T&E.

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

350.000 Zuliefererjobs in Europa bis 2030 gefährdet

Sebastian Henßler  —  

Der VDA erwartet bis 2035 den Verlust von 125.000 weiteren Autojobs in Deutschland und verweist auf hohe Energiekosten sowie fehlende Reformen.

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

USA: Öffnet Trump die Tür für chinesische Hersteller?

Tobias Stahl  —  

Kurz vor einem geplanten Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping sorgt US-Präsident Trump mit überraschender Offenheit für Kritik aus Reihen der US-Hersteller.

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Nachhaltiger Verkehr als Schlüssel für Afrikas Wohlstand

Michael Neißendorfer  —  

Expertinnen und Experten von 50 Organisationen aus Afrika gestalten Strategien für ein zukunftsfähiges Verkehrssystem.

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Studie: Management-Arroganz treibt Niedergang der Autobranche

Michael Neißendorfer  —  

In Bezug auf die Aussichten der deutschen Automobilindustrie geben sich mehr als 500 Manager alles in allem recht pessimistisch.