Faraday Future kooperiert bei Akkukühlung mit Mivolt

Faraday Future kooperiert bei Akkukühlung mit Mivolt
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Faraday Future

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das Elektroauto-Start-up Faraday Future (FF) aus den USA ist eine Partnerschaft mit dem britischen Unternehmen Mivolt eingegangen. Mivolt, ein Weltmarktführer in seinem Bereich, der bekannte Unternehmen wie Siemens, ABB, Boeing, CERN und NASA beliefert, werde FF mit fortschrittlichen dielektrischen (elektrisch nicht leitenden) Kühlmittelmaterialien ausstatten, die in das bestehende patentierte Onboard-Kühlsystem von FF integriert werden sollen. So sollen die Batteriezellen in ein vollständig untergetauchtes Batteriekühlsystem eingebettet werden.

FF und Mivolt haben kürzlich bereits bei „Going Further“ zusammengearbeitet, einem gemeinsamen Live-Webcast, der sich eingehend mit der E-Auto-Batterietechnologie unter Verwendung von Tauchkühlung befasste. Experten beider Unternehmen – darunter Nicolas Bel, Senior Lead Thermal Engineer bei FF – erläuterten die Vorteile des FF-Tauchkühlsystems mit Mivolt-Flüssigkeiten als dielektrischem Kühlmittel.

 

Der Akku von FF gilt als ein Schlüsselsystem der VPA (Variable Platform Architecture), das außergewöhnliche Fahrzeugfähigkeiten wie Reichweiten von mehr als 600 Kilometern und ein Beschleunigungsvermögen von gut 2,4 Sekunden bis Tempo 100 ermöglicht. Die VPA von FF ermöglicht es dem FF 91 auch, per Schnellladung mit umgerechnet einer Reichweite von 800 Kilometern pro Stunde geladen zu werden. Diese Zahlen erfordern ein ausgeklügeltes System, um diese Leistung auch sicher und effizient liefern zu können. Und ein solches System ist direkt mit dem Wärmemanagement des Akkus verbunden.

„Wir freuen uns sehr, die Gelegenheit zu haben, mit Mivolt zusammenzuarbeiten, einem bewährten Weltmarktführer für Tauchkühlflüssigkeiten. Bei FF arbeiten wir mit führenden Technologiepartnern zusammen, um unsere technologischen Innovationen voranzutreiben. Und Mivolt eilt ebenfalls der Ruf innovativer Produkte und überlegenen technischen Wissens voraus.“ – Bob Kruse, Senior Vice President für Produktausführung und Fahrzeugtechnik bei Faraday Future

FF untersuchte zahlreiche verschiedene Kühlmethoden, als die VPA entworfen wurde. Nach einer umfassenden Bewertung entwickelte das FF-Team eine einzigartige Lösung: ein vollständig untergetauchtes System. Im Jahr 2015 war FF Pionier eines patentierten Kühlschemas, bei dem alle wichtigen Batteriekomponenten in Kühlmittel getaucht werden.

Die Batteriezellen zeigen ihre beste Leistung bei Temperaturen um 20 Grad Celsius und neigen dazu, heiß zu werden, wenn sie Energie abgeben oder speichern. Daher wird das Kühlschema zu einem entscheidenden Bestandteil, um Spitzenleistungen während der Nutzungsdauer des Fahrzeugs sicherzustellen. Das gewählte Kühlmittel von FF ist eine nicht leitende Flüssigkeit mit „hervorragenden thermischen Eigenschaften“, so der Hersteller, die es dem gesamten Akkupaket ermögliche, über alle ihre Komponenten hinweg eine gleichmäßige Temperatur zu haben. Mit dem Kühlmittel, das jeden Hohlraum innerhalb des Akkus umgibt, erreiche FF jederzeit stabile Temperaturen, sodass der Akku besser auf die hohen Anforderungen des Fahrzeugs reagieren kann.

Das Kühlsystem eliminiere auch das potenzielle Korrosionsrisiko, da alle elektrischen Komponenten und ihre Verbindungen in die Flüssigkeit eingetaucht sind. FF-Ingenieure reduzierten zudem den Abstand zwischen den Zellen und erhöhten so die Gesamtenergiedichte der Packung, da das Kühlmittel auch in Millimeterentfernungen frei fließen kann. Außerdem bietet es einen natürlichen Dämpfungseffekt in Bezug auf Komponentenvibrationen. Die im FF 91 verwendete Technologie verfüge zudem über ein innovatives Design beim Kühlmittelfluss, mit dem jede Zelle einzeln gekühlt werden kann.

Quelle: FF – Pressemitteilung vom 02.12.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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