Evergrande setzt auf deutsche Unterstützung bei E-Mobilitätsoffensive

Evergrande setzt auf deutsche Unterstützung bei E-Mobilitätsoffensive
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockvektornummer: 671323303

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Erst im Juni hat Evergrande die massive Investition von 23 Milliarden Dollar in die Produktion von einer Millionen Elektroautos und 500 GWh Batterien pro Jahr bekannt gegeben. Alleine wird man dies nicht schaffen und holt sich hierfür entsprechende Partner mit an Bord, unter anderem aus Deutschland.

Der Paderborner Zulieferer Benteler und der Entwicklungsdienstleister FEV aus Aachen gehören jetzt zu den Partnern. Durch die Partnerschaft habe sich Evergrande das „geistige Eigentum der Weltklasse-3.0-Chassis-Architektur“ von Benteler . Dies soll dabei helfen den Forschungs- und Entwicklungs-Zyklus um mehr als drei Jahre zu verkürzen, gegenüber fünf Jahren, die im Allgemeinen für die Entwicklung eines Autos üblich sind. Die auf Evergrande übertragene Chassis-Architektur 3.0 gilt als die weltweit modernste Chassis-Struktur für reine Elektrofahrzeuge.

Bei der „new energy auto chassis architecture 3.0“, von der die chinesischen Medien schreiben, handle es sich um eine geplante, aber noch nicht umgesetzte Weiterentwicklung auf Basis des „Electric Drive System 2.0“.

Welche Rolle die Partnerschaft mit der FEV Group spielt steht noch nicht fest. Festhalten lässt sich, dass FEV als Entwicklungsdienstleister in mehr als 40 Ländern aktiv und ursprünglich mit der Entwicklung von Verbrennungsmotoren groß geworden ist. Nach und nach hat man sich aber immer mehr mit neuen Antriebstechnologien beschäftigt und Kompetenzen auf die Gesamtfahrzeugentwicklung und auch den Karosseriebau erweitert.

Kurz zur Historie der E-Offensive von Evergrande: Mitte Januar 2019 schien Evergrande ein wenig Kleingeld über zu haben und tätigte die nächste Investition in ein Elektroauto-Start-Up. Evergrande hat zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit an NEVS, dem vollelektrischen Nachfolger von SAAB übernommen. Des Weiteren ist man Anfang Februar bei Cenat New Energy eingestiegen. Dort peilt Evergrande an die jährliche Produktionskapazitäten in den nächsten zehn Jahren auf 60 GWh zu steigern. Den Einstieg bei Cenat New Energy habe man beschlossen, da man die gesamte Wertschöpfungskette des E-Autos in der Hand haben möchte.

Nach und nach scheinen sich sämtliche Investitionen in ein gemeinsames Bild zu fügen. Denn nach dem Erwerb großer Anteile an diesen Unternehmen für Elektrofahrzeuge behauptet Evergrande, “Schlüsseltechnologien in diesem Sektor erworben zu haben” und plant nun, die eigene Produktion von Elektrofahrzeugen in China mit großem Erfolg aufzunehmen.

Gasgoo – Evergrande attains intellectual property of chassis architecture 3.0 from BENTELER, FEV

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Streit im ADAC: Technologieoffenheit findet keine Mehrheit

Streit im ADAC: Technologieoffenheit findet keine Mehrheit

Daniel Krenzer  —  

Alles auf Elektromobilität oder neutrale Haltung zu allen Antriebsformen? Im größten deutschen Automobilclub gibt es einen Richtungsstreit.

Lyten plant 1000 Jobs auf Northvolt-Gelände bei Heide

Lyten plant 1000 Jobs auf Northvolt-Gelände bei Heide

Sebastian Henßler  —  

Das US-Unternehmen Lyten will auf dem Northvolt-Gelände bei Heide rund 1000 Jobs schaffen und 2028 die Produktion mit grüner Energie starten.

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Warum Europas Hersteller beim E-Auto bleiben müssen

Sebastian Henßler  —  

Stellantis, Honda, GM und Ford verbuchen Milliardenverluste bei Elektroautos. Ein Rückzug wäre laut Experten trotzdem die deutlich schlechtere Option.

Ionity-CEO kritisiert Politik und VDA: „Verwirrende Signale“

Ionity-CEO kritisiert Politik und VDA: „Verwirrende Signale“

Laura Horst  —  

Der Ionity-Chef kritisiert den Bundeskanzler und den VDA dafür, dass sie Verbraucher bezüglich E-Autos verunsichern, und fordert von der Politik klare Aussagen.

EU-Politik könnte Europa bei E-Autos zum Nachzügler degradieren

EU-Politik könnte Europa bei E-Autos zum Nachzügler degradieren

Michael Neißendorfer  —  

Eine Datenauswertung zeigt: Die Politik der EU mit wieder mehr Spielraum bei Verbrennern würde Europa bei E-Autos weltweit zurückwerfen.

Zulieferbranche: Wer auf Verbrenner setzt, verspielt Wachstumschancen

Zulieferbranche: Wer auf Verbrenner setzt, verspielt Wachstumschancen

Michael Neißendorfer  —  

Eine Studie zeigt: Die Nachfrage nach Automobilkomponenten steigt – hauptsächlich in Bereichen der Elektromobilität.

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Roland Berger: China entwickelt E-Autos 30 Prozent schneller

Sebastian Henßler  —  

33 statt 49 Monate für ein neues Auto: Roland Berger zeigt, wie groß Chinas Entwicklungsvorsprung gegenüber den europäischen Herstellern wirklich ausfällt.