Viele Autohersteller auf CO2-Kurs, VW-Konzern schwächelt

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Michael Neißendorfer
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Der International Council of Clean Transportation (ICCT) hat die aktuellen Elektroauto-Zulassungszahlen mit den CO2-Vorgaben der EU abgeglichen. Der durchschnittliche Anteil von Elektroautos an den gesamten Neuzulassungen in Europa stieg zuletzt auf knapp über 20 Prozent, im Jahresmittel der ersten drei Quartale sind es 17 Prozent. Der ICCT hat für seine Analyse die einzelnen Herstellerpools betrachtet, mit denen mehrere Marken ihre E-Auto-Verkäufe bündeln, im Zeitraum von Januar bis September 2025. Marken mit hohem E-Auto-Anteil können ihre Überkompensation an andere Marken mit geringerem E-Anteil verkaufen, zu Preisen, die geringer sind als die Strafzahlungen an die EU. Für reine E-Auto-Hersteller wie Tesla bedeutet das ein milliardenschweres Zusatzeinkommen.

Dem ICCT zufolge führt beim E-Auto-Anteil der erst vor kurzem eingegangene Herstellerpool von Nissan mit BYD mit einem E-Auto-Verkaufsanteil von 26 Prozent, gefolgt vom BMW-Pool mit 25 Prozent und dem Pool um Mercedes, Volvo, Polestar und Smart mit 24 Prozent. Dahinter folgen die Pools von Kia (20 Prozent), Hyundai (18 Prozent) und dem Volkswagen-Konzern (18 Prozent). Unter dem Durchschnittswert liegen der Pool Tesla-Stellantis-Toyota mit 14 Prozent, SAIC mit 13 Prozent und der Renault-Pool mit 12 Prozent.

Maßgeblich für die Berechnungen der EU sind die CO2-Emissionen der Herstellerpools, diese lagen in den ersten drei Quartalen des Jahres bei durchschnittlich 99 g CO2/km. Die Herstellerpools liegen somit noch 7 g CO2/km vom durchschnittlichen Zielwert von 92 g CO2/km für den Zeitraum 2025 bis 2027 entfernt.

Bereits auf Kurs sind Nissan-BYD mit einem Wert von 82 g CO2/km sowie der BMW-Pool mit 91 g CO2/km. Mercedes, Volvo, Polestar und Smart liegen mit 92 Prozent ebenfalls gut im Rennen, während der Volkswagen-Pool mit aktuell 104 g CO2/km den größten Aufholbedarf hat.

ICCT

Betrachtet man einzelne Automarken, so wiesen Tesla und BYD die größte Übererfüllung mit 91 bzw. 82 g CO2/km unter ihren prognostizierten durchschnittlichen Markenzielwerten für 2025 bis 2027 auf, gefolgt von Volvo, das bereits 30 g CO2/km unter seinem Zielwert liegt. Cupra und Mini sind jeweils mit 15 g CO2/km im Plus. Nissan (30 g CO2/km darüber), Mazda und Seat (beide 25 g CO2/km darüber) und Audi (23 g CO2/km darüber) weisen derzeit die größten Ziellücken auf.

Quelle: ICCT – Pressemitteilung vom 29.10.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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