Europäische Autobauer fordern mehr Anreize für E-Autos

Europäische Autobauer fordern mehr Anreize für E-Autos
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Citroën

Daniel Krenzer
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Die Europäische Union hat sich eindeutig für eine elektromobile Zukunft des Autoverkehrs ausgesprochen. Bislang kaufen aber noch zu wenige Menschen Elektroautos, als dass sich der politisch erzwungene Wandel der Automobilbauer für viele davon wirtschaftlich wirklich rechnen würde. Der europäische Herstellerverband Acea fordert deshalb nun, dass die Politik mehr Anreize schaffen solle, um Elektroautos für die Europäer reizvoller zu machen. Darüber berichtet Next Mobility.

Demnach fordert der Acea eine „Ausweitung von Kaufanreizen, Beschaffungsprogrammen und Steuervorteilen für Verbraucher und Unternehmen“ und wendet sich mit diesen Forderungen an das europäische Parlament sowie die EU-Kommission mit deren deutschen Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU). Verbandspräsident Präsident Luca de Meo, der zudem Chef des französischen Autobauers Renault ist, sagt, dass Politik und Industrie enger zusammenarbeiten müssten, um eine breite Palette klimafreundlicher Fahrzeuge – zudem für jeden Geldbeutel – zur Verfügung stellen zu können.

Hilfe für kleine, günstige E-Autos

Dabei müsse es auch den europäischen Automobilbauern ermöglicht werden, erschwingliche kleinere Elektroautos in europäischen Ländern zu produzieren. Derzeit werden solche Fahrzeuge vorrangig im Ausland, vor allem in China, produziert. An der Strategie hin zu einer Dekarbonisierung des mobilen Individualverkehrs will der Verband aber keinesfalls rütteln. So heißt es im nun veröffentlichten Papier: „Die Zukunft unseres Planeten steht auf dem Spiel.“ Laut Verbandsangaben arbeiten in Europa derzeit etwa 13 Millionen Menschen direkt oder indirekt in der Automobilindustrie, sie mache sieben Prozent des gesamten europäischen Bruttoinlandsprodukts aus.

Vor allem aus dem „Autoland“ Deutschland wurden zuletzt wieder Stimmen lauter, weg von der reinen Elektro-Strategie zu gehen und technologieoffen auch Biokraftstoffe und E-Fuels in die Planungen mitaufzunehmen – auch um die deutsche Autoindustrie nicht zu gefährden. Das forderte zuletzt auch die Union aus CDU und CSU. Biokraftstoffe sind zuletzt aber wegen des mitunter hohen Palmölanteils und der damit einhergehenden Abholzung des Regenwaldes in Verruf geraten, und wie jemals genug CO2-neutrale E-Fuels für den automobilen Verkehr übrig bleiben sollen, wenn zunächst einmal die elektrisch deutlich schwieriger abbildbaren Felder Schiff- und Luftverkehr abgedeckt werden sollen, ist ebenfalls fraglich.

Quelle: Next Mobility – „Acea: Europäische Autoindustrie fordert mehr Anreize für Kauf von E-Autos“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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