Eon und MAN weihen erste Ladestandorte für Elektro-Lkw ein

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 4 min

Die Ladeinfrastruktur für batterie-elektrische Lkw ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Antriebstransformation im Güterverkehr“, sagt Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender MAN Truck & Bus. „MAN stellt auf der IAA Transportation CO2-freie Trucks mit einem umfangreichen Anwendungsportfolio vor. Damit unsere Kunden sie für ihr Geschäft nutzen können, brauchen sie Lademöglichkeiten, die öffentlich zugänglich sind und darüber hinaus auch an Depots, Be- oder Entladeorten oder Betriebshöfen zur Verfügung stehen“. MAN unternehme „vielfältige Anstrengungen“, um den nötigen Aufbau von Ladeparks und Ladestationen zügig voranzubringen.

Jüngstes Beispiel ist die Kooperation von MAN mit dem Energieversorger Eon bzw. dessen Tochterunternehmen Eon Drive Infrastructure. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge in Deutschland und Europa einen großen Schritt voranbringen. Im Rahmen ihrer Kooperation wollen der Energiekonzern und der Nutzfahrzeughersteller europaweit rund 170 Standorte mit circa 400 Ladepunkten für das öffentliche Laden von Elektro-Lkw aufbauen.

Eon und MAN investieren in die neuen Ladestandorte, die entlang des bestehenden MAN-Servicenetzes entstehen und an denen auch Nutzfahrzeuge anderer Hersteller öffentlich laden können. Allein in Deutschland sind rund 125 Standorte geplant. Damit entstehe eines der bislang größten flächendeckenden, öffentliche Ladenetze für schwere Nutzfahrzeuge in Deutschland. Weitere Standorte wollen Eon und MAN in Österreich, Großbritannien, Dänemark, Italien, Polen, Tschechien und Ungarn errichten.

Wie ernst es die beiden Partner mit der Umsetzung meinen, zeigt die Tatsache, dass bereits wenige Monate nach der Ankündigung der erste Ladestandort in Betrieb genommen wurde. An der MAN Serviceniederlassung in Berlin-Wildau stehen nun zwei Ladepunkte für öffentliches Laden von E-Lkw zur Verfügung. In den nächsten Wochen folge die Inbetriebnahme von zwei weiteren Standorten in Karlsfeld, nahe dem MAN Unternehmenssitz in München, mit insgesamt vier Ladepunkten sowie in Fürstenwalde mit zwei Ladepunkten.

Laden mit bis zu 400 kW und perspektivisch im Megawatt-Bereich

An allen Ladepunkten werde man mit bis zu 400 kW laden können. Das Layout der Standorte werde speziell für das Laden von elektrischen Nutzfahrzeugen ausgelegt: Dazu gehört unter anderem eine Durchfahrtsmöglichkeit durch die Ladebucht, so dass die Elektro-Lkw nicht rangieren müssen. Bis Ende 2025 ist geplant, dass 80 Standorte mit öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur ausgestattet sind.

Ein weiteres Leuchtturm-Projekt hat MAN Ende August gemeinsamen mit seinem langjährigen Partner FC Bayern München vorgestellt. An der Allianz Arena in München sollen Hochleistungs- und Megawattladepunkte in drei geplanten Ausbaustufen entstehen. Insgesamt seien an dem attraktiven Standort direkt an einem wichtigen und viel befahrenen Autobahnkreuz 30 Ladepunkte vorgesehen. Damit können täglich bis zu 500 elektrische Busse und Lkw geladen werden.

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So könnte der Ladepark an der Allianz Arena einmal aussehen / Visualisierung: MAN

Hintergrund für dieses Ladepark-Projekt: Große Fußballstadien wie die Allianz Arena verfügen aufgrund ihres hohen Strombedarfes für Flutlicht, den gastronomischen Betrieb und weitere Verbraucher über ein sehr leistungsstarkes Stromnetz, das allerdings nur an Spieltagen voll genutzt wird. Das sind ideale Voraussetzungen für die Errichtung eines Nutzfahrzeugladeparks.

Die ersten Ladeparks für batterie-elektrische Nutzfahrzeuge hat Milence bereits eröffnet, viele weitere sind in Planung. Das Gemeinschaftsunternehmen des MAN Mutter-Unternehmens Traton Group im Verbund mit Daimler Truck und der Volvo Group will bis 2027 in Europa 1700 öffentliche Ladestationen mit hoher Kapazität bauen und betreiben.

Die öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw ist enorm wichtig für einen flächendeckenden Einsatz. Beim Hochlauf der Elektromobilität im Lkw-Bereich werden aber auch Ladepunkte gebraucht, die bei den Kunden von MAN oder bei deren Kunden entstehen. Bei planbaren, regelmäßig wiederkehrenden Routen, oder bei Fahrzeugen, die nach der Schicht immer im gleichen Depot stehen, ist die Investition in eigene Ladesäulen sinnvoll, um langfristig Kosten zu sparen. MAN Transport Solutions plant mit den Kunden die Ausgestaltung der Ladeinfrastruktur und entwickelt eine für jeden Betrieb geeignete Strategie zur Energieversorgung. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit den Partnern Heliox (Siemens), SBRS (Shell) und ABB.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 20.09.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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