EnBW bündelt Elektromobilitäts-Aktivitäten in eigenständiger Gesellschaft

EnBW bündelt Elektromobilitäts-Aktivitäten in eigenständiger Gesellschaft
Copyright:

EnBW

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Energieversorger EnBW stellt die Weichen für das weitere Wachstum seines Geschäftsbereichs Elektromobilität und bündelt hierfür seine operativen und strategischen Aktivitäten in einer eigenständigen Gesellschaft: der EnBW mobility+ AG & Co. KG (EnBW mobility+). „In dieser Aufstellung werden wir noch schneller und flexibler und können uns noch konsequenter an den Bedürfnissen von Partnern und Kunden orientieren – beste Voraussetzungen für das ambitionierte Wachstum, das wir anstreben“, erklärt Timo Sillober, Chief Sales & Operations Officer von EnBW. In den kommenden Jahren plant das Unternehmen, jährlich bis zu 100 Millionen Euro in den Ausbau der Elektromobilität zu investieren.

EnBW mobility+ wird als 100-prozentiges Tochterunternehmen der EnBW ihre operativen Tätigkeiten zum 1. Januar 2021 aufnehmen und bündelt sowohl die Aktivitäten für die Ladeinfrastruktur (CPO) als auch die Elektromobilitätsangebote (EMP). Sie wird vom bisherigen Führungsteam des Bereichs Elektromobilität bei der EnBW geleitet: Cathrin Lind (Vice President Operations), Rolf Kniprath (Vice President Technology & Planning), Volker Rimpler (Vice President Construction & Rollout), Lars Walch (Vice President Strategy & Sales) und Nils Straube (Vice President EMP & Digital Solutions).

EnBW habe frühzeitig die Chancen erkannt, die sich aus der aktiven Gestaltung der Energiewende ergeben, teilt das Unternehmen mit. Dazu gehört insbesondere die nachhaltige Mobilität als wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Bei der Elektromobilität setzt EnBW zwei strategische Schwerpunkte: digitale Lösungen für ein einfaches Ladeerlebnis sowie der Ausbau der Schnellladeinfrastruktur sowohl in Deutschland als auch international. Bereits heute betreibt das Unternehmen das größte Schnellladenetz in Deutschland und Österreich und hat sich auch als Elektromobilitätsanbieter eine Spitzenposition erarbeitet: EnBW wurde wiederholt als „bester Elektromobilitätsanbieter Deutschlands“ (connect 7/2020 und 12/2020) ausgezeichnet.

Mehr Flexibilität und Schlagkraft in einem dynamischen Marktumfeld

Eine eigenständige Gesellschaft ermöglicht dem Unternehmen ein flexibles und agiles Vorgehen im hoch dynamischen Elektromobilitätsmarkt. Die EnBW mobility+ sei optimal aufgestellt, um ihre führende Position als Ladeinfrastrukturbetreiberin und Elektromobilitätsanbieterin weiter auszubauen, teilt EnBW mit. So möchte sie bereits im kommenden Jahr die Anzahl ihrer Schnellladestandorte deutschlandweit mehr als verdoppeln und auf 1000 erhöhen. Davon befinden sich aktuell 200 Standorte bereits im Bau. E-Autofahrern stehen dann allein von EnBW bundesweit rund 3000 Schnellladepunkte zur Verfügung.

Dafür nimmt EnBW im Schnitt täglich einen Schnellladestandort mit durchschnittlich drei bis vier Schnellladepunkten in Betrieb und hat allein in den letzten drei Monaten deutschlandweit fünf große Ladeparks eröffnet – darunter der Flagship-Ladepark in Rutesheim sowie Ladeparks an der Raststätte Werratal oder in der Stuttgarter Innenstadt. Dabei arbeitet das Unternehmen eng mit Partnern aus dem Handel, dem Tankstellen- und dem Raststättenbetrieb sowie aus anderen Branchen zusammen. Dieses Tempo möchte EnBW mit seiner neu gegründeten Tochter beibehalten und das eigene Schnellladenetz bis 2025 auf eine Größe ausbauen, die mit jener großer Tankstellenbetreiber vergleichbar ist.

Die neue Gesellschaft soll zudem die sukzessive Internationalisierung im Bereich Elektromobilität vorantreiben. Bereits im August 2020 hat EnBW drei weitere Länder an sein EnBW mobility+ Angebot angebunden. Seitdem laden E-Autofahrer nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in Frankreich, Italien und den Niederlanden flächendeckend an insgesamt mehr als 100.000 Ladepunkten zum überall gleichen Preis – auch an zahlreichen Ladepunkten anderer Betreiber.

Im Bereich Ausbau der Schnellladeinfrastruktur ist mit dem Gemeinschaftsunternehmen Smatrics EnBW in diesem Jahr die erste länderübergreifende Kooperation gestartet. Das Joint Venture betreibt unter der Konsortialführung von EnBW das größte Schnellladenetz Österreichs und werde sich dort mit Nachdruck für dessen weiteren Ausbau engagieren. „Für bestehende und zukünftige Partner und potenzielle Investoren aus dem In- und Ausland bedeutet die Gründung der neuen Gesellschaft ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Zukunftssicherheit“, erklärt Timo Sillober.

Quelle: EnBW – Pressemitteilung vom 14.12.2020

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

BYD-Megawattladen: Debatte um Bedarf in Deutschland

BYD-Megawattladen: Debatte um Bedarf in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Reicht ein Netz aus 300 bis 400 Kilowatt starken Ladepunkten, oder braucht der Massenmarkt künftig Megawatt-Laden für Elektroautos in Deutschland?

Dieses E-Auto erzeugt mehr Strom, als es zum Fahren braucht

Dieses E-Auto erzeugt mehr Strom, als es zum Fahren braucht

Michael Neißendorfer  —  

Kann ein Elektroauto mehr Energie erzeugen, als es während des alltäglichen Fahrens verbraucht? Das „Ja“ bei diesem mit BMW entwickelten Prototyp ist eindeutig.

ISE-Forscher: Netzausbau wichtiger als Megawatt-Laden

ISE-Forscher: Netzausbau wichtiger als Megawatt-Laden

Sebastian Henßler  —  

Fraunhofer-Forscher Andreas Hensel ordnet aktuelle Megawatt-Ankündigungen als Marketinginstrument ein, denn der eigentliche Engpass liegt beim Netz selbst.

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

Daniel Krenzer  —  

Beim Laden eines E-Autos können bis zu 24 Prozent Energie verloren gehen. Der ADAC zeigt, wie sich Ladeverluste mit fünf einfachen Tipps verringern lassen.

E-Autos als Stromspeicher: EU-Kommission schlägt V2G-Pflicht vor

E-Autos als Stromspeicher: EU-Kommission schlägt V2G-Pflicht vor

Tobias Stahl  —  

Die EU-Kommission will Europa zum „ersten elektrifizierten Kontinent“ machen. Elektroautos sollen dabei eine zentrale Rolle als Energiespeicher einnehmen.

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Warum Strom in Deutschland so teuer ist

Sebastian Henßler  —  

Deutschland zahlt laut IEA-Bericht den höchsten Strompreis für Haushalte weltweit, Kapitalkosten spielen dabei eine größere Rolle als oft angenommen.

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Tibber-Studie: E-Auto-Laden mit Solarstrom lohnt sich

Sebastian Henßler  —  

Eine Tibber-Auswertung zeigt, dass automatisiertes Solarladen PV-Haushalten mit E-Auto im Schnitt 171 Euro Ersparnis pro Jahr bringt.