Ist Elon Musk zu rechts für Teslas Kundschaft?

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Maria Glaser
Maria Glaser
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Spätestens seit der Übernahme der Social-Media-Plattform Twitter vor zwei Jahren, die nun als X bekannt ist, ist Elon Musk endgültig in den öffentlichen Diskurs des Politischen eingetreten und wurde dafür nicht nur mit positiver Kritik versehen. Als polarisierend und sogar rechtspolitisch wurde sein öffentliches Auftreten wahrgenommen.

In einem Artikel der New York Times (NYT), der Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde, wurde über einen möglichen Zusammenhang von Elon Musks Politik und den letzten Absatzeinbrüchen bei Tesla spekuliert. Außerdem führte die US-amerikanische Zeitung dazu online eine Umfrage durch.

Links und liberal: Die Zielgruppe Teslas

Kaum trennbar sind Elon Musk als CEO und seine Automarke Tesla im öffentlichen Diskurs. Genau deshalb ist es so interessant, sich die Wahrnehmung seiner Person und seiner Meinung genauer anzusehen, die einem großen Teil der Tesla-Endkund:innen grundsätzlich entgegen zu stehen scheint.

Mit den ausschließlich elektrisch betriebenen Fahrzeugen von Tesla richte sich die Automarke, so die NYT, vor allem an liberale und linksgerichtete Kund:innen, vor allem in den USA. Seine rechtslastigen Äußerungen sowie sein „Image als unberechenbarer, impulsiver Manager“, wie es die NYT bezeichnet, können dabei problematisch aufgenommen werden. Die potenziellen Kund:innen, die Musk damit im links-liberalen Lager verprellt hat, dürften kaum durch konservativere Kundschaft ausgeglichen worden sein, da diese weniger Interesse an Elektroautos zeigten.

Rückläufige Zahlen bei Tesla

Das Unternehmen meldete, dass seine weltweiten Verkäufe im zweiten Quartal zurückgegangen seien. In vielen Ländern verlor das einst führende Unternehmen für E-Autos Marktanteile. Um 4,8 Prozent fiel der Absatz gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres waren die Verkäufe um 8,5 Prozent gesunken.

Elon Musk polarisiert, und kaum eine Person ist streitbarer als er. Obwohl sich das Ausmaß der Auswirkungen nicht genau bestimmen lässt, sehen viele Personen zumindest einen Zusammenhang von Musks Image zu den gesunkenen Verkaufszahlen:

„Es gibt Leute, die auf ihn schwören und Leute, die auf ihn schimpfen. Es steht außer Frage, dass einige seiner Äußerungen für einige Leute eine echte Abfuhr sind. Für eine Teilmenge reicht das aus, um eine andere Marke zu kaufen.“ – Ben Rose, Präsident von Battle Road Research

Teslas guter Ruf nimmt ab und das Unternehmen verliert an Beliebtheit, das zeigt auch das Ergebnis der Umfrage Axios Harris Poll. Bei dem 100 Reputation Ranking werden Personen nach ihrer Meinung zu Marken befragt. Im Jahr 2024 landete Tesla auf Platz 63, nachdem es 2021 noch auf Platz acht lag.

Doch nicht nur Musks Person beeinflusst die Zahlen von Tesla, auch an anderen Themen muss das US-Unternehmen arbeiten. Der Umsatz des Unternehmens ist stark abhängig von den Modellen Model Y und Model 3, die seit Jahren nicht mehr grundlegend aktualisiert worden sind. Zudem ist die Konkurrenz stärker und erschwinglicher geworden, beispielsweise BYD in China, BMW oder Volkswagen in Europa sowie Ford oder General Motors in den USA.

Meinungsbild der NYT-Leser:innen

Nach Angaben der NYT hätten mehr als 7500 Personen auf den Fragebogen geantwortet. Kritisiert wurde der Tesla-Chef dabei beispielsweise für seine Massenentlassungen bei Twitter direkt im Anschluss an die Übernahme sowie für die Nähe zu vielen konservativen Persönlichkeiten, wie dem ehemaligen Präsidenten Donald J. Trump. Außerdem wurde Musk in der Umfrage vorgeworfen, Rassismus in Fabriken von Tesla oder von Nutzer:innen auf X zu tolerieren. Teslas Ruf hat bei den Leser:innen der Zeitung unter dem Rechtsruck seines CEO gelitten.

Musk selbst hat einen derartigen Zusammenhang abgestritten: „Wir machen die besten Autos. Ob Sie mich hassen, mögen oder gleichgültig sind, wollen Sie das beste Auto oder nicht das beste Auto?“

Der Tesla-CEO hat jedoch nach wie vor viele Befürworter:innen, auch unter den Befragten der NYT. „Ich bin erwachsen genug, um diese Bedenken von meiner Wahl der Konsumgüter zu trennen“, schreibt einer der Leser. Ein anderer sagt: „Er ist auch eine kauzige Persönlichkeit, aber ich heirate ihn nicht, ich kaufe Autos von einem Unternehmen, das er brillant führt.“

In der Tat scheinen die Alternativen beschränkt, denn auch andere Automobilunternehmen sind inzwischen in moralischen Verruf geraten. Der Abgasskandal bei Volkswagen, der Antisemitismus von Henry Ford oder fehlerhafte Zündschalter mit mehr als 100 Todesfällen bei General Motors – auch andere große Marken haben in der Vergangenheit viel Vertrauen verloren.

Quelle: New York Times – Elon Musk’s Politics May Be Pushing Some Buyers Away From Tesla

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Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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