Elektro-Lkw Volta Zero: Der sicherste Lkw auf unseren Straßen?

Elektro-Lkw Volta Zero: Der sicherste Lkw auf unseren Straßen?
Copyright:

Volta Trucks

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Das schwedische Nutzfahrzeug-Start-up Volta Trucks hat einen speziell auf den innerstädtischen Verteilerverkehr zugeschnittenen 16-Tonner vorgestellt. Das Volta Zero genannte Fahrzeug soll mit einer Batterieladung und einer Nutzlast von bis zu 8,6 Tonnen 150 bis 200 Kilometer weit kommen, bei einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 90 km/h. Der Laderaum mit einem Volumen von gut 38 Kubikmetern soll bis zu 16 Euro-Paletten aufnehmen können, ein Kühlkoffer ist ebenfalls angedacht.

Vor allem in Sachen Sicherheit soll der Volta Zero herkömmlichen Lkw deutlich überlegen sein. Dank einem besonders niedrig montierten und großflächig verglasten Fahrerhaus etwa hat der mittig positionierte Fahrer, der auf Augenhöhe mit Fußgängern und Fahrradfahrern sitzt, eine gute Übersicht über das Verkehrsgeschehen nach vorne und seitlich des Trucks, die laut Hersteller bei einer direkten 220 Grad Rundumsicht liegen soll. Statt Seitenspiegeln sollen Kameras einen besseren Überblick nach hinten geben und eine 360-Grad-Vogelperspektive des gut 9,5 Meter langen, 2,5 Meter breiten und 3,5 Meter hohen Lkw und seines Umfelds ermöglichen. Ein Totwinkelwarner soll zuverlässig Objekte seitlich des Zero wie Fußgänger und Fahrradfahrer erkennen. Hinzu kommen eine aktive Lenkhilfe, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Rückfahrassistent sowie eine Spurhalte- und Spurwechselhilfe.

„Die Sicherheit ist aus einem einfachen Grund das Herzstück der Marke Volta. In London beispielsweise hängen 23 Prozent der tödlichen Unfälle von Fußgängern und 58 Prozent der Todesfälle von Radfahrern mit einem Lkw zusammen, obwohl die große Lastwagen nur vier Prozent der Straßenkilometer ausmachen. Das ist eindeutig inakzeptabel und muss sich ändern. Der Volta Zero denkt das Nutzfahrzeug völlig neu und stellt die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer in den Vordergrund.“ – Carl-Magnus Norden, Gründer von Volta Trucks

Den ersten Prototypen habe Volta Trucks bereits aufgebaut. Für Testläufe ab Anfang des kommenden Jahres, für die eine Pilotflotte von zwölf Fahrzeugen geplant ist, hat das Unternehmen bereits namhafte Partner gewinnen können: Neben dem skandinavischen Paketdienstleister Bring and Posten will auch der britische Paketzusteller DPD den Volta Zero ausprobieren. DPD wolle den Volta Zero in der einfahrt-beschränkten Ultra-Low-Emission-Zone in der Londoner Innenstadt testen.

Die Serienproduktion des Zero soll ab 2022 mit zunächst 500 Stück pro Jahr beginnen. Ab 2025 will Voltra Trucks bereits 5000 seiner Elektro-Lkw herstellen. Verkaufen will Voltra Trucks den Zero allerdings nicht. Das Unternehmen plant stattdessen ein Mietmodell mit fixen monatlichen Raten.

Quelle: Volta Trucks – Pressemitteilung vom 03.09.2020

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektro-Lkw

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Brennerachse: E-Lkw laden jetzt mit bis zu 1000 kW

Sebastian Henßler  —  

An der Brennerautobahn entsteht neue Ladeinfrastruktur für E-Lkw. In Vahrn laden E-Trucks mit bis zu 1000 kW und nutzen dabei reguläre Fahrpausen effizient.

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Europcar ergänzt seine Flotte um elektrische Transporter

Sebastian Henßler  —  

E-Transporter gewinnen im Lieferverkehr an Bedeutung. Europcar setzt auf flexible Mietmodelle, um Unternehmen den Einstieg zu erleichtern.

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Warum der Umstieg auf E-Transporter mit Beratung besser gelingt

Sebastian Henßler  —  

Diesel oder Elektro im Transporter? Experte Matthias Born erklärt, wie Strompreise, PV und Einsatzprofile die Wirtschaftlichkeit im Alltag verändern.

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

IG Metall warnt vor schnellem Markteintritt chinesischer Lkw-Hersteller

Tobias Stahl  —  

Chinesische Lkw-Hersteller drängen schneller nach Europa als erwartet – nun warnt die IG Metall vor erheblichen Folgen für Arbeitsmarkt und Wertschöpfung.

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Wo die Elektrifizierung von Lkw finanziell scheitert

Sebastian Henßler  —  

E-Lkw sind verfügbar, doch im Alltag vieler Flotten wird der Betrieb teurer als geplant. Ladepreise und Auslastung entscheiden über Wirtschaftlichkeit.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Mercedes startet Kleinserie mit Flüssigwasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw

Michael Neißendorfer  —  

Nach dem erfolgreichen Entwicklungs- und Testprogramm mit Prototypen überführt Mercedes-Benz den Wasserstoff-Lkw NextGenH2 nun in eine Kleinserie.