Wie Electric Runner mit Tesla-Abos erfolgreich sein will

Wie Electric Runner mit Tesla-Abos erfolgreich sein will
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Vor allem im Premiumsegment verzeichnete die Elektromobilität zuletzt, allen Krisen zum Trotz, überdurchschnittliche Wachstumsraten. So verkaufte beispielsweise BMW im vergangenen Jahr mehr als 370.000 Elektroautos, was 15 Prozent des Gesamtabsatzes entspricht. Für das neue Jahr haben sich die Münchner vorgenommen, den Anteil der Elektroautos auf 20 Prozent zu steigern. Auch die Zahlen anderer Hersteller deuten darauf hin, dass die Elektromobilität vor allem im Premiumsegment kontinuierlich wächst.

Da Kundinnen und Kunden bei vielen Modellen jedoch nicht nur mit recht hohen Preisen sondern zum Teil auch langen Lieferzeiten rechnen müssen, erfreuen sich Abo-Modelle wachsender Beliebtheit. Diese ermöglichen den schnellen Zugriff auf das Wunschmodell innerhalb weniger Tage und zum planbaren monatlichen Festpreis.

Ein deutsches Startup, das von diesem Trend profitiert, ist Electric Runner. Der Tesla-only Auto-Abo Anbieter ist seit 2021 aktiv, die stetig wachsende Flotte umfasse bereits mehr als 300 Fahrzeuge, wie das Unternehmen EAN gegenüber mitteilte. Der gewünschte Tesla könne innerhalb von 5 bis 14 Tagen bereitgestellt werden. Das Tesla Model 3 gibt es im Abo für Privatpersonen aktuell ab 839 Euro Monatsrate, das Model Y ist ab 889 Euro zu haben. Der Fokus auf eine Marke ermögliche es, auf Kundenfragen meist ohne vorherige Rücksprache eingehen zu können, zumal die Belegschaft selbst viel Erfahrung mit E-Autos von Tesla habe und meist direkt im Gespräch alle Fragen beantworten sowie Bedenken nehmen könne.

Wirtschaftlich sowie aus Umweltgesichtspunkten interessant ist, dass Electric Runner auch „Refurbished“ Fahrzeuge zu günstigeren Monatsraten anbietet, also aufbereitete Gebrauchtwagen. Dabei achte der Anbieter darauf, dass die Fahrzeuge nicht nur optisch, sondern auch technisch in einem sehr guten Zustand sind. Beliebt sei auch das Kurzzeit-Abo von sechs Monaten, das besonders interessant sei für Menschen, die in puncto Elektromobilität noch skeptisch sind. Sie können so ein halbes Jahr lang testen, wie gut sie ihre typischen Routen mit einem Elektroauto meistern können.

Der junge süddeutsche Anbieter von E-Auto-Abos stellte Ende des vergangenen Jahres seine erweiterte Kundenplattform vor. Dort können sowohl Privatkunden als auch Unternehmen ein E-Auto-Abo komplett digital abschließen, unter zusätzlichen Bezahloptionen auswählen sowie sämtliche Parameter des Auto-Abos online einsehen und verwalten. Mit seinen nun komplett digitalisierten Bestell- und Abrechnungsprozessen bereitet sich das Startup jetzt darauf vor, sein Angebot an Tesla-Abos in Deutschland zu vergrößern und dieses auch international auf noch mehr Ländermärkte auszurollen.

Der Fahrzeugpool bestehe aus einem eigenen Tesla-Fuhrpark und werde um Rückläufer ergänzt, deren Verfügbarkeit gut terminiert werden könne. Electric Runner betont, dass entsprechend nur die Fahrzeuge angeboten werden, die tatsächlich geliefert werden können. Soll die Flotte aufgestockt werden, bestellt der Abo-Anbieter Neufahrzeuge stets in größeren Mengen und nimmt sie erst dann ins Angebot auf, wenn diese wirklich vor Ort sind. Für Interessenten gebe es aber auch die Option, Fahrzeuge vorzumerken.

Electric Runner bietet „Tesla-as-a-Service“

Privatleute oder Entscheider in Unternehmen wollen, sobald sie sich für ein Angebot entschieden haben, möglichst ‚kurzen Prozess‘ machen. Nichts eignet sich dafür besser als ein durchgängig digitales Angebot wie unsere Online-Plattform“, erklärt Philipp Kinnemann, COO bei Electric Runner. Die Vision hinter Electric Runner basiert auf dem Motto „Tesla-as-a-Service“, womit Privat- und Gewerbekunden ein unkomplizierter Zugang zu ihrem Wunsch-Tesla ermöglicht werden soll. Die Gründer sind davon überzeugt, dass sich das Kauf- und Nutzungsverhalten von Autofahrern in den kommenden Jahren weiter zu „weniger Besitz“ und hin zu „mehr Full-Service“ ändern wird.

Electric Runner teilte EAN mit, dass das Service-Angebot noch weiter ausgebaut werden soll, so dass sich Kunden in Zukunft um nichts mehr kümmern müssen. Reifenwechsel, Reifenkauf, Versicherung, Schadensabwicklung – all dies will der Anbieter übernehmen und wo es geht digital managen. Zukünftig soll das Abo-Angebot auch mit weiteren Add-ons erweitert werden, etwa Details wie andere Fußmatten oder auch Angebote wie eine Wallbox im Abo. Wichtig sei dabei immer eines: Wie gut lässt sich ein neuer Service in das bestehende Angebot integrieren und digital auf der Plattform abbilden?

„Immer mehr Menschen haben Lust auf Elektromobilität“

Elektroautos von Tesla hatten es zuletzt schwer in Flotten, Autovermieter wie Hertz und Sixt sowie Unternehmen wie SAP haben angekündigt, die Fahrzeuge wieder aus den Fuhrparks zu nehmen. Electric Runner räumt mit Blick auf Teslas sprunghafte Preisstrategie ein, dass derartige Preisschwankungen bei Neuwagen Herausforderungen in der Vermietung mit sich bringen, etwa wegen Wertverlust beim Weiterverkauf. Dies stelle eine Herausforderung dar und schaffe ein gewisses Maß an Unsicherheit. Allerdings sei das Geschäft von Electric Runner etwas anders aufgebaut als das der indirekten Wettbewerber und könne solche Schwankungen besser ausgleichen.

Immer mehr Menschen haben Lust auf Elektromobilität, scheuen aber vor den recht hohen Kosten von Neufahrzeugen zurück. Zugleich zeigen die Wachstumsraten bei Herstellern wie BMW, dass die Kunden bei Elektroautos vor allem hochwertige Modelle wünschen. Tesla ist hier der Platzhirsch“, findet Kinnemann und gibt einen Ausblick, wie es mit Electric Runner weitergehen soll: „Bis 2028 wollen wir im europäischen Raum weitere Standorte erschließen. In fünf Jahren sehen wir uns als etablierten, auf Elektroautos spezialisierten Abo-Anbieter, der neben Tesla noch weitere Marken im Portfolio hat.“

Aktuell aber bleibe der Fokus zu 100 Prozent auf Tesla. Eines jedoch sei bereits klar: Wenn das Portfolio um andere Hersteller ausgeweitet wird, dann ebenfalls nur um Elektroautos.

Quelle: Electric Runner – Infos per Mail und Pressemitteilung vom 12.01.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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