Electric City: Rüsselsheim nimmt Ladefarm mit 152 Ladepunkten in Betrieb

Electric City: Rüsselsheim nimmt Ladefarm mit 152 Ladepunkten in Betrieb
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Stadt Rüsselsheim

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Die Stadt Rüsselsheim am Main macht beim Ausbau ihrer Ladeinfrastruktur für Elektroautos einen großen Sprung nach vorn. Anfang September hat Oberbürgermeister Udo Bausch gemeinsam mit Opel-Personalvorstand Ralph Wangemann die erste von drei öffentlichen Ladefarmen mit 152 Ladepunkten in Betrieb genommen. Die Ladefarm ist auf einem nunmehr öffentlichen Parkplatz vor dem Werkstor von Opel errichtet worden. Künftig sollen dort Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Werksmitarbeitenden die Fläche an der Mainzer Straße zum Laden ihrer Elektroautos nutzen können.

„Heute ist ein wichtiger Tag für Rüsselsheim. Wir lösen als Stadt einen ersten Teil des Versprechens ein, das wir an die Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger gegeben haben: Dass Rüsselsheim elektrisch wird“, erklärte Oberbürgermeister Udo Bausch. Dafür dankte er dem Bund als Fördermittelgeber, allen Partnern und Dienstleistern des Projekts, insbesondere den Rüsselsheimer Stadtwerken, die für den Netzausbau gesorgt haben, sowie Opel, die Flächen zur Verfügung gestellt haben. „Aus ehemals privaten, unternehmenseigenen Mitarbeiterparkplätzen sind nun öffentliche, auch für die Allgemeinheit zugängliche Parkplätze geworden.“

Zwei weitere Ladefarmen stehen kurz vor Inbetriebnahme. Bis Ende Oktober wird die Stadt dann insgesamt drei Ladefarmen mit 540 öffentlich zugänglichen Ladepunkten auf Parkplätzen im Stadtgebiet in Betrieb genommen haben. Bis zu 250 weitere öffentliche Ladepunkte, verteilt auf das ganze Stadtgebiet, sollen sukzessive in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Mit dem Projekt Electric City sollen bis zum Frühjahr 2022 insgesamt rund 1200 Ladepunkte im Stadtgebiet entstehen: etwa 800 öffentliche und knapp 400 private. Auf 67.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gerechnet bedeutet dies eine Ladesäulendichte von einem öffentlichen Ladepunkt je 84 Bürgerin oder Bürger.

„Projekte wie ‚Electric City Rüsselsheim‘ sind Leuchttürme, die eine wichtige Grundlage für die Mobilität der Zukunft schaffen. Mit dem Aufbau einer zukunftsfähigen Ladeinfrastruktur unterstützen wir nachhaltig und deutlich unsere Klimaschutzziele. Und gleichzeitig unterstützen wir die in Rüsselsheim ansässige Wirtschaft bei der Entwicklung und Etablierung von E-Mobilität.“ – Udo Bausch, Oberbürgermeister Rüsselsheim

Geladen wird an der Rüsselsheimer Ladefarm an AC-Normalladepunkten mit Wechselstrom und einer Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt. Die Dauer für eine Vollladung liegt dabei abhängig von der Ladeleistung der Ladestation, der Kapazität des Akkus und der Ladetechnik des Elektroautos zwischen zwei und vier Stunden.

Ladestrom mit und ohne Vertrag

Wer an einer der öffentlichen Rüsselsheimer Electric-City-Ladesäulen laden möchten, dem stehen dafür verschiedene Tarif- und Vertragsmöglichkeiten offen. Da die Ladesäulen künftig von den Stadtwerken Rüsselsheim betrieben werden, steht für das spontane Laden ohne Vertragsbindung (Adhoc-Laden) der Ökostrom der Stadtwerke zur Verfügung. Wer sich wenigstens für drei Monate an den Strom der Stadtwerke bindet, kann im Vergleich zum Spontanladen mit dem „ÖkoStrom Mobil“-Tarif Geld sparen und auch außerhalb Rüsselsheims an jeder Ladesäule tanken, die zum Roamingverbund von ladenetz.de gehört. Über den Roamingpartner lässt sich zudem auch jeder Strom von jedem Drittstromanbieter an einer Electric-City-Ladestation laden, der zum Kooperationsnetz von ladenetz.de gehört.

Damit der Strom anschließend dem richtigen Kunden zugeordnet und korrekt in Rechnung gestellt werden kann, hält die Stadt Rüsselsheim bis zu vier verschiedene Möglichkeiten bereit, sich für einen Ladevorgang zu authentifizieren. Die Stadt setzt dabei auf alle aktuellen, aber auch auf noch in Entwicklung befindliche Standards.

Da ist zunächst die Ladekarte zu nennen, die durch einfaches Anhalten an das RFID-Feld der Ladestation den Ladepunkt für das Laden freischaltet. Ein Vorteil von RFID-Karten ist die bequeme Handhabung. Auch die Stadtwerke werden damit ihre Stromkundinnen und -kunden ausstatten.

Mit vielen Zusatzinformationen, wie etwa über die aktuelle Belegung von Ladesäulen oder über den Tarif, warten die Smartphone-Apps der verschiedenen Ladetarif- und Roaminganbieter auf. In Rüsselsheim kann dies über die weit verbreitete App von ladenetz.de erfolgen. Voraussetzung dafür ist eine bestehende Internetverbindung.

Auch auf das Internet angewiesen ist das Adhoc-Laden, das ohne Vertragsbindung auskommt. Dafür müssen vor dem Laden auf der Webseite des Stromanbieters (hier: Stadtwerke) die Kundendaten und ein Zahlungsmittel hinterlegt werden. Die Webseite lässt sich über einen an der Ladesäule angebrachten QR-Code erreichen, der mit der Smartphone-Kamera eingescannt wird.

Eine vierte, aber erst noch künftige Variante wird Plug & Charge sein. Dabei wird die Technologie für die Abrechnung direkt in die Ladeelektronik der Elektroautos integriert, so dass es möglich sein wird, auch ohne Karten, Apps oder QR-Codes zu zahlen – einfach nur durch das Anschließen des Ladesteckers. Diese Authentifizierungsform befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und ersten Pilotphasen und soll als Update auf die Electric-City-Ladesäulen eingespielt werden.

Quelle: Stadt Rüsselsheim – Pressemitteilung vom 06.09.2021

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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