E-Müllautos sollen bald in 90 Sekunden geladen sein

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Daniel Krenzer
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Der estnische Superkondensator-Bauer Skeleton sowie der kanadische Zulieferer Martinrea, spezialisiert auf E-Nutzfahrzeuge, wollen zusammen Müllfahrzeuge auf eine neuartige Weise elektrifizieren und in Paris sowie New York testen. Das berichtet electrive.net. Nachdem die Flotten in Paris und New York umgerüstet worden sind, soll die Technologie weltweit angeboten werden.

Bei Skeletons Superkondensatoren handelt es sich um leistungsstarke Energielieferanten mit Graphen als Elektroden, die nicht auf Lithium-Ionen basieren, sondern auf einem speziellen Kohlenstoff in einer Art Bienenwabenmuster. Diese würden in einer „SuperBattery“ als hybride Speicher mit den Vorteilen der Lithium-Ionen-Technik kombiniert. Die Vorteile sind laut Skeleton eine hohe Lebensdauer mit etwa 50.000 Ladezyklen sowie eine extrem schnelle Aufladbarkeit. Der Akku für die Müllfahrzeuge könnte demnach in anderthalb Minuten geladen sein, kleinere reine Graphen-Batterien sogar in nur wenigen Sekunden. Zudem sei der Akku frei von Kobalt, Kupfer und Nickel, außerdem könne er sich nicht entzünden. Auch das Gewicht der Akkus sei vergleichsweise gering.

Viele Details sind noch unklar

Allerdings haben Graphen-Batterien einen entscheidenden Nachteil, weshalb sie bislang nicht in größerem Stil zum Einsatz kommen: Die haben eine nur etwa halb so hohe Energiedichte wie Lithium-Ionen-Akkus. Würden solche Batterien also in Fahrzeugen verbaut, würden sie entweder für die gleiche Kapazität doppelt so viel Platz benötigen – oder bei gleicher Größe wie ein Lithium-Ionen-Akku nur für die Hälfte der Reichweite ausreichen. Es gibt aber weltweit einige Projekte, die Graphen-Batterien zukünftig in der Mobilität eine größere Rolle zukommen lassen könnten.

Die Müllfahrzeuge, die nun in Paris und New York umgerüstet werden sollen, sollen mit „SuperBattery“ ausgestattet vollelektrisch unterwegs sein. Wann und wie viele Fahrzeuge welcher Marken umgerüstet werden sollen, sei laut electrive.net noch nicht bekannt. Auch Daten wie zur erwarteten Reichweite der Fahrzeuge fehlen aktuell noch. „Unsere SuperBattery wurde speziell für die Dekarbonisierung von Sektoren und Industrien entwickelt, deren Energie-, Sicherheits- und Effizienzanforderungen von anderen Batterietechnologien nicht erfüllt werden können. Wir freuen uns daher sehr über die Kooperation mit Martinrea und damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen beizutragen sowie die Energieeffizienz von Müllfahrzeugen in New York City und Paris zu verbessern“, wird im Artikel Skeleton-Geschäftsführer Taavi Madiberk zitiert.

Hergestellt werden sollen die „SuperBatterys“ im Skeleton-Werk in Großröhrsdorf in Sachsen. Nahe Leipzig wolle das Unternehmen zudem im kommenden Jahr die dann größte Fabrik für Superkondensatoren weltweit eröffnen.

Quelle: electrive.net – „Skeleton und Martinrea planen E-Müllautos mit SuperBattery“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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