Dataforce-Studie: Flottenkunden setzen zunehmend auf E-Mobilität

Dataforce-Studie: Flottenkunden setzen zunehmend auf E-Mobilität
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Tobias Stahl
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Laut einer aktuellen Analyse von Dataforce verfügt inzwischen mehr als ein Drittel aller Unternehmensflotten über Elektroautosein deutlicher Fortschritt gegenüber den Vorjahren. Rund zwei Drittel der Fuhrparkverantwortlichen geben demnach an, dass E-Autos vor allem bei den laufenden Kosten Vorteile bieten.

Dataforce identifiziert bei aller Zuversicht aber auch weiterhin spürbares Verbesserungspotenzial – so bleibe die Frage nach der Reichweite weiterhin das Hauptthema für die Fuhrparkverantwortlichen. Zwar zeige der Vergleich zur Studie aus dem vergangenen Jahr eine zunehmende Zufriedenheit hinsichtlich Reichweite und Ladegeschwindigkeit, in der Praxis gebe es aber noch viel Luft nach oben.

Im ersten Halbjahr verzeichneten Tesla und Mercedes „signifikante Rückgänge“ bei den Neuzulassungen, während der VW-Konzern besonders mit den Modellen ID.3 und ID.7 deutlich zulegen konnte. Auch die Markenauswahl bei Elektroautos bleibe allerdings ein kontroverses Thema ohne einheitliches Meinungsbild: So schließen 50 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen E-Autos aus China grundsätzlich aus, während die andere Hälfte Zweifel an der Qualität deutscher E-Modelle im Vergleich zu Verbrennern äußerte.

Trotz großem Potenzial: In Transporterflotten bleibt Elektromobilität noch die Ausnahme

In deutschen Transporterflotten setzt sich die Elektromobilität laut Dataforce ungleich langsamer durch: Zum Stichtag am 1. Januar 2025 waren nur 2 Prozent aller Transporter elektrisch unterwegs. Die Fuhrparkverantwortlichen sehen allerdings 46 Prozent ihrer Bestände als grundsätzlich elektrifizierbar an. Die Hemmnisse ähneln denen im Pkw-Segment: Reichweite, Anschaffungskosten und Lücken im öffentlichen Ladenetz dominieren die Bedenken. Bei E-Transportern kommen allerdings noch konkrete Anforderungen an Ladevolumen und Nutzlast hinzu – diese Stellschrauben entscheiden über Einsatzflexibilität und Wirtschaftlichkeit im täglichen Betrieb und werden von den Flottenverantwortlichen kritisch beäugt, geben die Marktforscher zu bedenken.

Die Elektrifizierung führt bei vielen Unternehmen nicht nur zu technischen Anpassungen, sondern auch zu strategischen Neuausrichtungen in der Lieferantenwahl. Obwohl der Markt durch langjährige Partnerschaften geprägt ist, nutzen zahlreiche Fuhrparkverantwortliche den Umstieg auf E-Transporter als Gelegenheit, neue Marken in ihrer Flotte einzuführen: Rund ein Drittel der Befragten gab an, ihre Elektro-Transporter von einem anderen Hersteller zu beziehen als die Verbrenner. Dieser Trend eröffnet neuen Anbietern im stark umkämpften deutschen Flottenmarkt eine Chance, sich als attraktive Alternative zu positionieren.

Privatkunden sind von E-Autos nahezu restlos begeistert

Im deutschen Privatmarkt erfreuen sich E-Autos weiterhin großer Beliebtheit: In vielen Regionen machen sie bereits 20 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge aus. Die Käufer sind größtenteils überzeugt von der Antriebsform: Nur 3 Prozent der aktuellen Nutzer würden beim nächsten Fahrzeug wieder einen Verbrenner wählen.

War der E-Auto-Gebrauchtmarkt vor einigen Jahren noch recht klein, gewinnt dieser inzwischen zunehmend an Bedeutung. Rund 15 Prozent der privaten Elektroautos wurden gebraucht angeschafft, rechnet Dataforce vor. Unter den Neuwagenkäufern können sich mehr als zwei Drittel vorstellen, ihr nächstes E-Autos ebenfalls als Gebrauchtwagen zu erwerben. Für diese Käufergruppe spielen Batteriezertifikate und Herstellergarantien eine zentrale Rolle – knapp 90 Prozent der Befragten bewerten beide Dokumente vor dem Kauf als wichtig.

Dataforce kritisiert Preisunterschiede zwischen heimischem und öffentlichem Laden

Die heimische Ladeinfrastruktur bleibt auch in diesem Jahr ein entscheidender Erfolgsfaktor. So verfügen etwa 85 Prozent der privaten E-Auto-Besitzer über eine eigene Wallbox, 67 Prozent über eine Photovoltaikanlage. Besonders Photovoltaik-Nutzer sind daran interessiert, in Zukunft ihr Elektroauto per bidirektionalem Laden als Stromspeicher einzusetzen und so Energieeffizienz und Unabhängigkeit weiter zu steigern. Für Haushalte ohne effiziente Lade- und Speicherlösungen bleiben Elektroautos jedoch mit Preisnachteilen bei der Nutzung verbunden, aufgrund der hohen Kostendiskrepanz zwischen heimischem und öffentlichem Laden. Hier können der Ausbau und die Verbesserung öffentlicher Ladeinfrastruktur neue Potenziale zur Elektrifizierung erschließen, mahnt Dataforce in seiner Mitteilung.

Für die Studie „E-Mobilität 2025: Trends und Nutzererfahrungen“ befragte Dataforce über 300 Fuhrparkverantwortliche und 550 private E-Auto-Fahrer. Die Analyse wurde durch aktuelle KBA-Zulassungsdaten, Prognosen bis 2030 (Pkw) beziehungsweise bis 2028 (Transporter) sowie Auswertungen von Fuhrparkprofilen ergänzt.

Quelle: Dataforce – Pressemitteilug vom 05.08.2025

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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