Daimler Truck packt an: Ladenetz für E-Lkw im Aufbau

Daimler Truck packt an: Ladenetz für E-Lkw im Aufbau
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Daimler Truck

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der Umstieg auf elektrisch betriebene Lkw kommt in Europa nur langsam voran. Ein wesentlicher Grund dafür ist der schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur. Ohne ein dichtes Netz an leistungsfähigen Schnellladestationen bleiben selbst klimafreundliche Fahrzeuge im Depot stehen. Der europäische Automobilherstellerverband ACEA hat berechnet, dass bis 2030 rund 35.000 Schnellladepunkte mit mindestens 800 kW Leistung nötig sind, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Derzeit gibt es in Europa jedoch weniger als 1000 geeignete Ladepunkte für schwere Elektro-Lkw – und viele davon sind technisch nicht ausreichend.

Daimler Truck reagiert auf dieses Problem mit einem eigenen Ansatz. Unter dem Namen TruckCharge plant das Unternehmen ein halböffentliches Ladenetz für Elektro-Lkw. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als 3000 Schnellladepunkte in ganz Europa entstehen. Der Start ist für das dritte Quartal 2025 vorgesehen. Ziel ist es, ein ergänzendes Angebot zum bestehenden öffentlichen Netz zu schaffen, das bereits durch andere Anbieter wie Milence ausgebaut wird.

Milence selbst wurde 2022 als Gemeinschaftsprojekt von Daimler Truck, der Traton Group und der Volvo Group gegründet. Das Unternehmen plant, bis 2027 rund 1700 öffentliche Ladepunkte zu installieren. Dennoch bleibt die Lücke zwischen Bedarf und Angebot groß. Hier setzt das halböffentliche Konzept von TruckCharge an.

Das Modell basiert darauf, dass Unternehmen ihre betriebseigenen Ladepunkte auch für externe Nutzer öffnen – allerdings nur zu Zeiten, in denen sie selbst keinen Bedarf haben. Für die Nutzung wird eine Gebühr erhoben. Auf diese Weise können Firmen ihre Ladeinfrastruktur besser auslasten und gleichzeitig einen Beitrag zum Ausbau des Netzes leisten. Lkw-Flottenbetreiber, die diese Ladepunkte nutzen, profitieren von geringeren Kosten im Vergleich zu öffentlichen Angeboten. Zudem lassen sich Ladezeiten im Voraus reservieren, was die Planung vereinfacht.

Martin Hink von Mercedes-Benz Trucks betont, dass das eigene Händlernetz mit über 1000 Standorten eine gute Ausgangslage für den Aufbau des neuen Netzes biete. Ergänzt werde dieses durch Ladepunkte bei Kunden, die durch die neue Nutzung wirtschaftlicher betrieben werden könnten. So wolle man Anreize schaffen, in eigene Infrastruktur zu investieren und gleichzeitig anderen Unternehmen das Laden zu ermöglichen.

TruckCharge übernimmt dabei die Rolle eines Vermittlers. Über die Plattform lassen sich Ladezeiten buchen, Zahlungen abwickeln und Standorte verwalten. So bringt das System Betreiber und Nutzer effizient zusammen. Für die Anbieter ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil: Durch die externe Nutzung ihrer Ladepunkte fließen Einnahmen, die die Investitionen schneller rentabel machen.

Neben dem halböffentlichen Netz setzt Daimler Truck auch weiterhin auf die Anbindung an öffentliche Ladeinfrastruktur. Kunden können über die Mercedes ServiceCard auf das europaweite Netz von UTA Edenred zugreifen. Dieses Angebot ist bereits in Deutschland, Frankreich und Österreich verfügbar. Weitere Länder sollen im Laufe des Jahres folgen.

Quelle: Daimler Trucks – Pressemitteilung per Mail

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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