Daimler Truck schwächelt, an den E-Lkw liegt es aber nicht

Daimler Truck schwächelt, an den E-Lkw liegt es aber nicht
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Daimler Truck

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Nicht nur bei den Pkw, auch bei den Lkw gibt es aktuell mit Blick auf die Antriebszukunft eine gewisse Kaufzurückhaltung bei Neufahrzeugen. Das bekommt auch die Lkw-Sparte von Mercedes-Benz, Daimler Truck, zu spüren. Wie die Automobilwoche berichtet, werde die Kurzarbeit in deutschen Werken wohl auch im Oktober weiter bestehen. Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström beteuerte indes bei der IAA Transportation in Hannover, dass die Preise für Kunden in dieser Phase nicht angehoben werden sollen.

Besagte Kaufzurückhaltung bestehe aktuell vor allem in Deutschland, und genau das sei der Markt, auf dem Daimler Truck ansonsten besonders stark vertreten sei, erläuterte Rådström die zuletzt schwachen Zahlen. „Der Absatz von Mercedes-Benz war im zweiten Quartal 2024 um 22 Prozent auf 30.604 Einheiten gesunken. Konkurrenten wie Scania oder Volvo stehen aktuell besser da“, führt die Automobilwoche dazu aus. „Wir konzentrieren uns stärker auf die Profitabilität als früher, als noch Größe wichtiger war“, sagte die Schwedin. Demnach sei die Einsparung von Fixkosten weiterhin eine große Herausforderung. Insgesamt 15 Prozent sollen eingespart werden, einen aktuellen Zwischenstand blieb Rådström bei ihren Ausführungen dieses Mal schuldig.

In Wörth befinde sich derzeit gut die Hälfte der 10.000 Angestellten seit September in Kurzarbeit. Dies werde wohl auch im Oktober so bleiben. Hoffnung gibt es ab November, wenn die Produktion des E-Lkw eActros 600 mit seinen realistischen 500 Kilometer Reichweite starten soll, auf den es bislang eine sehr positive Resonanz gebe. „Wir haben 2000 Bestellungen, ohne dass die Kunden das Fahrzeug getestet haben – das ist mehr als ich zu diesem Zeitpunkt erwartet hätte“, sagte die Daimler-Truck-Chefin. Ob der Produktionsstart aber reicht, die Kurzarbeit wieder deutlich herunterzufahren, hänge auch von der Nachfrage nach den anderen dort gefertigten Modellen ab.

Rådström geht davon aus, dass im Jahr 2030 bereits jeder zweite von Mercedes für den europäischen Markt produzierte Lkw ein vollelektrisches Modell sein werde. Bei gleichbleibendem Marktanteil wären das jährlich 30.000 E-Lkw, rechnet die Automobilwoche vor. Ob dies tatsächlich passiere, hänge aber entscheidend davon ab, wie entschlossen der Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge vorangetrieben werde. Einen Anreiz für E-Lkw bekommen die Unternehmen politisch geboten: Ab Mitte des kommenden Jahres muss eine Reduktion der Fuhrparkemissionen um 15 Prozent im Vergleich zu 2019 nachgewiesen werden. Und das gehe am besten mit elektrischen Lkw.

Quelle: Automobilwoche – „Kurzarbeit, schwache Nachfrage: Rådström will Widerstandskraft von Mercedes-Benz Lkw erhöhen“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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