BYD sichert sich wohl direkten Zugriff auf die deutschen Händler

BYD sichert sich wohl direkten Zugriff auf die deutschen Händler
Copyright:

BYD

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Der chinesische Autobauer BYD ist bislang nicht mit den Absatzzahlen von Elektroautos in Europa und vor allem auch auf dem deutschen Markt zufrieden. Und das, obwohl die Marke nach dem Sponsoring bei der Fußball-EM im Land inzwischen deutlich bekannter sein dürfte als noch im Frühjahr. Kürzlich wurde kolportiert, dass BYD sich von seinem schwedischen Vertriebspartner Hedin trennen könnte, um den Absatz anzukurbeln. Die gewählte Lösung sieht aber etwas anders aus – und könnte sehr schnell kommen.

Denn wie das Handelsblatt berichtet, steht BYD offenbar kurz davor, Hedin einfach selbst zu übernehmen und somit die Zwischenstufe beim Kontakt zu den Händlern auszumerzen. Denn bislang ist für die deutschen Händler Hedin der direkte Ansprechpartner. „Bislang operiert die schwedische Hedin-Gruppe mit einem lokalen Team von circa 30 Mitarbeitern als Generalimporteur von BYD in Deutschland“, heißt es im Artikel. „Laut dem Insider könnte BYD Deutschland die GmbH samt Führungspersonal übernehmen, zudem das Verkaufsteam von Hedin in Deutschland und künftig anstelle des Generalimporteurs direkt mit den hiesigen Händlern in Kontakt treten“, führt das Handelsblatt weiter aus.

Erfolg in Europa mäßig, in Deutschland mies

Über den Preis für die Übernahme sind keine Details bekannt, außerdem müsse der Handel noch von den Kartellbehörden überprüft werden. Das Handelsblatt rechnet mit einer niedrigen zweistelligen Millionenzahl an Außenständen plus Zahlungen für den Gegenwert des erworbenen Know-hows. Offizielle Stellungnahmen beider Unternehmen lagen demnach bislang zum Sachverhalt nicht vor.

Bislang hat BYD in diesem Jahr in Europa gut 21.000 Autos zugelassen, was einem Marktanteil von gut einem Prozent entspricht. In Deutschland betrug der Marktanteil jedoch zuletzt jedoch nur etwa ein Zehntel davon. Nicht einmal 1500 Autos der Marke seien bislang im Jahr 2024 über deutsche Händler ausgeliefert worden.

Dabei sind die Pläne des Autobauers groß. Im vergangenen Jahr bewegte sich BYD beim Absatz von Elektroautos mitunter auf Augenhöhe mit Tesla, zählt man Plug-in-Hybride hinzu, ist es inzwischen der größte Elektroauto-Hersteller der Welt. Den Großteil verkauft der chinesische Hersteller jedoch in der Heimat, dort ist der Anteil an Elektroautos am Gesamtmarkt schon bedeutend höher als noch in Deutschland. Mithilfe eines eigenen Frachters sowie einem im Bau befindlichen neuen Werk in Ungarn sowie möglicherweise ein weiteres Werk will BYD in Europa stärker angreifen. Managerin Stella Li soll dafür die nötigen Strukturen schaffen – offenbar ist der direkte Draht zu den Händlern ein Baustein dafür.

Quelle: Handelsblatt – „BYD: Neuausrichtung des Vertriebs in Deutschland fast abgeschlossen“

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BYD Elektroautos

BYD kompensiert schwachen Heimatmarkt mit Exporten

BYD kompensiert schwachen Heimatmarkt mit Exporten

Sebastian Henßler  —  

BYD hat im Juli den dritten Monat in Folge zugelegt. Vor allem die Auslandsnachfrage sorgt für deutliches Wachstum.

BYD startet Taxi- und Mietwagen-Offensive in Deutschland

BYD startet Taxi- und Mietwagen-Offensive in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Mit attraktiven Konditionen und einem starken Partnernetzwerk will BYD Taxi- und Mietwagenunternehmen den Weg zur E-Mobilität ebnen.

Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test

Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test

Stefan Grundhoff  —  

Mit 1180 Kilowatt Leistung und einem Drehmoment von 1240 Nm schickt sich der Denza Z an, etablierte Sportwagen aus Europa das Fürchten zu lehren.

Denza Z: BYD-Marke zeigt Elektro-Supersportwagen mit 1180 kW

Denza Z: BYD-Marke zeigt Elektro-Supersportwagen mit 1180 kW

Sebastian Henßler  —  

Mit dem Denza Z bringt die BYD-Marke ihren ersten Elektro-Supersportwagen. Das Coupé leistet 1604 PS und beschleunigt in 2,25 Sekunden auf 100 km/h.

BYD soll Interesse an Renault-Beteiligung bekundet haben

BYD soll Interesse an Renault-Beteiligung bekundet haben

Laura Horst  —  

BYD gleich zweimal Gespräche mit Renault über eine Anteilsübernahme an dem französischen Konzern aufgenommen haben, jedoch ist es zu keiner Einigung gekommen.

BYD bringt Pick-up Shark mit 321 kW und Range Extender

BYD bringt Pick-up Shark mit 321 kW und Range Extender

Patrick Solberg  —  

Mit 321 kW Systemleistung, 650 Newtonmetern und einer Anhängelast von 2,5 Tonnen positioniert sich der BYD Shark als Alternative zu etablierten Pick-ups.

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

Maria Glaser  —  

Der chinesische Hersteller investiert hohe Summen in seine Batterieproduktion in Brasilien und treibt die lokale Fertigung weiter voran.