Produziert BYD bald Batterien in Europa?

Produziert BYD bald Batterien in Europa?
Copyright:

BYD

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

BYD könnte in den kommenden Jahren eine eigene Batterieproduktion in Europa aufbauen, da das Unternehmen steigende Absätze und damit einen Anstieg der Produktion von Elektroautos erwartet. Reuters zufolge hat der Sonderberater des Unternehmens, Alfredo Altavilla, vor wenigen Tagen auf der Automobilkonferenz in Mailand angedeutet, dass ein europäisches Batteriewerk nötig sei. Es mache keinen Sinn, in die Automobilmontage in Europa zu investieren, aber die Batterien aus China zu importieren, so Altavilla in Mailand. Die europäische Batterieproduktion wiederum steckt noch in der Entwicklungsphase und dürfte kaum als zuverlässiger Zulieferer für große Stückzahlen infrage kommen.

Um EU-Zölle auf Importe von Elektroautos zu vermeiden, wolle BYD alle in Europa zum Verkauf stehenden Elektroautos innerhalb von drei Jahren vor Ort produzieren, so Executive Vice President Stella Li. Kurzfristig könne es sein, dass Plug-in-Hybride den europäischen Absatz des Konzerns dominieren. Der chinesische Autohersteller verkaufte ursprünglich nur vollelektrische Autos in Europa, jedoch werden die Plug-in-Hybride bei Verbraucher:innen immer beliebter. Außerdem sind die Plug-in-Hybride, wie beispielsweise der BYD Seal U DM-I, für chinesische Hersteller eine lukrative Option, da sie nicht unter die Importzoll-Verordnung fallen.

BYD baut derzeit Werke in Ungarn und der Türkei. Ersteres sollte Ende dieses Jahres die Produktion aufnehmen, jedoch wurde kürzlich die Produktion auf 2026 verlegt. Auch das Werk in der Türkei soll 2026 mit der Produktion beginnen. Die Gesamtkapazität liegt bei rund 500.000 Fahrzeugen pro Jahr. Ein weiteres Werk soll in Spanien entstehen.

Ganz sicher ist eine europäische Batterieproduktion von BYD jedoch noch nicht, denn Altavilla zufolge müsse sich BYD noch entscheiden, ob die Marke dem dritten Montagewerk in Spanien oder einer Batteriefabrik Vorrang einräume. Grundsätzlich seien jedoch alle europäischen Länder als Standort der Investition denkbar. „Bei der Auswahl eines neuen Standorts spielen mehrere Faktoren eine Rolle … wie beispielsweise die Energiekosten, die objektiv gesehen einer der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren sind, da sowohl Montage- als auch Batteriefabriken energieintensive Betriebe sind“, sagte er. Ob auch Deutschland als Standort unter diesem Gesichtspunkt infrage kommt, bleibt fraglich.

Am Rande der Konferenz habe sich Altavilla außerdem zu einem Investorenrückzug geäußert, so Reuters. So hat sich Berkshire Hathaway von Warren Buffett erst kürzlich nach einer 17-jährigen Investition vollständig aus BYD zurückgezogen und damit Spekulationen zu Misstrauen gegenüber dem Unternehmen losgetreten.

Buffett habe, so Altavilla, einen Gewinn in Höhe des 20-fachen seines investierten Kapitals erzielt und mit seinem Vorgehen sehr gut gehandelt. „Wir waren sehr froh, Buffett gehabt zu haben, aber die Tatsache, dass er seine Position monetarisiert hat, entspricht genau dem, was Berkshire Hathaway tut: kaufen, verdienen und verkaufen“, so Altavilla.

Quelle: Reuters – BYD needs battery plant in Europe to support auto production increase, special adviser says

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in BYD Elektroautos

BYD startet Taxi- und Mietwagen-Offensive in Deutschland

BYD startet Taxi- und Mietwagen-Offensive in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Mit attraktiven Konditionen und einem starken Partnernetzwerk will BYD Taxi- und Mietwagenunternehmen den Weg zur E-Mobilität ebnen.

Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test

Denza Z: Elektro-Supersportwagen für 160.000 Euro im Test

Stefan Grundhoff  —  

Mit 1180 Kilowatt Leistung und einem Drehmoment von 1240 Nm schickt sich der Denza Z an, etablierte Sportwagen aus Europa das Fürchten zu lehren.

Denza Z: BYD-Marke zeigt Elektro-Supersportwagen mit 1180 kW

Denza Z: BYD-Marke zeigt Elektro-Supersportwagen mit 1180 kW

Sebastian Henßler  —  

Mit dem Denza Z bringt die BYD-Marke ihren ersten Elektro-Supersportwagen. Das Coupé leistet 1604 PS und beschleunigt in 2,25 Sekunden auf 100 km/h.

BYD soll Interesse an Renault-Beteiligung bekundet haben

BYD soll Interesse an Renault-Beteiligung bekundet haben

Laura Horst  —  

BYD gleich zweimal Gespräche mit Renault über eine Anteilsübernahme an dem französischen Konzern aufgenommen haben, jedoch ist es zu keiner Einigung gekommen.

BYD bringt Pick-up Shark mit 321 kW und Range Extender

BYD bringt Pick-up Shark mit 321 kW und Range Extender

Patrick Solberg  —  

Mit 321 kW Systemleistung, 650 Newtonmetern und einer Anhängelast von 2,5 Tonnen positioniert sich der BYD Shark als Alternative zu etablierten Pick-ups.

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

BYD baut Batterieproduktion in Brasilien aus

Maria Glaser  —  

Der chinesische Hersteller investiert hohe Summen in seine Batterieproduktion in Brasilien und treibt die lokale Fertigung weiter voran.

Denza will mit Ladetechnik und Technologie überzeugen

Denza will mit Ladetechnik und Technologie überzeugen

Laura Horst  —  

Die BYD-Tochter Denza startet mit dem Z9GT ihr erstes Modell auf den deutschen Markt und bringt damit gleichzeitig das ultraschnelle Laden nach Europa.