Börsengang soll Start-up Next Ego wieder konkurrenzfähig machen

Börsengang soll Start-up Next Ego wieder konkurrenzfähig machen
Copyright:
Iris Martinz
Iris Martinz
  —  Lesedauer 3 min

Während das eine Micro E-Car Start-up offenbar zusperren muss, plant ein anderes den Neustart: nach einer Insolvenz im Sommer 2020 plant der Aachener Elektroautohersteller Next Ego nun den Börsengang. Schon im ersten Halbjahr 2022 soll es soweit sein. Sowohl ein normaler Börsengang als auch ein sogenannter Spac-Deal kämen in Betracht. Bei letzterem würde das Unternehmen mit einer bereits gelisteten Firmenhülle fusionieren und damit im Schnellverfahren eine Notierung erhalten.

Bei einem jungen EV-Unternehmen kommt irgendwann der Punkt, an dem man sich von einem privaten in ein öffentliches Unternehmen umwandeln muss„, wird Next-Ego-Verwaltungsratsvorsitzender Ali Vezvaei vom Handelsblatt zitiert. Deshalb wolle man nun Geld aufnehmen, um damit geplante Wachstumsschritte zu finanzieren. Die Bewertung soll rund 1,5 Milliarden Euro ausmachen, den Prozess organisiert die Investmentbank Citi.

Ein anderes deutsches EV-Start-up hat es schon vorgemacht: die Münchner Sono Motors – deren Autos sich durch eine im Dach integrierte Photovoltaik-Anlage auszeichnen – haben im November des Vorjahres mit einem solchen Spac-Deal an der Technologiebörse Nasdaq die Insolvenz abgewendet. Die Bewertung konnte auf 2 Milliarden verdoppelt werden.

Next Ego gehört mehrheitlich dem niederländischen Investor ND Industrial Investments. ND kaufte die Vermögenswerte der zum Autozulieferer ZF gehörenden Vorgängerfirma e.Go im Sommer 2020 aus der Insolvenzmasse heraus, nachdem Verzögerungen bei der Zulassung und Auslieferung des ersten Modells Ego Life das Unternehmen in Schieflage gebracht hatten. Corona brachte weitere Probleme, die Produktion stand monatelang still. Bislang konnten so nur gut 1.000 Autos des Modells Ego Life ausgeliefert werden. Mittlerweile sammelte Next Ego unter ND in zwei Finanzierungsrunden rund 90 Millionen Dollar von Investoren ein, darunter Moore Stratetic Ventures (MSV), Ex-US-Finanzminister John Snow, Elektrorennsport-Pionier Alejandro Agag und Schauspieler Edward Norton.

Das neue Modell Next Ego überzeugt aber noch nicht ganz: die ersten ausgelieferten Fahrzeuge mussten ohne Rekuperation auskommen. Dementsprechend war der Verbrauch des kleinen Stadtflitzers höher als bei einem massigen E-SUV. Dieses Problem ist zwar gelöst, die Konkurrenz ist aber groß, und damit der Preisdruck: der Next Ego muss sich unter anderem mit dem E-Up messen, der laut VW nun wieder verfügbar sein soll. Wegen extrem hoher Nachfrage hatte VW ja einen Bestellstop verhängt. Obwohl preislich auf ähnlichem Niveau, ist der E-Up dem Next Ego technisch überlegen. Letzterer hat mit 21 Kilowattstunden die kleinere Batterie und mit 120 Kilometern die geringere Reichweite. Auch kann der Next Ego nicht schnellgeladen werden. So dauert eine Vollladung bis zu sechs Stunden.

Im Frühjahr soll ein verbessertes Modell gelauncht werden, das mit einem Bonus daherkommt: Kunden können am CO2-Zertifikatshandel teilnehmen, da sie beim Fahren kein CO2 ausstoßen und diese Einsparungen monetarisieren können. Zumindest in Deutschland kann das jedoch mittlerweile jeder E-Autofahrer, über entsprechende THG-Anbieter.

Quelle: handelsblatt.com – Nach überstandender Insolvenz: Elektroautohersteller Next Ego plant Börsengang

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.