BMW hält Wette auf Wasserstoff offenbar aufrecht

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die ganze Automobilindustrie hat dem Wasserstoffantrieb für Pkw den Rücken zugekehrt. Die ganze Automobilindustrie? Nein! Ein von unbeugsamen Bayern geführter Hersteller hört nicht auf, an die Zukunft der Brennstoffzelle auch im Auto zu glauben.

Allmählich dürfte man sich bei BMW wirklich wie das kleine gallische Dorf aus den Asterix-Comics fühlen. Denn während selbst Toyota bei Wasserstoff-Autos zunehmend kleinere Brötchen backt, hofft man in München weiter auf große H2-Brotlaibe.

Wie Electrive.net berichtet, plant BMW offenbar, mit Toyota Gespräche über eine Verlängerung der Kooperation in Sachen Brennstoffzellenfahrzeuge zu führen. BMW-Chef Oliver Zipse sagte demnach, dass sein jüngster Besuch in Asien ihn darin bestärkt habe, an der Wasserstoffstrategie als Baustein festzuhalten. „Unsere Welt ist vielfältig. Deswegen brauchen wir unterschiedliche technologische Lösungen“, sagte er – und begründete: „Zum einen, um den verschiedenen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden. Zum anderen um die hoch differenzierten regulatorischen Anforderungen in den Ländern weltweit erfüllen zu können.“

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet BMW mit Toyota in diesem Bereich zusammen. Nun sollte eigentlich bald das Ende der vereinbarten Kooperation eingeläutet werden. Doch offenbar ist man seitens des Münchner Herstellers gewillt, diese Zusammenarbeit weiter fortzusetzen. Die Japaner von Toyota gelten als Experten bei der Brennstoffzellentechnik und bieten selbst schon länger den Mirai als Brennstoffzellen-Pkw auch in Europa an – allerdings mit sehr mäßigen Absatzzahlen und unter erheblichen Eigeninvestitionen pro abgesetztem Fahrzeug.

BMW hatte zuletzt den X5 in kleiner Stückzahl als Brennstoffzellenfahrzeug mit dem Namenszusatz Hydrogen hergestellt. Auch X6 und X7 könnten perspektivisch mit H2-elektrischem Antrieb ausgeliefert werden, sofern das die Kunden wünschen sollten. Auch für die angekündigte „Neue Klasse“ hält sich BMW die Option Wasserstoff dem Vernehmen nach offen – und das, obwohl diese noch im März von BMW als exklusiv batterieelektrische Klasse angekündigt worden war.

Hoffen auf den einen Markt

Interessanterweise hat selbst Toyota zuletzt bei Wasserstoff-Pkw auf die Bremse getreten und eingeräumt, dass der Mirai kein Erfolg sei – für stets gesichtswahrende Japaner ein fast schon ungewöhnlicher Schritt. Ein Nachfolgemodell der zugegebenermaßen schicken Limousine steht in den Sternen. Zwar planen die Japaner weiterhin den Absatz von Brennstoffzellenfahrzeugen, jedoch in weitaus geringerer Stückzahl als batterieelektrische Fahrzeuge, mit denen Toyota als König der Hybrid-Antriebe ja gerade erst so wirklich anfängt. Zumindest den in Deutschland nicht erhältlichen Crown soll es auch als Brennstoffzellenversion geben.

Hinter der Taktik von BMW dürfte mehr Wette als Glaube an die Technologie stecken. Sollte sich irgendwo auf der Welt Wasserstoff als die große Möglichkeit für Pkw-Antriebe durchsetzen, dann könnten die Münchner diesen Markt mehr oder weniger ganz alleine besetzen. Die Investitionen in die Brennstoffzelle seien jedoch „mitnichten eine Abkehr“ vom Elektroauto mit Batterie, zitiert das Handelsblatt den BMW-Chef.

Und so kämpft Zipse als Asterix weiter für die Brennstoffzelle, während Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger den Troubadix mimt und sein kaum gehörtes Lied der großartigen Wasserstoff-Zukunft im deutschen Automobilverkehr singt. Wirdwohlnix lässt grüßen!

Quelle: Electrive.net – „BMW setzt weiter auf Toyota-Brennstoffzellen“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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