BMW: Trotz Corona „keine Abstriche“ bei Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz

BMW: Trotz Corona „keine Abstriche“ bei Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der BMW-Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse gab in einem vom Hersteller selbst veröffentlichten Interview einen Einblick auf die ambitionierten Ziele der BMW Group in Sachen Klima- und Umweltschutz und wo in Zukunft der Fokus beim Thema Nachhaltigkeit liegen soll.

Die Corona-Pandemie habe „die Weltwirtschaft binnen kürzester Zeit aus der Bahn geworfen“, so Zipse, was „natürlich auch bei der BMW Group zu deutlichen Einschnitten bei einer Reihe von Projekten“ geführt habe. Bei Nachhaltigkeit, beim Klima- und Umweltschutz allerdings „wird es keine Abstriche geben“, versprach der BMW-Chef. Diese Themen seien „entscheidend für die Zukunft unserer Gesellschaft.“

BMW habe seine für 2020 gesetzten Ziele zur Reduzierung der Emissionen schon im Jahr 2019 erreicht und konnte deshalb „frühzeitig damit beginnen, für die Zukunft eine völlig neue Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln“, erklärt Zipse. Er könne dazu keine Details verraten, da noch die letzten formalen Beschlüsse ausstehen. Der BMW-Chef allerdings ließ bereits durchblicken, dass der neue Ansatz „radikal in seiner Ganzheitlichkeit“ sei und BMW „das Thema Nachhaltigkeit damit auf eine völlig neue Ebene“ bringe. Der bayerische Hersteller wolle sich „wieder klare und messbare Ziele setzen“, welche dieses Mal aber weit über seinen direkten Einflussbereich hinausgehen sollen.

BMW will „einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz“ leisten

Als ein konkretes Beispiel nannte Zipse die Produktion der Batteriezellen, welche bei einem Elektroauto bis zu 40 Prozent der CO2-Emissionen ausmachen. Dort wolle BMW ansetzen und „einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz“ leisten. BMW habe bereits mit seinen Zellherstellern „vertraglich vereinbart, dass sie bei der Produktion von Batteriezellen der fünften Generation nur noch Grünstrom verwenden“. Diese Technologie debütiert ab diesem Jahr mit dem BMW iX3 und komme im kommenden Jahr auch im iNext und dem i4 auf die Straße. Durch die Verwendung von Ökostrom in der Zellproduktion will BMW „innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 10 Millionen Tonnen CO2“ einsparen. Das sei in etwa die Menge an CO2, die eine Millionen-Stadt wie München pro Jahr emittiert.

Neben der Reduzierung beim Ressourcenverbrauch und den Emissionen sei BMW auch „voll auf Kurs, die CO2-Flottenziele in der EU zu erfüllen“, erklärt Zipse. Außerdem werde BMW dieses Jahr „erstmals an allen von der BMW Group betriebenen Werken und Standorten sowie im Joint Venture BBA in China ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen beziehen.“

Ab dem kommendem Jahr will BMW zudem das Thema Nachhaltigkeit im jährlichen Geschäftsbericht integrieren. Das sei „nicht nur ein klares Zeichen dafür, dass Geschäftsmodell und Nachhaltigkeit bei BMW nicht zu trennen sind – damit stellen wir uns außerdem noch umfassender als bisher der externen und unabhängigen Prüfung unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten“, so Zipse.

Quelle: BMW — Pressemitteilung vom 30.06.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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