BMW-Vorstand: i3-Nachfolger soll kein neuer Außenseiter werden

BMW-Vorstand: i3-Nachfolger soll kein neuer Außenseiter werden
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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

BMW arbeitet offenbar an einem neuen vollelektrischen Einstiegsmodell, nachdem der sportlich-knuffige i3 eingestellt wurde. Das sagte Entwicklungsvorstand Frank Weber im Gespräch mit der Automobilwoche. „Wir legen sehr viel Wert darauf, Kunden einen bestmöglichen Zugang zur Marke BMW anzubieten. Deswegen überlegen wir uns sehr genau, wie auch in der Familie der Neuen Klasse dieser Zugang gestaltet werden kann“, sagte Weber. Das neue Modell solle den Markterfolg des kompakten i3 fortführen, „ohne das Designkonzept zu kopieren“, heißt es.

Auch wenn der BMW i3 eines der bisher erfolgreichsten Elektroautos und ein wahres Pionier-Modell war, wurde offenbar selbst bei BMW mitunter darüber gelästert. „Anfangs wurde dieses Fahrzeug nicht nur geliebt. Viele Leute mochten ihn, in den Augen anderer war es aber kein richtiger BMW. Ein bisschen der Außenseiter in der Schulklasse, wenn Sie so wollen“, erzählte Weber. Das werde man in dieser Form nicht wiederholen, auch wenn es zweifellos Bedarf für ein kompaktes und bezahlbares elektrisches BMW-Einstiegsmodell gebe.

Keine Angst vor China und KI

Ferner sagte Weber, dass er die Konkurrenz aus China trotz staatlicher Unterstützung nicht fürchte. „Eine politische Strategie bedeutet noch nicht, dass man auch plötzlich gute Autos bauen kann. Diese Kompetenz kann man nirgendwo einkaufen“, sagt der BMW-Entwicklungschef. Viele chinesische Hersteller würden zwar hochwertige Teile einkaufen, seien aber nicht in der Lage, diese zu einem Premium-Produkt wie von BMW zusammenzusetzen. Allerdings erhöhe sich auch für die deutschen Autobauer der Druck „in Bezug auf Geschwindigkeit, Mut und Veränderungsbereitschaft“.

Auch Künstliche Intelligenz (KI) fürchtet BMW laut Weber in Sachen Autobau der Zukunft nicht. „Die Netzwerkaufgabe eines Automobilherstellers kann KI nicht übernehmen, die Funktionen werden uns eher im Kleinen helfen“, ist er überzeugt. Dass die KI irgendwann deutlich mehr kann, glaubt Weber nicht, der sagt: „Ach Gott, ganze Autos bauen ist dann vielleicht doch eine etwas komplexere Angelegenheit.“

Tonnenschwere Akkus als Problem

Von der „Neuen Klasse“ erwarte sich BMW eine Effizienzsteigerung um bis zu 25 Prozent. Bei Debatten um damit mögliche höhere Reichweiten tritt Weber allerdings auf die Bremse und sagt: „Neben dem Wunsch der Kunden, besonders hohe Reichweiten zu bekommen, müssen wir auch den ebenfalls geforderten Ansprüchen nach maximaler Nachhaltigkeit gerecht werden. Ein Spagat.“ Tonnenschwere Akkus seien da ein Problem. Weber rechnet daher damit, dass der Markt sich aufspalten werde in besonders nachhaltige und besonders reichweitenstarke Fahrzeuge – wobei die „Neue Klasse“ zur erstgenannten Gruppe gehören soll.

Quelle: Automobilwoche – „Entwicklungsvorstand Weber: BMW plant Einstiegsstromer“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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