BMW hält eigene Zellproduktion „nicht für sinnvoll“

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Der Autohersteller BMW zeigt sich wenig begeistert davon, dass die Bundesregierung den Aufbau einer hiesigen Batteriezellenproduktion vorantreibt: „Ich halte es nicht für sinnvoll, dass jeder Autobauer seine eigenen Zellen herstellt“, sagte BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter Ende Juni am Rande einer Veranstaltung in München.

Das Unternehmen sei zwar gerne bereit, sich einem Konsortium anzuschließen oder mit bestehenden Produzenten zusammenzuarbeiten, sieht jedoch keine Notwendigkeit für darüber hinausgehendes Engagement, sagte er. BMW unterstützt bereits das chinesische Unternehmen CATL, das in Erfurt ein riesiges Batteriewerk mit einem anvisierten Produktionsvolumen im niedrigen dreistelligen Gigawattbereich bauen will, um unter anderem BMW zu beliefern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zuvor in Berlin gut drei Stunden lang mit den Vorstandsvorsitzenden von BMW, Volkswagen und Daimler über die Bemühungen zur Förderung von Elektroautos ausgetauscht. Die Diskussion endete allerdings ohne konkrete Ergebnisse. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden, unter anderem um Pläne für einen optimierten Ausbau der Infrastruktur für Elektroautos vorzubereiten. Eine Entscheidung soll im Herbst bei einem weiteren Treffen mit Autoherstellern und der Regierung fallen.

Im Anschluss an das Treffen kritisierte Verkehrsminister Andreas Scheuer die größte Industrie des Landes, weil sie nicht genug attraktive Elektroautos gebaut habe. „Ich habe ein kleines Problem damit, dass die interessanten Produkte erst in den nächsten Jahren erscheinen werden“, sagte Scheuer. „Wo können Verbraucher jetzt in Autohäusern verschiedene Produkte anschauen und Elektromobilität hautnah erleben?

Merkels Regierung wird derzeit vor allem von jungen Wählern unter Druck gesetzt: Sie sagen, dass die Verantwortlichen in Berlin nicht genug dafür tun, um die Klimaziele zu erreichen. Als Fernziel gilt, die Modernisierung der Automobilindustrie voranzutreiben und bis 2030 ein Ladesystem für sieben bis zehn Millionen Elektroautos aufzubauen. In Deutschland gibt es derzeit rund 17.000 öffentliche Ladepunkte.

Quelle: Bloomberg – BMW Drags Feet on Merkel’s Call for German Battery Champions

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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