Bis Wasserstoff massentauglich ist, „haben wir noch einen langen Weg vor uns“

Bis Wasserstoff massentauglich ist, „haben wir noch einen langen Weg vor uns“
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Nico Rosberg setzt sich nach seiner mit einem Formel 1 Weltmeistertitel gekrönten Rennfahrerkarriere als Investor unter anderem für eine klimaneutrale Mobilität ein. In einem vom Handelsblatt im Vorfeld des Wasserstoff-Gipfels (26. / 27. Mai) veröffentlichten Interview erklärte Rosberg, welche Aufgaben auf dem Weg zu klimafreundlicher Mobilität noch gelöst werden müssen und welche Rolle Wasserstoff dabei spielen kann.

An der Elektromobilität geht kein Weg vorbei in den nächsten Jahren“, sagt Rosberg so Beginn des Interviews. Die deutschen Hersteller seien zwar später auf den Zug aufgestiegen als manch andere Hersteller, „holen aber sehr schnell auf, davon bin ich überzeugt.“ Wasserstoff als Alternative zum mit weitem Abstand vorherrschenden Batterieantrieb sei „ein langfristiges Thema“ und es müsse „noch viel Entwicklungsarbeit betrieben werden, damit der Antrieb auch wirklich grün und energieeffizient werden kann“. Rosberg findet wie viele andere Branchenexperten auch, dass Wasserstoff bei Flugzeugen und Schiffen, „wo Batterien nicht sinnig sind“, sicher schneller relevant werden kann als bei Pkw. Der Investor sagt, er glaube an den Wasserstoff, „aber bis er in der breiten Masse eingesetzt werden kann, muss noch viel passieren“.

Mit grünem Wasserstoff könnte Mobilität wirklich komplett klimaneutral werden“, sagt Rosberg über einen großen Vorteil der alternativen Antriebstechnologie. Brennstoffzellen sparen „seltene Rohstoffe sowie Energie in der Herstellung“, sagt er. In der Rallyeserie Extreme E, die demnächst startet, werde dies bereits demonstriert: Die Batterien der dabei eingesetzten Rennautos „werden mithilfe von Brennstoffzellen aufgeladen, die sich aus Sonnenenergie speisen“. Aber man müsse „bei solchen Visionen natürlich auch dazu sagen, dass die grüne Energie irgendwo herkommen muss“. Bis Wasserstoff wirklich massentauglich ist, „haben wir noch einen langen Weg vor uns“, räumt Rosberg ein. Unter anderem, weil aktuell der Großteil des produzierten Wasserstoffs noch auf fossilen Energieträgern mit dementsprechend schlechter CO2-Bilanz basiert.

„Es gibt keine Alternative zu einer klimafreundlichen Mobilität“

Eine aktuell viel diskutierte Möglichkeit, grünen Wasserstoff in großen Mengen herzustellen, ist für Rosberg nicht wirklich interessant: „Wenn die grüne Energie für unsere Autos aus Solarfarmen in der Wüste kommt, ist das vielleicht auch nicht ganz unproblematisch“ sagt Rosberg über Erzeugungsanlagen, die man beispielsweise in Nordafrika aufbauen könnte. Er lässt durchscheinen, dass er grünen Wasserstoff lieber in Deutschland selbst produziert sähe: „Langfristig wird Deutschland von Exporten abhängig bleiben, wenn wir es nicht schaffen, die Energiewende voranzutreiben“ .

Etwas mehr Unterstützung von Seiten der Politik, dass sich klimafreundliche Technologien schneller verbreiten, würde Rosberg deshalb begrüßen: „Ich denke, es müsste definitiv mehr passieren. Und vor allem entschlossener gehandelt werden“, sagt Rosberg. Denn es gebe „keine Alternative zu einer klimafreundlichen Mobilität. Entweder wir setzen jetzt alles daran, klimafreundliche Technologien voranzutreiben, oder wir werden ein böses Erwachen erleben.“

Quelle: Handelsblatt – Interview mit Nico Rosberg: „Ich glaube an den grünen Wasserstoff“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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