Bis Ende 2024 will der Autovermieter Hertz ein Viertel seiner Flotte mit Elektrofahrzeugen ausstatten, so die Pläne. Hierfür hatte Hertz bereits im Oktober 2021 mitgeteit, 100.000 Tesla Model 3 in die eigene Flotte einbringen zu wollen. Doch gut anderthalb Jahre später liegt der Autovermieter noch deutlich hinter dem gesteckten Ziel.
Die Hertz-Flotte in Nord-, Mittel- und Südamerika erreichte zum 31. Dezember 2022 einen Höchststand von 428.700 Fahrzeugen, wovon 11 Prozent Elektroautos von Tesla waren. Das Unternehmen hatte zu diesem Zeitpunkt zusätzlich 1187 Teslas in seiner internationalen Flotte. Das bedeutet, dass die Flotte des Unternehmens 48.344 Tesla Stromer umfasst. Weniger als die Hälfte der 100.000 Elektroautos, die das Unternehmen beschlossen hat, bis Ende 2022 bei dem Autohersteller zu bestellen und einzuflotten.
Hertz machte keine Angaben dazu, warum das Unternehmen weniger Teslas bestellt hat als ursprünglich geplant. Der Einsatz der Teslas war im Heimatmarkt USA sowie Europa geplant. Überdies hinaus wurde Ladeinfrastruktur für die weltweiten Niederlassungen von Hertz angekündigt. Ferner war die Rede von einer „anfänglichen“ Order. Wobei hier weitere Bestellungen derzeit nicht zu erwarten sind, zumindest so lange, bis das ausstehende Volumen nicht eingeflottet wurde.
Nachdem Hertz im Oktober 2021 bei Tesla eine massive Elektroautobestellung platziert hat, wurde im April 2022 bekannt, dass bei Polestar die nächste E-Auto-Order getätigt wurde. Gut ein halbes Jahr später – im Herbst 2022 – ging Hertz wieder auf Shopping-Tour. Dieses Mal wurden bis zu 175.000 Chevrolet, Buick, GMC, Cadillac und BrightDrop EVs in den nächsten fünf Jahren geordert. Auch wegen dieser Entwicklungen scheinen weitere Bestellungen bei Tesla nicht mehr unbedingt notwendig.
Quelle: Reuters – Hertz has fewer Teslas in its fleet than planned
Mir ist nicht klar, ob Hertz und Reuters von denselben Dingen sprechen. Wenn Hertz sagte, sie wollen 100.000 Teslas „einflotten“, kann das auch bedeuten, dass sie so viele Teslas kaufen wollen. Normalerweise werden Autos nach 6 Monaten bei Mietwagenunternehmen ausgeflottet. Insofern kann es sein, dass sie tatsächlich 100.000 Fahrzeuge ein- und teilweise schon wieder ausgeflottet haben. Ein aktueller Bestand von knapp 50.000 Fahrzeugen in der aktuellen Flotte widerspricht dem nicht.
Ich habe noch mal geschaut: Es wurden damals 100.000 Teslas „geordert“. Ein -großteil ist sicher schon wieder weiterverkauft. Insofern wurden die100.000 vermutlich eingehalten: https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-10-25/hertz-said-to-order-100-000-teslas-in-car-rental-market-shake-up
Hertz hat die Ziele verfehlt, sonst hätten sie das erklärt. Sie versuchten sich mit Bestellungen von Uber-Fahrern herauszureden. Das wär aber offenbar nicht Teil des Deals. Jetzt kenne ich nicht die Gründe von Hertz. Aber sie werden schon gute Gründe haben – ob die im schlechten Kundenservice begründet sind, in der mangelnden Nachfrage nach Tesla Neuwagen oder ob sie indessen einfach bessere Angebote haben. Wer weiß es?