Autos werden mehr als nur Fahrzeuge sein

Autos werden mehr als nur Fahrzeuge sein
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 566330083

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Es ist so gut wie sicher: Dem elektrischen Fahren gehört die Zukunft. Innovative Unternehmen wie Tesla oder BMW machen es vor. Sie entwickeln neue Möglichkeiten der Fortbewegung, die unsere bisherigen Lebensgewohnheiten auf den Kopf stellen. Eine Studie von Bloomberg New Energy Finance aus dem Jahr 2018 ergab, dass bis 2040 weltweit 559 Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind.

Batteriebetriebene Fahrzeuge verändern aber nicht nur die Art, wie wir uns fortbewegen, sondern das gesamte städtische Leben. Warum? Weil die Infrastruktur den neuen Bedürfnissen angepasst werden muss, um Elektrofahrzeuge mit Strom zu versorgen. Gleichzeitig stellen diese aber auch eine mobile Energiequelle für andere Geräte dar, die mit ihnen verbunden sind.

Damit Elektrofahrzeuge mit dem Stromnetz kommunizieren können, ist ein Vehicle-to-grid-System (V2G) notwendig. V2G ist ein Konzept zur Abgabe von elektrischem Strom aus Elektrofahrzeugen zurück in das öffentliche Stromnetz. Der Austausch erfolgt beispielsweise über kontaktlose Ladestationen, die in das V2G-System integriert werden müssen. E-Fahrzeuge beziehen die Energie also nicht nur passiv aus dem Netz, um selbst fahren zu können, sondern speisen sie bei Bedarf aktiv wieder in den Kreislauf zurück. V2G bildet im Zusammenspiel mit Elektrofahrzeugen und kontaktlosem Laden ein in sich geschlossenes System.

Die Autos können zu geringen Kosten als mobile Energiespeicher den Strom schnellstmöglich dorthin liefern, wo er gerade gebraucht wird. Denn Ladezeiten lassen sich im Vorfeld planen. Am besten werden Fahrzeuge außerhalb der Hauptverkehrszeiten geladen, wenn der Strompreis am niedrigsten ist. V2G gleicht den allgemeinen Stromverbrauch zu Spitzenzeiten somit hervorragend aus. Da fast zu allen Zeiten die Mehrheit der Fahrzeuge ungenutzt herumsteht, hält das System stets zusätzliche Kapazitäten bereit.

Die erste Prämisse, dass bidirektionales Laden in unsere Städte Einzug erhält: Es muss mit kontaktloser Ladetechnologie funktionieren können. Denn sie gilt bei Elektrofahrzeugen als Schlüssel für einen Volumenmarkt. Eine Studie von WiTricity und Honda R&D Americas beispielsweise zeigt: Das Vehicle-to-Grid-System (V2G) lässt sich auch mit kontaktlosen Ladestationen verbinden und ermöglicht Flexibilität in punkto Spulenposition und Spannung sowohl auf Seite der Fahrzeugbatterie als auch dem Ladesystem. Im Vergleich zum Laden in der heimischen Garage sind nur geringfügige Hardwareänderungen bei der Ladevorrichtung nötig, damit das System einsatzbereit ist.

Die zweite Voraussetzung für einen flächendeckenden Einsatz von V2G besteht darin, dass kontaktlose bidirektionale Ladesysteme dem neuen SAE-Standard J2954 entsprechen. Er gewährleistet, dass Elektrofahrzeuge überall auf der Welt herstellerübergreifend mit kontaktlosen Ladestationen kompatibel sind.

Es steht also fest: Die Technik ist ausgereift. Für viele innovative Unternehmen ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um mit Regierungsvertretern und Ingenieurbüros für Infrastruktur zu verhandeln. Das gemeinsame Ziel: Ganze Städte intelligenter und nachhaltiger zu gestalten, indem sie mit kontaktloser Ladetechnik vernetzt und mit V2G ausgestattet werden.

[feature_box style=“19″ title=“Disclaimer“ alignment=“center“]
Verfasst wurde dieser Artikel von Peter Wambsganß, Director of Business Development AIMM – Europe Region bei WiTricity Corporation.
[/feature_box]

Worthy not set for this post
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Diese 7 E-Autos haben einen besonders geringen Luftwiderstand

Diese 7 E-Autos haben einen besonders geringen Luftwiderstand

Daniel Krenzer  —  

Diese sieben Elektroautos haben eine besonders geringe Drag Area – und damit sehr niedrigen Luftwiderstand für maximale Effizienz.

Die verborgenen Risiken beim Kauf eines gebrauchten E-Autos

Die verborgenen Risiken beim Kauf eines gebrauchten E-Autos

Sebastian Henßler  —  

Gebrauchte E-Autos sind günstig, aber riskant. Warum Vertrauen, Daten und Einordnung über Erfolg oder Stillstand der Elektromobilität entscheiden.

Technologiefehler kosteten Europas Batterieindustrie Jahre

Technologiefehler kosteten Europas Batterieindustrie Jahre

Sebastian Henßler  —  

Europa setzte auf NMC, China auf LFP. Die Folgen dieser Entscheidung prägen heute Kosten, Know-how und Machtverhältnisse im Batteriemarkt.

Weitere Daten und Fakten zum neuen Škoda Epiq

Weitere Daten und Fakten zum neuen Škoda Epiq

Michael Neißendorfer  —  

Als wichtiges Modell im dynamischen Einstiegssegment soll der kleine Crossover von Škoda die Elektromobilität noch zugänglicher machen.

Tesla senkt Preis des Model Y auf 36.990 Euro

Tesla senkt Preis des Model Y auf 36.990 Euro

Sebastian Henßler  —  

Tesla reagiert auf die neue E-Auto-Förderung und senkt den Preis des Model Y. Mit Bonus und Zuschuss sind bis zu 9000 Euro Ersparnis möglich.

Fahrbericht Leapmotor C10 mit Range-Extender: Heiße Ware aus Fernost

Fahrbericht Leapmotor C10 mit Range-Extender: Heiße Ware aus Fernost

Stefan Grundhoff  —  

Wenn aktuell eine heiße Marke im Stellantis-Konzern existiert, dann ist das Leapmotor. Nie gehört? Dann wird es Zeit, das zu ändern.

Energiewende kommt voran – aber noch zu langsam

Energiewende kommt voran – aber noch zu langsam

Michael Neißendorfer  —  

Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat zuletzt an Dynamik gewonnen, reicht aber weiterhin nicht aus, um die gesetzlich festgelegten Ausbauziele zu erreichen.