Wenig Vertrauen in Politiker mit Blick auf Automobilindustrie

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Im repräsentativen ARD-Deutschlandtrend wurden zuletzt die Umfrageteilnehmer auch dazu befragt, ob sie einem bestimmten Politiker zutrauen, die deutsche Automobilindustrie aus der Krise zu führen. Laut Automobilwoche beantworteten diese Frage mit 75,3 Prozent mehr als Dreiviertel der Befragten mit „nein“. Lediglich 24,7 Prozent nannten den Namen eines Politikers oder einer Politikerin.

Gleichauf am kompetentesten eingeschätzt wurden dabei mit jeweils 4,0 Prozent aller Befragten Robert Habeck als Kanzlerkandidat der Grünen sowie Alice Weidel als Kanzlerkandidatin der AfD. Dahinter reihten sich CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder mit 3,7 sowie 2,8 Prozent ein. „Kanzler Olaf Scholz (SPD) und sein ehemaliger Ampel-Partner Christian Lindner (FDP) erreichten 2,2 und 1,6 Prozent, Sarah Wagenknecht (BSW) 1,1 Prozent“, führt die Automobilwoche weiter aus.

Im Dezember wurde im Deutschlandtrend bereits gefragt, welcher Partei man in Wirtschaftsfragen am meisten zutraue. Hier lag jedoch die Union aus CDU und CSU mit 37 Prozent deutlich vorne. Mit großem Abstand folgten darauf die SPD (13 Prozent), AfD (9 Prozent), Grüne (7 Prozent) und FDP (6 Prozent). BSW und Linke landeten mit 3 und 1 Prozent ganz am Ende der Skala.

Wer ist Schuld an der Misere?

Zudem wurde in der Umfrage abgefragt, wer den Befragten zufolge die größte Schuld an der Krise der Automobilindustrie trägt. 47 Prozent sehen die bei den Regierungen vor der Ampel-Regierung, die zuletzt zerbrochen war. Mit 41 Prozent sahen etwas weniger Menschen die Ampel-Regierung selbst in der Hauptverantwortung. Spannend ist dabei: Befragte über 50 Jahre neigten deutlich häufiger dazu, der jüngsten Regierung die Hauptverantwortung zuzuschreiben, jüngere Teilnehmer dachten dabei eher an die vorherigen Regierungen unter Unions-Führung.

65 Prozent der Befragten äußerten indes keine eigenen Ideen, wie man der Automobilindustrie auf die Beine helfen könnte. Der Rest nannte einen bunten Blumenstrauß an Möglichkeiten. Die Automobilwoche schreibt hierzu: „Am häufigsten genannt wurde dabei der Abbau von Bürokratie und Regulierung, gefolgt von der Förderung neuer Technologien sowie dem Schutz bestehender Arbeitsplätze und der Automobilproduktion.“

Quelle: Automobilwoche – Autoindustrie in der Krise: Wenig Vertrauen in Politiker

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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Robert:

für die überbordende und übergriffige Bürokratie ist die Politik Schuldig sie versprechen uns zwar ständig Burökratieabbau und herrauskommt noch viel mehr Bürokratie, genauso beim Mobilfunk wird uns schon seit jahren versprochen den endlich auf ein vernünftiges Niveau auszubauen passiert auch so gut wie gar nichts habe jetzt schon seit über 20 Jahren eine 16MBit Internetanschluss ist ist immer noch nicht möglich einen besseren zu bekommen

Robert:

und nicht zu vergessen auch in China hat VW schon drei Werke geschlossen

Peter:

Die Auswirkungen sieht man ja bei VW, da wurden 750k Fahrzeuge aus dem Programm genommen, 35k Arbeiter werden abgebaut bis 2027, 3 Werke in Deutschland werden bis 2027 geschlossen und der Golf kommt ab 2027 aus Mexiko, alles weil VW die deutschen Werke nicht mehr mit chin. Geld quersubventionieren kann.

Spiritogre:

Marktanteile haben die Deutschen in China zwar verloren aber letztes Jahr insgesamt 2,8 Prozent mehr E-Autos dort abgesetzt als vorher. Aber was bedeutet denn Marktanteile verloren in einem unglaublichem Wachstumsmarkt, wo ein Großteil der Bevölkerung jetzt langsam anfängt sich das erste Mal ein Auto im Bereich 5000 bis 10.000 Dollar leisten zu können? Einem Segment, in dem deutsche Autobauer naturgemäß ohnehin nichts anbieten…

Peter Bigge von Berlin:

Die Schuld an den schlechten Zahlen der Automobilindustrie allein der Politik zuzuschreiben, ist zu einfach. Die Politik hört auf die Lobbyisten der Branche und versucht, die politischen Weichen zu stellen. Nur wenn eine Regierung den Lobbyisten der Autobranche kein Gehör geschenkt hätte, wäre dies die Schuld der Politik.

Politiker können die Wirtschaft zwar ankurbeln, aber dafür müssten sie über ähnliche Fähigkeiten verfügen wie Xi Jinping, dessen Berater nicht nur aus Berufspolitikern ohne nennenswerte Ausbildung bestehen. Für das Verpassen des technologischen Fortschritts sind jedoch die Autohersteller selbst verantwortlich, die sich fürstliche Managergehälter für die Aufrechterhaltung der Verbrennerproduktion gönnten und damit auf das falsche Pferd setzten. China war schon weit voraus, bevor die Manager erkannten, dass ihr Einsatz einem aussterbenden Modell galt. Und in China spielt nun mal die Musik und wird der europäischen Autoindustrie schaden.

Die Automobilindustrie und andere Industriezweige lassen sich nur wiederbeleben, wenn das Bildungsniveau angehoben wird und es Fachkräfte und Entwickler für Hightech-Produkte gibt. Ansonsten sollten die Schüler Mandarin lernen, um die Bestellungen ihrer Kunden aufnehmen zu können.

Willy:

Die größten Probleme der deutschen Autoindustrie liegen eindeutig in China. Alle deutschen Hersteller haben dort in den letzten Jahren Marktanteile verloren. Da bin ich dann doch überrascht, dass die deutsche Politik für Probleme in China verantwortlich sein soll. Das haben sich die Autohersteller mit fehlenden Innovationen und ihrer zurückhaltenden Einführung von BEVs und PHEVs in China schon selbst eingebrockt. Einige Politiker haben übrigens die deutsche Autoindustrie schon in den 2010er Jahren vor dieser Entwicklung gewarnt.

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