Audi gründet neues Vorstandsressort für „Innovation und Software“

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Audi will das Tempo in der Entwicklung steigern, das zuletzt stark eingebremst war: Mit der Audi Agenda haben die Ingolstädter unter Leitung von CEO Gernot Döllner laut eigener Aussage Klarheit darüber geschaffen, worauf sich das Unternehmen zukünftig konzentriert. Produkte und Technologien sollen ebenso im Fokus stehen wie Qualität und Innovation. Jetzt folgt der nächste, und durchaus überraschende Schritt.

Mit der Entscheidung für ein eigenes Vorstandsressort „Innovation und Software-Defined-Vehicle“ (SDV) bekräftigt der Aufsichtsrat die konsequente Neuausrichtung der Organisation und stellt die Fahrzeug-Software weiter in den Mittelpunkt. Der Posten ist bereits besetzt, mit Geoffrey Bouquot, der zuvor beim bekannten Zulieferer Valeo in leitenden Positionen tätig war. Die Berufung von Bouquot ist auch als Antwort auf das Software-Chaos von VW-Konzerntochter Cariad zu verstehen. Zuletzt hatte sich deshalb die Markteinführung mehrerer neuer Audi-Modelle verschoben, etwa des rein elektrischen Q6 e-tron. 

Mit der Entscheidung für das neue Vorstandsressort stärken wir die langfristige Technologie- und Innovationsstrategie und fokussieren die Ausrichtung auf die Entwicklung von Software-Defined-Vehicles“, sagt Manfred Döss, Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG. „Wir sind überzeugt, dass Geoffrey Bouquot wichtige Impulse setzen wird, um mit dem gesamten Vorstandsteam die Audi Agenda erfolgreich umzusetzen.“

Ein Kernelement der Audi Agenda ist demnach die konsequente Beschleunigung der Entwicklungsarbeit durch die Einführung einer Matrix-Organisation. Diese soll das Baureihen-Management durch mehr unternehmerische Verantwortung stärken und die Kompetenzen in den Linienbereichen der Technischen Entwicklung klar strukturieren. Damit gehe ein Paradigmenwechsel zur integralen Entwicklung von Fahrzeugen mit Software als führendem Element einher. Als Mitglied des Vorstandes für Innovation und Software-Defined-Vehicle soll Geoffrey Bouquot dabei die Transformation zu einer Software-zentrierten Organisation vorantreiben.

Unsere Ambition lautet Vorsprung durch Technik, der Schlüssel für unsere Zukunftsfähigkeit ist Innovation. Wir brauchen eine konsequente strukturelle Neuausrichtung für mehr Tempo in der Entwicklung und einen klaren Fokus auf Software“, sagt Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG. Durch die Berufung von Geoffrey Bouquot trage Audi diesem Anspruch Rechnung.

Auch Geoffrey Bouquot selbst wird in der Mitteilung von Audi zitiert: „Audi repräsentiert für mich Präzision und Zukunft – Ingenieurskunst und Digitalisierung. Ich freue mich auf die neue Rolle. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, gemeinsam mit dem Team und dem Ökosystem bei Audi eine positive Aufwärtsentwicklung anzustoßen. Effizienzsteigerung und die Weiterentwicklung der Digitalisierung sind Wege zu diesem Ziel.

Erfolgreiche Führung in Zeiten der Transformation

Geoffrey Bouquot verfügt über langjährige Erfahrungen in der Führung internationaler Teams aus verschiedenen Bereichen der Technischen Entwicklung. Er leitete große Software-Engineering-Einheiten in bedeutenden Veränderungs- und Transformationsprozessen und verantwortete die strategische Steuerung langfristiger Innovationen zum Beispiel im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder des automatisierten Fahrens.

Bouquot war zuletzt Group CTO & Senior Vice President Strategy beim französischen Top-Zulieferer Valeo. In dieser Rolle war er für die Corporate Strategy, R&D, Public Affairs and Sustainability, Marketing und Innovation verantwortlich. Geoffrey Bouquot leitete das R&D-Netzwerk mit 20.000 Ingenieuren und 20 Forschungs- sowie 40 Entwicklungszentren weltweit.

Zu seinen Aufgaben gehörte es, einen Transformationsplan für R&D umzusetzen, die Digitalisierung zu beschleunigen und durch Konzentration auf ausgewählte Plattformen Effizienzsteigerungen zu realisieren. Außerdem baute Geoffrey Bouquot das erste Labor in Frankreich auf, das auf KI für autonome Fahrzeuge spezialisiert ist. Vor seiner Tätigkeit bei Valeo, die 2015 begann, war er technischer Berater für industrielle Angelegenheiten im Kabinett des französischen Verteidigungsministers.

Quelle: Audi – Pressemitteilung vom 03.06.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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