Audi verlängert Laufzeiten von Verbrennungsmotoren

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Audi | Audi CEO Gernot Döllner

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Audi-Chef Gernot Döllner hat im Gespräch mit der FAZ betont, dass die Marke trotz Gewinnrückgang und Umstrukturierungen Kurs auf Zukunft nehme. „Als ich vor zwei Jahren zu Audi kam, haben wir im Vorstandsteam die Audi Agenda entwickelt, um das Unternehmen wieder nach vorn zu bringen“, so Döllner. Innerhalb von zwei Jahren will Audi mehr als 20 neue Modelle auf den Markt bringen. Ende 2025 soll die Marke das jüngste Portfolio im Premiumwettbewerb haben.

Ein zentraler Schritt sei die Straffung der Organisation: „Wir haben eine komplette Führungsebene herausgenommen. Das war die Grundlage dafür, dass wir wieder mehr Geschwindigkeit aufnehmen.“ Parallel zum sozialverträglichen Stellenabbau und der Schließung des Werks in Brüssel prüft Audi den Aufbau eines eigenen Werks in den USA, um Importzölle zu umgehen. „Diese Überlegung ist Teil unserer Strategie, und wir werden jetzt im Herbst die Entscheidung darüber vorbereiten.“

Für China verfolgt Audi eine Doppelstrategie. Neben der Stammmarke bringt das Unternehmen mit der Wort-Marke „AUDI“ eine zweite Linie speziell für den Markt. Das erste Modell, der E5 Sportback, starte dort mit einem Einstiegspreis von unter 30.000 Euro und ermögliche automatisiertes Fahren auf Level 2++. „Die ersten Reaktionen sind sehr vielversprechend“, sagt Döllner. Zugleich soll auch in Ingolstadt die Entwicklungszeit neuer Autos deutlich verkürzt werden, wie das Audi Concept C zeigen soll.

Döllner kritisierte zugleich Rahmenbedingungen in Deutschland: „Wir haben in Deutschland unter anderem einen zu hohen Strompreis, und bei der Deregulierung hat die Politik auch noch einiges zu tun.“ Besonders im Bildungsbereich sieht er Nachholbedarf: Während in China jährlich 300.000 Softwareingenieure ausgebildet würden, fehle hierzulande der Fokus. „Wir müssen es als Gesellschaft hinkriegen, dass diese Berufe als attraktiv angesehen werden.“

Mit Blick auf Elektromobilität verwies Döllner auf die bereits vor vier Jahren gesetzten Meilensteine mit dem e-tron GT und 800-Volt-Technologie. Aktuelle Modelle wie A6 e-tron und Q6 e-tron könnten ihre Batterien in rund 20 Minuten zu 80 Prozent laden. Beim A8-Nachfolger deutete er flexible Antriebe an: „Der wichtigste Markt für den A8 ist China, dort passt der Elektroantrieb. In den USA sind wir gut beraten, die Kunden entscheiden zu lassen.“

Gleichzeitig setzt Audi weiterhin auf Verbrenner. „Wir haben die Laufzeiten unserer Verbrennungsmotoren verlängert. Parallel zu unseren neuen E-Modellen haben wir gerade eine komplett neue Generation unserer wichtigsten Vier- und Sechszylindermotoren frisch in den Markt eingeführt.“ Ein schnelles Verbrenner-Aus lehnt Döllner ab, wichtiger sei Planungssicherheit. „Am langen Ende wird sich der Elektroantrieb als automobile Technik durchsetzen. Aber das Tempo ist unvorhersehbarer denn je.“

Zum SUV-Boom äußerte er sich eindeutig: „Im Jahr 2030 werden ungefähr 85 Prozent der Autos in Amerika SUV oder Light Trucks sein. China nimmt auch entsprechend Fahrt auf. Hierzulande wird sich der Trend ebenfalls fortsetzen.“ Daher werde Audi zwar die Kompaktmodelle A1 und Q2 auslaufen lassen, aber das Angebot nach unten mit einem elektrischen Einstiegsmodell unterhalb des Q4 e-tron abrunden.

Quelle: FAZ – Wie lange werden Sie noch Verbrennungsmotoren anbieten, Herr Döllner?

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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