Aral glaubt fest an die Zukunft der Tankstelle

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Nicht nur die Autohersteller und Zulieferer durchleben aktuell einen intensiven Wandel, auch die Tankstellen sind gezwungen, ihr Geschäftsmodell zu überdenken. Während beispielsweise Total seine Tankstellen an den Einzelhandel verkauft, wählt Aral einen anderen Weg. „Wir glauben fest an die Zukunft der Tankstelle“, sagte Alexander Junge, Vorstand für Elektromobilität bei Aral, im Gespräch mit Edison Media. Neben den Ladesäulen investiere Aral derzeit viel in die Erzeugung erneuerbarer Energien, aber auch in Wasserstoff.

In den vergangenen Monaten hat Aral an immer mehr Standorten Zapfsäulen durch Ladestationen ersetzt, die unter dem Namen „Aral Pulse“ betrieben werden. „Wir werden in den kommenden Jahren einen immer stärkeren Mix verschiedener Antriebsarten auf deutschen Straßen sehen. Wir müssen diesen neuen Mix deshalb auch an den Tankstellen abbilden, denn der Anteil der Elektroautos wird stetig wachsen„, sagte Junge gegenüber Edison Media. Er ist fest davon überzeugt, dass das Laden von E-Autos an den Tankstellen immer wichtiger werden wird – und dass sich Tankstellen im Buhlen um die ladenden Kunden behaupten kann.

Toilette soll in der nähe sein

Um ein attraktives Angebot für die „Ladeweile“ anzubieten, habe Aral bereits mit dem Partner Rewe 850 Rewe-to-go-Shops eingerichtet, also kleine Supermärkte. Insgesamt gibt es aktuell rund 2400 Aral-Tankstellen in Deutschland – teils verpachtet, teils in Partnerhand. Auch das Kaffeetrinken sei ein sehr geschätzter Zeitvertreib während der Ladepause. „Wir hören immer wieder von unseren Kunden, dass sie diesen zusätzlichen Service sehr schätzen“, stellt Junge fest. Außerdem lege Aral wert darauf, dass sich im Umfeld eine Toilette befinde. Und die Mitarbeiter in der Tankstelle sollen auch heute schon in der Lage sein, Fragen rund um das Laden beantworten zu können.

„Der Bedarf an Unterwegs-Versorgung wird eher steigen als sinken, auch die Zahl der gefahrenen Kilometer. Wir bauen deshalb unsere Tankstellen zu Energy Hubs um, führt Junge im Gespräch mit Edison Media aus. Die Pächter müssten auf diesem Weg natürlich mitgenommen werden. Die Resonanz sei aber vorwiegend positiv: „Die Tankstellen-Betreiber sehen ja auch, dass die Welt sich ändert. Und sie möchten ihren Teil dazu beitragen„, sagt der Aral-Vorstand.

Eigene private Ladekarte in Planung

Vermutlich noch in diesem Jahr will Aral seinen elektrisch fahrenden Kunden zudem ein neues Angebot schaffen. „Wir werden bald auch eine eigene Ladekarte für Privatkunden herausgeben. Aber es ist uns wichtig, unseren Kunden weiterhin die freie Wahl zu lassen“, führt Junge aus. Kreditkartenzahlung sei ohnehin vorgeschrieben, aber offenbar sollen die Aral-Ladesäulen auch weiterhin mit Karten anderer Roaming-Anbieter freigeschaltet werden können – so lässt sich die Aussage zumindest interpretieren. Aktuell ist auch die Zahlung per Paypal oder – wie beim klassischen Tanken – an der Kasse im Tankshop möglich.

Quelle: Edison Media – „Wir glauben fest an die Zukunft der Tankstelle“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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