&Charge verspricht Einkaufen, Kilometer sammeln und beim Laden Geld sparen

&Charge verspricht Einkaufen, Kilometer sammeln und beim Laden Geld sparen
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 5 min

Im Laufe der Woche ist eine Mail von Simon Vogt, seines Zeichens CSO und Co-Gründer von &Charge, bei mir im digitalen Postfach aufgeschlagen. Per Mail und telefonisch haben wir uns über &Charge und deren Ansatz ausgetauscht, wie diese E-Mobilität weiter in die Masse bringen wollen. Der richtige Ladepreis und nur ganz wenig Ladeweile spielen dabei eine entscheidende Rolle.  Selbst versteht sich &Charge als Plattform für Elektromobilität und belohnt Einkäufe und Aktivitäten mit freiem Strom für das eigene Elektroauto. Ohne, dass man selbst zum Geldbeutel greifen muss. Hat sich gut angehört und war Grund genug im kurzen Interview mit Simon mehr über &Charge zu erfahren.

Hey Simon, stell uns doch zu Beginn euer Unternehmen &Charge, eure Vision und Mission vor.

Mit &Charge haben wir das erste „grüne“ Loyalitätsprogramm für nachhaltige Mobilität geschaffen. Persönlich sind wir von der Elektromobilität überzeugt – mit &Charge möchten wir einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten, indem wir konkret den Kunden in den Fokus stellen und die aus seiner Sicht noch vorhanden Hürden (hohe öffentliche Ladepreise, wenig Ladeerlebnis) deutlich mildern.

Neben dir als Chief Sales Officer (CSO) gibt’s noch andere Mitgründer bei &Charge – kannst du uns einen kurzen Überblick über euer Start-Up geben?

Das Gründerteam hat bereits einige spannende E-Mobilitätsprojekte zusammen umgesetzt und besteht aus drei Gründern: Eugen (CEO), Matthias (CTO) und mir (CSO). Zudem haben wir noch zwei Entwickler, Ramesh und Roman für unsere Apps (iOS/Android) sowie eine Werkstudentin, die Vero für den Bereich Social Media mit an Bord. In Summe herrscht im Team ein wenig Pioniergeist  – teilweisen reichen die ersten konkreten Berührungspunkte bis ins Jahr 2011 zurück. Dementsprechend viel ups and downs der Elektromobilität wurden schon verarbeitet ;).

Mit &Charge wollt ihr Ladepreise für E-Autofahrer günstiger machen und einen weiteren Mehrwert gegen die „Ladeweile“ bieten. Wie zeigt sich dies im Alltag?

Leider haben wir in den vergangenen Jahren festgestellt, dass E-Mobilität vielfach noch nicht durchgängig aus Kundensicht gedacht wird. So werden die Kunden noch immer und teilweise zunehmend mit recht hohen Ladepreisen und einer entsprechenden Intransparenz konfrontiert. Gerade das Schnell-Laden ist durch die deutlich „teureren“ Ladestationen aus Kundensicht noch recht teuer und wird gegenwärtig sehr kontrovers diskutiert. Allerdings muss auch hier der Vollständigkeit halber gesagt sein, dass für entsprechende Schnell-Ladeparks enorme Investitionen nötig sind; die es „irgendwie“ zu erwirtschaften gilt. Das heißt, wir können die Argumentation beider Seiten sehr gut nachvollziehen, möchte aber eben gerne an der Stellschraube „Preis“ durch unser Angebot drehen.

Im Weiteren haben wir auch (am eigenen Leibe) erfahren, dass das Laden noch kein wirkliches „Erlebnis“ ist, sondern sehr schnell „Ladeweile“ aufkommt. Das ist sehr spannend, denn vor allem diese Wartezeit bietet eine tolle Möglichkeit, dem Kunden hochwertigen Content, Aktivitäten oder Einkaufsmöglichkeiten anzubieten. Sodass er seine Ladeweile gut nutzen kann und daraus dann eher das gewollte Ladeerlebnis wird.

Aktuell funktioniert das schon prima und seit unserem Launch letzte Woche sind wir mehr als happy – wir haben in wenigen Tagen mehr als 1.000 Fotos von Ladesäulen von unseren Nutzern erhalten. Pro akzeptiertem Foto zahlen wir einen Kilometer-Betrag aus (Gamification). Das heißt, dass wir ganz gezielt unseren Kunden (auf Wunsch) während des Ladevorgangs neben dieser Gamification beispielsweise Streamingangebote oder den Kaffee um die Ecke ausspielen/anbieten können.

Bei Euch erhalten die User für jeden Einkauf „Kilometer“ in der&Charge App. Für was können die Kilometer verwendet werden?

Wir sehen uns als Förderer der nachhaltigen Mobilität. Im ersten Schritt können unsere Kunden damit die öffentlichen Ladevorgänge bezahlen, also entsprechend zu geringen Kosten oder gar sogar kostenlos ihr Elektroauto aufladen. Künftig werden wir dies auf andere Formen der nachhaltigen Mobilität erweitern. Hierzu zählen beispielsweise eScooter für die letzte Meile (von Ladestation rein in die Innenstadt) oder auch Car-/Ride-Sharing bzw. Hailing-Dienste.

Mit welchen Partner-Unternehmen arbeitet ihr aktuell zusammen?

„Partner online: Ikea, Booking, Asos, About You, REWE, Under Armour, Sportscheck, Lieferando und viele mehr (aktuell mehr als 140 in Deutschland).  “Stationäre Partner: Hier werden wir in Kürze erste Piloten bekannt geben. Fahrstromanbieter: Wir sind seit gut zwei Wochen mit unserem ersten Partner, der MAINGAU Energie mit Ihrem Service „EinfachStromLaden“, live. Weitere Partner werden folgen.

Wie wollt ihr euer Angebot künftig weiter ausbauen? Stichwort Urban Mobility (Scooter,…)

Wir möchten unser Angebot auf sämtliche „sinnvolle“ Formen der nachhaltigen Mobilität erweitern. Die „Story“ für den Kunden ist diese, dass sämtliche Mobilitätsbedarfe (so lange diese nachhaltig sind ) mit seinen gesammelten Kilometern (seinem digitalen Mobilitätsbudget) bezahlt werden können. Darüber hinaus überlegen wir auch, welche spannenden Möglichkeiten es im „weiteren Umfeld“ der neuen Mobilität noch so gibt; Feedback ist gerne jederzeit willkommen. Neben dem weiteren Ausbau der Mobilitätsangebote werden wir demnächst die Länder Österreich und Schweiz als Erweiterung mit aufnehmen.

Wie verdient &Charge sein Geld? Monetarisiert ihr die Daten oder wie könnt ihr euer Unternehmen am Laufen halten?

Wir erhalten bei jedem Einkauf über unsere Plattform eine Transaktionsgebühr von unserem Partner. Einen Teil davon behalten wir ein und den anderen Teil zahlen wir an unsere Kunden als „Kilometer-Guthaben“ aus. Uns ist wichtig zu sagen, dass wir einen „soliden“ Wechselkurs für unsere Währung „Kilometer“ anbieten. So liegen wir bei 8 € Cent pro Kilometer. Das heißt, dass auch mit einer kleineren Anzahl an Kilometern schon ein deutlicher Effekt beim öffentlichen Laden bewirkt werden kann.

Datenschutz ist euch äußerst wichtig; worauf achtet Ihr besonders?

Ja, das ist richtig. Die Kunden melden sich lediglich mit ihrer E-Mail-Adresse bei uns an; sämtliche weitere Daten sind freiwillig. Wir sind also keine „Datenkrake“ und erstellen keinerlei Kunden- oder gar Bewegungsprofile. Sämtliche Daten, die wir zur Erbringung des Services (Einkäufe, Gutschrift und Einlösen der Kilometer) benötigen, werden konform zur DSGVO erfasst und sind transparent über unsere Homepage einsehbar.

Danke für das Interview.

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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