Alternative zu E-Mobilität: Global Alliance Power Fuels macht sich für synthetische Kraftstoffe stark

Alternative zu E-Mobilität: Global Alliance Power Fuels macht sich für synthetische Kraftstoffe stark
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1062083486

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Neben der E-Mobilität bewegt sich auch in anderen Segmenten der Mobilität etwas. Die Worte e-Fuels oder Power Fuels sind dir sicherlich ein Begriff. Bei diesen Stoffen handelt es sich um künstliche Nachbauten fossiler Kraft- und Brennstoffe. Der Einsatz dieser macht es möglich, große Teile der vorhandenen Infrastruktur weiter zu nutzen und beispielsweise Flugzeuge oder den Langstrecken-Transportverkehr entscheidend sauberer zu machen. Bislang fehlen hier bisher die entscheidende Rahmenbedingungen. Dafür will sich die dena nun mit ihrer Global Alliance Power Fuels stark machen.

Begründet wird die Stärkung dieser Strategie durch eine Leitstudie von dena zum Thema Integrierte Energiewende, die vorhersagt, dass Power Fuels ein zentrales Instrument sind, um die Klimaziele 2050 zu erreichen. Neben Energieeffizienz und Strom aus Erneuerbaren Energien könnten die strombasierten Kraft- und Brennstoffe zur dritten, extrem wichtigen Säule der Energiewende werden. Ein entsprechendes Know-How soll in der neuen Allianz namens Global Alliance Power Fuels gebündelt und weiterentwickelt werden, um der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.

Herzstück des Aufbaus von Kapazitäten für Power Fuels ist der Einsatz von Elektrolyse-Technologien zur Spaltung von Wasser oder Wasserdampf in Wasserstoff und Sauerstoff. Kommt bei diesem energieintensiven Prozess regenerative, elektrische Energie zum Einsatz, spricht man auch von grünem Wasserstoff oder e-Hydrogen. Dieser Wasserstoff hat nahezu identische Eigenschaften wie der Wasserstoff, der beispielsweise als Abfallprodukt in chemischen Industrieprozessen entsteht.

Des Weiteren hat Grüner Wasserstoff den großen Vorteil, dass er bereits bei Industrieprozessen zum Einsatz kommen kann, beispielsweise in der Stahlindustrie. Neben der Nutzung von grünem Wasserstoff kann der Wasserstoff zu anderen flüssigen oder gasförmigen Kraft- und Brennstoffen weiterverarbeitet werden. Power Fuels können zum Beispiel im Luft-, Fracht- und Schiffsverkehr oder in der chemischen Industrie zur Einsparung von Treibhausgasen beitragen, also in Anwendungsbereichen, die sich durch eine direkte Nutzung erneuerbaren Stroms nicht oder nur schwer von Emissionen befreien lassen.

Ein intelligentes Zusammenspiel von Power Fuels und Elektromobilität sei allerdings auch denkbar. Da sich die beiden Technologien nicht unbedingt ausschließen, sondern auch miteinander harmonieren können. Letztlich verbirgt sich dahinter auch vor allem eine wirtschaftliche Fragestellung, die die dena-Leitstudie erläutert. Demnach sind strombasierte Anwendungen etwa im Verkehrs- und Gebäudesektor nicht immer die beste Lösung.

Die Studie von dena kommt zum Ergebnis, dass ein breiter Mix aus Technologien und Energieträgern bis 2050 um bis zu 600 Milliarden Euro kostengünstiger wäre als eine Fixierung auf strombasierte Anwendungen. Aktuell besteht die deutsche Politik relativ einseitig auf eine Entwicklung in Richtung Elektromobilität. Die Wahrheit wird sicherlich irgendwo dazwischen liegen.

Quelle: Cleanthinking – Global Alliance Power Fuels: dena plant Bündnis für synthetische Kraftstoffe

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Brennstoffzelle / Brennstoffzellenantrieb

BMW hält trotz Sparkurs am Wasserstoff-Pkw fest

BMW hält trotz Sparkurs am Wasserstoff-Pkw fest

Daniel Krenzer  —  

BMW bringt 2028 den iX5 Hydrogen in Serie. Doch hohe Kosten, schrumpfende Infrastruktur und massive Förderung nähren Zweifel am Wasserstoff-Pkw.

Toyota liefert Brennstoffzellen für Scania- und Iveco-Lkw

Toyota liefert Brennstoffzellen für Scania- und Iveco-Lkw

Sebastian Henßler  —  

Toyota liefert Brennstoffzellensysteme für 40 Lkw von Scania, die ab Anfang 2027 im Rahmen des Pilot-Partner-Programms real erprobt werden.

NextGenH2 Truck: Wasserstoff-Lkw vor dem Serienstart

NextGenH2 Truck: Wasserstoff-Lkw vor dem Serienstart

Sebastian Henßler  —  

Der Logistikdienstleister Dachser wird erster Serienkunde des NextGenH2 Truck und setzt die Brennstoffzellen-Sattelzugmaschine ab Ende 2026 in Karlsruhe ein.

Rom: 116,7 Millionen Euro für Wasserstoff- und Elektrobusse

Rom: 116,7 Millionen Euro für Wasserstoff- und Elektrobusse

Maria Glaser  —  

Die italienische Hauptstadt investiert in die Beschaffung neuer Wasserstoff- und Elektrobusse sowie einen Hub für grünen Wasserstoff in Acilia.

Madrid testet Brennstoffzellenbus mit Bosch-Technik

Madrid testet Brennstoffzellenbus mit Bosch-Technik

Sebastian Henßler  —  

In Madrid startet ein Testbetrieb mit einem Brennstoffzellenbus von Irizar und Bosch, der über 1000 Kilometer Reichweite bietet.

Leipzig: Wasserstoff-Müllwagen nur 45,6 Prozent im Einsatz

Leipzig: Wasserstoff-Müllwagen nur 45,6 Prozent im Einsatz

Sebastian Henßler  —  

Lange Wartungs- und Reparaturzeiten sorgen dafür, dass Leipzigs Wasserstoff-Müllfahrzeuge deutlich seltener im Einsatz sind als vergleichbare Diesel-Modelle.

München: Dieselpreis treibt Verkehrswende im ÖPNV voran

München: Dieselpreis treibt Verkehrswende im ÖPNV voran

Tobias Stahl  —  

Der Dieselpreis-Schock infolge des Irankriegs beschleunigt die Verkehrswende im ÖPNV: Zwei Münchener Busunternehmen wollen Millionenbeträge investieren.