Zahl der reinen Verbrenner in Deutschland sinkt weiter

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hat die Zulassungszahlen in Deutschland im Dezember analysiert. Demnach spielen Hybride eine immer größere Rolle, während reine Elektroautos einen Rückschlag hinnehmen mussten. Im Dezember wurden demnach in Deutschland insgesamt 224.721 Autos neu zugelassen, davon 124.355 mit alternativen Antrieben (reiner E-Antrieb, Hybride mit und ohne Stecker sowie Gasantrieb). Das sind 4,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Anteil der Neuzulassungen mit alternativen Antrieben am Gesamtmarkt stieg im Dezember auf 55,3 Prozent. Im Dezember 2023 waren es noch 53,6 Prozent, es gibt also einen leichten Anstieg zu verzeichnen. Allerdings zählen zu den Hybriden hier auch sogenannte Mild-Hybride, die oft nur einen sehr kleinen Akku an Bord haben und lediglich Spritersparnisse von wenigen Zehntellitern pro 100 Kilometer ermöglichen.

„Kumuliert rollten im Gesamtjahr 2024 1.342.013 neue Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf die Straße. Das entspricht einem Rückgang um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, führt der VDIK weiter aus. Im Jahr 2024 erreichte der Marktanteil der alternativen Antriebe 47,6 Prozent nach 48,5 Prozent in 2023. Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den alternativen Antrieben stieg damit 2024 um 1,6 Prozentpunkte auf 43,1 Prozent.

Einen deutlichen Anstieg um 26,7 Prozent realisierten im Dezember 2024 Hybridautos ohne Stecker. 70.570 Neuzulassungen entsprechen einem Anteil an den Pkw-Zulassungen von 31,4 Prozent (Dezember 2023: 23,0 Prozent). Zwischen Januar und Dezember 2024 legten Hybride ohne Stecker um 13,7 Prozent auf 755.493 Neuzulassungen zu, der Anteil stieg auf 26,8 Prozent (Gesamtjahr 2023: 23,4 Prozent). Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den Hybriden stieg damit 2024 um 3,6 Prozentpunkte auf 47,3 Prozent.

Zahlen im Vergleich zum Vorjahr verzerrt

Die Neuzulassungen von rein batterieelektrischen Autos gingen im Dezember dagegen um 38,6 Prozent auf 33.561 Einheiten zurück. Der Elektroauto-Anteil an den gesamten Pkw-Neuzulassungen erreichte 14,9 Prozent. Zum Vergleich: Im Dezember 2023 betrug der E-Auto-Marktanteil 22,6 Prozent, nachdem zum Jahresende von einer Senkung der Kaufförderung in 2024 ausgegangen worden war. Dies verzerrt die Zahlen folglich. Seit Jahresbeginn 2024 wurden insgesamt 380.609 E-Autos (-27,4 Prozent) neu zugelassen, der Anteil an den Pkw-Zulassungen lag bei 13,5 Prozent.

Ein Plus verzeichneten im Dezember abermals die Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Plug-in-Hybridantrieb. 19.103 Plug-in-Hybride rollten neu auf die Straßen und damit 6,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen stieg auf 8,5 Prozent (Dezember 2023: 7,4 Prozent), was nach den Höchstständen in den vorangegangenen Monaten erneut dem höchsten Marktanteil seit dem Ende der Kaufförderung für Plug-in-Hybride Ende 2022 entspricht. Im Gesamtjahr 2024 wurden 191.905 Plug-in-Hybride neu zugelassen, das sind 9,2 Prozent mehr als im Jahr 2023. Der Marktanteil der Internationalen Kraftfahrzeughersteller bei den Plug-in-Hybriden stieg damit 2024 um 2,6 Prozentpunkte auf 38 Prozent.

Mehr Flüssiggas-Autos, aber fast keine mehr mit CNG

Zusammen kommen die Elektrofahrzeuge (reine E-Autos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge) im Dezember damit auf einen Marktanteil von 23,4 Prozent bei 52.672 Neuzulassungen. Das entspricht einem Rückgang um 27,4 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Dezember. Seit Jahresbeginn liegt der Markt für Elektrofahrzeuge mit 18,2 Prozent im Minus. 2024 wurden somit 572.672 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Der Anteil am gesamten Pkw-Markt betrug 20,3 Prozent.

Zusätzlich rollten im November 1113 Flüssiggas-Pkw (-15,7 Prozent) neu auf die Straße. Seit Jahresbeginn wurden rund 4,3 Prozent mehr Flüssiggas-Pkw neu zugelassen als im Vorjahr. Die Zeit der CNG-Autos neigt sich in Deutschland indes offenbar dem Ende entgegen. Im Dezember wurde kein einiges mehr neu zugelassen, im gesamten vergangenen Jahr waren es keine 140.

Die Neuzulassungen von Verbrenner-Pkw erreichten im Dezember 100.364 Einheiten, davon 69.333 Benziner (-7,4 Prozent) und 31.031 Diesel (-17,0 Prozent). Der Benziner-Anteil an den Pkw-Zulassungen lag bei 30,9 Prozent, Diesel erreichten einen Anteil von 13,8 Prozent. Im Gesamtjahr 2024 wurden 991.948 Benziner (+1,4 Prozent) und 483.261 Diesel-Pkw (-0,7 Prozent) neu zugelassen.

Quelle: VDIK – Pressemitteilung vom 17. Januar 2025

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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egon_meier:

Solche Erlebnisse gibt es natürlich auch – der Phrase „.. solange wie es nur geht“ ist sehr dehnbar.

Wenn man jedoch eine Vollkostenrechnung macht ist der Wertverlust eines neuen Fzg meist höher als die exorbitanten Reparaturkosten eines alten.
Nur hat man dann eben manchmal „den Kaffee auf“.

Silverbeard:

In Deutschland und der EU kann es 2025 mit BEV schon ganz anders aussehen durch die deutlich verschärften CO2 Werte. VW bietet ja jetzt den id.3 für einen Preis an, den man früher für einen E-Up zahlen musste.

Durch Euro7 werden gleichzeitig die neu auf den Markt gekommenen Verbrenner teurer.
Es hat ja einen Grund, warum es z.B. bei Kleinwagen keine Diesel mehr gibt. Weil den Preise für die Abgasreinigung kein Kunde bereit wäre zu zahlen.

Spiritogre:

Diese Liste ist sinnlos, da die meisten Autos hier nicht erhältlich sind und die chinesischen, die hier erhältlich sind, kosten im Heimatmarkt, dort wo sie verkauft wurden, weniger als die Hälfte. Die paar die tatsächlich in Europa erhältlich sind haben sich wiederum praktisch gar nicht verkauft.

Wasco:

Hallo liebe Freunde, hier auch die Top 20 Welt-Zulassungszahlen für BEV in 2024:

1. Model Y – fast 1,2 Mio. – (ca. 3,65 Mio.)
2. Model 3 ca. 520k – (ca. 2,88 Mio.)
3. Seagull/Dolphin Mini – 510k – (790k)
4. Yuan EV (Atto 3) – 400k – (1,2 Mio.)
5. HG Mini – 290k – (1,64 Mio.)
6. Dolphin (EA1) – 230k – (830k)
7. Bingo – 220k – (389k)
8. ID. 4/ID. 5 – 182k – (717k)
9. Aion Y – 175k – (555k)
10. Yuan UP/Atto 2 – 170k – (170k)
11. Qin EV – 165k – (665k)
12. Lumin – 154k – (359k)
13. Song EV (Seal U) – 154k – (374k)
14. ID. 3 – 149k – (498k)
15. Aion S – 146k – (635k)
16. Zeekr 001 – 137k – (252k)
17. Xiaomi SU7 – 137k – (137k)
18. Panda Mini/Xiongmao – 133k – (243k)
19. Q4 e-tron – 108k – (298k)
20. Han EV – 100k – (470k)

In Klammern sind die Gesamtzulassungen bisher. k bedeutet Tausend.

Peter:

„Deshalb behalte ich mein Fahrzeug es solange wie es nur geht.“

Diese leere Frase hab ich schon so oft gehört, am Ende war die alte Karre nach wenigen Jahren weg weil der Unterhalt zu teuer geworden ist und die Reparaturen Überhand genommen haben.
Mein Arbeitskollege lässt nix auf seinen alten Mercedes kommen, hat jetzt nen 2. als Ersatzteilspender gekauft und nach 12k Investition läuft die Karre noch immer nicht und er fährt mit nem Leasing WOB Tiguan auf Arbeit.

Pheaton:

Das ist auch kein Wunder. Der Grund liegt auf der Hand. Das aus wählbare Antriebs Portfolio wurde auch ziemlich zusammen gestrichen. Auch immer das Thema, dass HV – Fahrzeuge einen größeren Zulassungsanteil als Diesel Fahrzeuge haben, besteht nur darin, weil viele Hersteller keine Diesel mehr anbieten oder nur in bestimmten Ausstattungslinien. Auch dieses zusammen streichen hat Einfluss auf die Zurückhaltung der Verbraucher. Man bekommt nicht mehr das was gerne hätte oder braucht. Deshalb behalte ich mein Fahrzeug es solange wie es nur geht.

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